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Ihre Patenschaft in Thailand unterstützt unsere Arbeit vor Ort. Beispielsweise bei HIV-Aufklärungskampagnen.
Ihre Patenschaft in Thailand unterstützt unsere Arbeit vor Ort. Beispielsweise bei HIV-Aufklärungskampagnen. © Plan/Pattapong Polek

Patenschaft für Kinder in Thailand

In den vergangenen zwanzig Jahren hat Thailand einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der auch zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse geführt hat. Doch nicht alle Bevölkerungsgruppen profitieren gleichermaßen von dieser Entwicklung. Plan International setzt sich dafür ein, dass es allen Kindern im Land besser geht. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende dieses Ziel zur erreichen.

Unser Engagement in Thailand

Die Länderstrategie von Plan Thailand bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit. Sie setzt verschiedene Ressourcen ein, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von bedürftigen Kindern und ihren Familien zu verbessern:

  • Programmarbeit seit 1981
  • 2015 mehr als 12.000 Patenkinder
  • Arbeitsschwerpunkte: Bildung, Kinderschutz, Teilhabe von Kindern, HIV-Prävention, wirtschaftliche Sicherheit

Hinweis: Patenschaft in Thailand

Plan International wird mittelfristig die Patenschaftsarbeit in Thailand einstellen. Daher vergeben wir keine neuen Patenschaften für Kinder aus Thailand. Geplant ist, dass alle Patenschaften im Zeitraum zwischen Februar 2021 und Dezember 2022 zu einem Ende kommen.

Plan begann die Programmarbeit in Thailand im Jahre 1981. Zunächst arbeiteten wir im Nordosten des Landes und in Bangkok. In den fast 40 Jahren waren wir in über 1000 Gemeinden tätig. Thailand hat sich in diesen vier Jahrzehnten sehr verändert. Ein stetiges hohes Wirtschaftswachstum (zwischen 1960 und 1990 jährliche Steigerungen im Durchschnitt von 7,5%, von 1999 bis 2005 in der Zeit der Finanzkrise immer noch von 5%) half dabei, den Anteil der Menschen, die in Armut leben, stark zu reduzieren – von 1986 bis 2017 sank diese Rate von 67% auf 7,8%. Viele Millionen Arbeitsstellen wurden in diesen Jahren geschaffen.

Auch die Entwicklung in anderen Bereichen ist beachtlich. 98% der Schüler:innen beenden die Primarschule und über 99% der Bevölkerung hat Zugang zu einer Wasserversorgung. Auch das staatliche Gesundheitssystem in Thailand ist positiv zu bewerten. Für den Schutz der Kinder und Jugendlichen wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen. Aus diesen Gründen hat Plan International nach sorgfältiger Überlegung beschlossen, über die nächsten drei Jahre die Patenschaftsarbeit in Thailand einzustellen, um die begrenzten Ressourcen in Länder zu verlagern, in denen die Dringlichkeit und der Bedarf derzeit weitaus größer sind.

Wie hilft eine Kinderpatenschaft in Thailand?

Seit 1981 arbeitet Plan International in Thailand. Mittlerweile hat das Kinderhilfswerk die Arbeit auf Gebiete im Norden und Nordosten des Landes konzentriert und erreichte im Jahr 2015 das Umfeld von etwa 12.000 Patenkindern und ihre Familien. Wir engagieren uns als Kinderhilfswerk in ländlichen Regionen insbesondere dort, wo ethnische Minderheiten leben. International prüft Plan Möglichkeiten, grenzübergreifende Maßnahmen mit Nachbarländern abzustimmen und durchzuführen. Zudem erweitert das Kinderhilfswerk den Kreis nationaler Partner, die zu einer langfristigen Zusammenarbeit bereit sind. Schließlich werden die Kontakte zu den lokalen Behörden in den Gemeinden weiter intensiviert.

In Thailand engagieren wir von Plan International uns insbesondere für den Schutz und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern ethnischer Minderheiten. Denn viele der Mädchen und Jungen besitzen keine Geburtsurkunde und sind gefährdet, Opfer von Kinderhandel zu werden. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt unseres Kinderhilfswerks ist es, die Verbreitung von HIV und Aids durch Aufklärung einzudämmen. Darüber hinaus helfen wir in ländlichen Regionen, die Bildungsangebote für Kinder sowie die Einkommenssituation von Jugendlichen zu verbessern.

