Malariaschutz und Malariavorsorge für Kinder in Afrika und Asien.
Wir setzen uns für Malariaschutz für Kinder und ihre Familien in unseren betroffenen Programmgebieten ein. © Plan / Nyani Quarmyne

Kinder vor Malaria schützen

Die Vereinten Nationen melden Erfolge im Kampf gegen Malaria. Weltweit sterben deutlich weniger Menschen an dieser Krankheit als noch vor 15 Jahren – die Zahl der Todesfälle hat sich seit dem Jahr 2000 halbiert. Dennoch bedroht Malaria weiterhin Millionen Menschen, vor allem in Afrika und im Besonderen Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen.

Die Verbreitung von Malaria

Malaria wird durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen, dies geschieht überwiegend in der Dämmerung und während der Nacht.

Die Verbreitung von Malaria hängt somit von der geographischen Verbreitung der Anopheles-Mücke ab. Im tropischen Afrika ist das Malariarisiko am größten, insbesondere in den Ländern südlich der Sahara. Auch in asiatischen Ländern ist Malaria verbreitet, unter anderem in Indien, Pakistan, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, den Philippinen und Indonesien. Vor allem zu Beginn der Regenzeit steigt das Risiko stark an. Am ausgeprägtesten ist es dann zur Mitte und zum Ende der Regenzeit. Die Mücken benötigen für die Eiablage ruhige Gewässer in einer warmen und feuchten Umgebung. Durch die wolkenbruchartigen Regenfälle bilden sich am Boden Wasserlachen, die ideale Brutstätten sind.

Malaria ist die häufigste Tropenerkrankung, an der nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2015 weltweit mehr als 212 Millionen Menschen erkrankten. Es werden drei Arten der Malaria unterschieden: 

Malaria Tropica: Sie ist die gefährlichste Form und kommt am häufigsten im südlichen Afrika vor (ca. 90 Prozent aller Fälle). Unbehandelt führt sie in 30 Prozent der Fälle zum Tod.

Malaria Tertiana: Sie verläuft selten tödlich, führt aber zu starken Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes.

Malaria Quartana: Diese Variante gilt als die mildeste Form der Malaria.

Sterbefälle durch Malaria

Laut WHO starben 2015 geschätzt 429.000 Menschen an Malaria, 303.000 von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Durch Mangel- und Fehlernährung ist das Immunsystem junger Kinder derart geschwächt, dass sie an den Folgen von hohem Fieber und Erbrechen oder anderen Folgeerkrankungen, wie multiplem Organversagen, sterben.



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Die Symptome von Malaria

Typisch für die Malaria Tropica ist ein unregelmäßiger Fieberverlauf mit sehr hoher Temperatur, während bei anderen Malariaformen Fieberschübe in regelmäßigen Abständen auftreten. Ein solcher Schub kostet bis zu 5.000 kcal. Dies kann zu lebensbedrohender Erschöpfung der Energiereserven des Patienten führen. Zum Krankheitsbild der Malaria gehören neben Fieber ein geschwächtes Körpergefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine ausgeprägte Vergrößerung der Milz. Die Inkubationszeit kann, je nach Malariatyp, zwischen einer bis mehreren Wochen oder Monaten liegen.

Schutz vor der Tropenkrankheit

Seit Kurzem gibt es den Impfstoff RTS,S, der in Studien bei Säuglingen und Kleinkindern in West- und Ostafrika zu einer Reduktion der Erkrankungen an Malaria um rund ein Drittel geführt hat. Jetzt wird international um die Finanzierung gerungen, um das Mittel flächendeckend zur Verfügung stellen zu können.

Die wichtigsten Prophylaxemaßnahmen für Menschen im Verbreitungsgebiet der Anopheles Mücke sind das Trockenlegen von Pfützen und die Vermeidung von herumliegendem Müll sowie das konsequente Schlafen unter Moskitonetzen. Diese sind noch effizienter, wenn sie mit Insektiziden behandelt sind. Darüber hinaus empfiehlt die WHO, die Wände von Innenräumen ebenfalls mit Insektiziden zu besprühen.

Dagegen ist die Vorbeugung von Malaria mithilfe von Tabletten (Chemoprophylaxe) nur für einen begrenzten Zeitraum geeignet und kommt deshalb nur für Schwangere und Touristen infrage.

Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit von Schnelltests wichtig, um unterscheiden zu können: handelt es sich um Malaria oder ist es durch eine andere Erkrankung hervorgerufenes Fieber? Schließlich würde die sofortige Verabreichung eines Malariamittels bei jedem Fieberschub Resistenzen fördern.

Im Krankheitsfall ist eine gute medizinische Versorgung und der Zugang zu Anti-Malaria-Medikamenten entscheidend. So zum Beispiel die Verfügbarkeit spezieller Medikamente, die für erkrankte Schwangere geeignet sind und eine Übertragung auf den Fötus vermeiden.



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Das macht Plan International

Wir verteilen in den betroffenen Gebieten unserer Programmländer imprägnierte Moskitonetze an die Familien. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind bewusstseinsbildene Maßnahmen und Aufklärung über Malaria. So geben wir Workshops für Gesundheitshelferinnen und -helfer, Lehrkräfte und Familien zu den Ursachen von Malaria und klären mithilfe von Theaterstücken über vorsorgende Schutzmaßnahmen auf. Auch Schulen werden miteinbezogen, indem das Thema zum Beispiel in Gesundheitsclubs behandelt wird. Zusammen mit den Schulkindern finden Begehungen des Schulhofs statt. Es wird geprüft, wo Plätze sind, an denen Mücken gute Bedingungen vorfinden, um sich zu vermehren, sodass solche Stellen anschließend mithilfe der Kinder beseitigt werden können.

Schutz vor Malaria in Benin

In Gesundheitszentren werden Tests angeboten, ob es sich bei einer Fiebererkrankung tatsächlich um Malaria handelt. Ist dies der Fall können die Medikamente schnell gegeben werden. Darüber hinaus gibt es Aufklärungskampagnen über angemessenen Schutz vor Malaria. Dies beinhaltet auch eine Kontrolle durch Ehrenamtliche aus den Gemeinden, ob diese Schutzmaßnahmen - unter anderem die konsequente Nutzung von Moskitonetzen - auch umgesetzt werden.

Im Rahmen unserer Arbeit fördern wir auch den Bau von Trinkwasser- und sanitären Anlagen. Wir organisieren Schulungen zur fachgerechten Lagerung von Trinkwasser, wie das Abdecken von Wasserbehältern und das Sauberhalten von Wasserquellen und Teichen. Die Familien erfahren hier ebenso, wie gefährlich Wasserlachen und Unrat in der Nähe ihrer Häuser sein können. Denn auch Müll birgt durch kleine Wasseransammlungen ein hohes Brutstättenrisiko. Teilweise ist die Trockenlegung von Tümpeln und Kleingewässern notwendig, um den Anopheles-Mücken die Grundlage gänzlich zu entziehen. Durch den Bau von Gesundheitsstationen sowie Fortbildungen für Ärzte und Pflegepersonal verbessern wir gezielt den Gesundheitsdienst. Durch Aufklärungskurse für Mütter sind diese in der Lage, Erkrankungen ihrer Kinder früh zu erkennen und entsprechend zu handeln.



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