Natthida - ein Patenkind aus Thailand erzählt

Aktuelle Programme: Hilfe in Thailand

Die Übernahme einer Patenschaft für ein Kind in Thailand ermöglicht die Umsetzung vielfältiger Projekte direkt vor Ort. Lesen Sie nachfolgend, welche Projekte wir in Thailand realisieren und erfahren Sie mehr über die Lebensverhältnisse im Land.

Gemeinsam mit Behörden und anderen Organisationen entwickeln wir Programme, um Eltern mehr Wissen über frühkindliche Förderung und kindgerechte Umgangsformen sowie weitere wichtige Lebenskompetenzen zu vermitteln. Im Anschluss geben die Teilnehmenden das Gelernte an andere Mütter und Väter innerhalb der Gemeinden weiter. Mit der Regierung erweitern wir Grundbildungsangebote in besonders abgelegenen Gebieten. Beispielsweise tun wir dies, indem wir das erfolgreiche Konzept der Rucksacklehrkräfte einsetzen und auf die unzugänglichen Grenzregionen ausweiten. Wir schulen Lehrkräfte zu kindgerechten Unterrichtsmethoden und gewaltfreien Umgangsformen. Ein wichtiges Ziel ist es, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie der Bildungsbehörde Strategien zu entwickeln, um körperliche Züchtigung und andere Formen der Gewalt aus Schulen zu verbannen. Schulen sollen sicher sein. Daher setzen wir uns ebenfalls dafür ein, dass Katastrophenvorsorge und Risikominimierung in den Schulalltag integriert werden.

An Grund- und weiterführenden Schulen vermitteln wir den Kindern über ein innovatives Projekt wirtschaftliches Basiswissen und den nachhaltigen Umgang mit Geld. Gemeinsam mit Partnern entwickeln wir berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten sind, die nicht zur Schule gehen und wirtschaftlich besonders benachteiligt sind. Um auch junge Mütter wirtschaftlich zu stärken und ihre Kompetenzen zu verbessern, bieten wir zum Beispiel Alphabetisierungsmaßnahmen, Handwerkskurse oder Computer-Trainings an. Schülerinnen ethnischer Minderheiten erhalten über Stipendienprogramme die Möglichkeit, die weiterführende Schule zu besuchen.

In Kooperation mit dem Innenministerium und anderen Partnern setzten wir uns besonders dafür ein, die Rechte von staatenlosen Kindern und ethnischen Minderheiten zu stärken. Ein zentrales Ziel ist es, dass Neugeborene gleich nach der Geburt registriert werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um den Schutz der Kinder zu gewährleisten und um staatliche Bildungseinrichtungen oder Gesundheitsdienste nutzen zu können. Außerdem installieren wir Kinderschutzmechanismen in den Gemeinden und schulen Kinderschutz-Teams. Wir wollen erreichen, dass Fälle von Gewalt und Missbrauch gemeldet und behördlich verfolgt werden. Gleichzeitig sollen Opfer von Gewalt Hilfe und Schutz erhalten. Auch in Katastrophensituationen soll der Schutz der Kinder gewährleistet werden, was wir durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen und Trainings in den Gemeinden erreichen. Wir setzen uns gezielt dafür ein, dass neue Gesetze erlassen werden, um die Ausbeutung von Kindern im Internet besser bekämpfen zu können. Wir binden Schulen in das Projekt mit ein, um Kinder und Jugendliche über die Risiken und die verschiedenen Formen von Gewalt und Missbrauch aufzuklären.  

Im Rahmen dieses Programms führen wir Aufklärungsmaßnahmen in Schulen und Gemeinden durch, die sich besonders an Jugendliche richten. Ziel unserer umfassenden Sexualerziehung ist es, den Jugendlichen wichtiges Wissen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu vermitteln. Wir wollen dazu beitragen, dass sie ihre Sexualität selbstbestimmt leben und Verantwortung für sich und andere übernehmen. Dabei gehen wir auf HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten ein, thematisieren aber auch weiterführende Aspekte, wie beispielsweise sexuelle Orientierung, Geschlechterrollen, Schwangerschaft oder Elternschaft. In Gemeinden mit hohem Anteil an Migranten und Staatenlosen führen wir Aufklärungskampagnen durch und setzen uns dafür ein, das lokale Gesundheitswesen zu verbessern, so dass Jugendliche, die hier von HIV/Aids betroffen sind, besser medizinisch versorgt werden. 

Wir unterstützen Partner-Organisationen dabei, ihre Arbeitsweise zu verbessern, indem wir dabei helfen ihre Kompetenzen zu stärken, etwa in Bereichen wie Organisation und Management, Finanzwesen oder Projektplanung. Gleichzeitig wollen wir vertieftes Wissen zu zentralen Themen wie Kinderrechte oder Kindesschutz vermitteln. Ein weiterer Ansatz besteht darin, Einrichtungen zu stärken, die Kindern und Jugendlichen benachteiligter Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit bieten, sich gesellschaftlich einzubringen und ihre Meinung auszudrücken. Wir wollen dazu beitragen, ein starkes Netzwerk aufzubauen, das Kindern und Jugendlichen über Landesgrenzen hinaus eine gemeinsame Stimme verleiht und ihnen ermöglicht wichtige Probleme oder Missstände anzusprechen. Außerdem setzen wir uns mit unseren Partnern dafür ein, dass die Regierung die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärker in der Gesetzgebung einbringt. Einen Schwerpunkt legen wir darauf, in Kooperation mit dem Innenministerium gemeindebasierte Katastrophenvorsorgemechanismen zu installieren. 

Thailand im Überblick

Thailand liegt in Südostasien und grenzt im Westen an Myanmar, im Norden an Laos sowie südöstlich an Kambodscha. Ein schmaler, lang gezogener Küstenstreifen führt im äußersten Süden nach Malaysia und bietet sowohl einen Zugang zum Pazifi schen als auch zum Indischen Ozean. Tropischer Regenwald wächst hier noch, der in anderen Landesteilen mittlerweile überwiegend gerodet worden ist. In den fruchtbaren Zentralregionen befi nden sich auch die wirtschaftlichen Zentren des Landes. Der Norden dagegen ist bergig und lässt keine intensive Landwirtschaft zu. Hier leben auch die Bergvölker, die zu den ethnischen Minderheiten des Landes zählen.

Einwohner69,40 Mio. (Deutschland [D]: 82,70 Mio.)
Lebenserwartung77 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit*9 pro 1.000 (D: 4 pro 1.000)
BNE pro Kopf**16.129 USD (D: 47.640 US$)
Alphabetisierungsrate***Frauen 98 %, Männer 98 %
Landesfläche513.115 km², (D: 357.050 km²)
HauptstadtBangkok
LandessprachenThai
ReligionBuddhismus (95%), andere Glaubensrichtungen
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen nach Kaufkraftparität
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF Report 2018, UNDP „Bericht über menschliche Entwicklung 2016“, Auswärtiges Amt

Die Geschichte des Landes

Thailand, das lange unter dem Namen Siam bekannt war, konnte über Jahrhunderte weitgehend seine Unabhängigkeit wahren. 1782 gründete Rama I. die bis heute regierende Chakri-Dynastie. Nach einem Staatsstreich wurde 1932 die konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischer Verfassung eingeführt. 1939 wurde der Staat Siam in Thailand umbenannt. Jahrzehntelang herrschte politische Instabilität, es gab mehrere Verfassungen und häufige Regierungswechsel. 1992 begann der Demokratisierungsprozess. Der rasante wirtschaftliche Aufstieg des Landes wurde mit der Asienkrise Ende der 1990er Jahre gebremst.

Die heutige Situation in Thailand

In den vergangenen zwanzig Jahren hat das Land einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der auch zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse geführt hat. Doch nicht alle Bevölkerungsgruppen profitieren gleichermaßen von dieser Entwicklung: Vor allem im Norden des Landes sind die Menschen weiterhin vergleichsweise arm. Diese Spaltung der Gesellschaft führt bis heute zu schwerwiegenden innenpolitischen Konflikten, die immer wieder in blutigen Auseinandersetzungen ausgetragen werden. Trainings. Seit dem Militärputsch von 2014 ist Prayut Chano-cha Premierminister der Übergangsregierung.

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