Klimawandel stoppen
Mit unseren Programmen wirken wir in Entwicklungsländern den Folgen des Klimawandels entgegen. © Jane Dempster / Plan International

Klimawandel

Der Klimawandel ist heute eine der größten Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit und verstärkt die humanitären Krisen beträchtlich. Dürren, extreme Wetterlagen, Überschwemmungen: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage und die Zukunft von Kindern auf der ganzen Welt – insbesondere in den Entwicklungsländern.

Schon heute verschlimmert der Klimawandel die Benachteiligung vieler Gemeinden in unseren Programmländern und fügt neue Benachteiligungen hinzu. Viele Entwicklungsländer liegen in Regionen, die besonders großen Klimarisiken ausgesetzt sind und in denen die Bevölkerung unmittelbar von natürlichen Ressourcen abhängig ist. Verkürzte Regenperioden mit sintflutartigen Regenfällen und darauf folgende lange Dürren führen zum Beispiel zu Ertragsminderungen bis hin zu Ernteausfällen, vermehrtes Auftreten von Pflanzenschädlingen oder Wasserknappheit. Erdrutsche und überschwemmte Flüsse zerstören Häuser. Infrastrukturen und die Kosten für den Katastrophenschutz belasten die Haushalte der betroffenen Länder und die internationale Staatengemeinschaft sehr.

Die Folgen des Klimawandels treffen die Kinder unmittelbar. Mangelernährung wird zum Beispiel als Folge von veränderten Anbauzyklen verschärft und die Verbreitung von Krankheiten verändert sich. Mädchen und Jungen sind von Naturkatastrophen und ihren Folgen, von Ernteausfällen und resultierendem Hunger sowie von Krankheiten bedroht. Aus unserer Sicht ist der Klimawandel in vielen Ländern ein reales und ernstzunehmendes Problem für die Umsetzung der Kinderrechte.

Klimawandel

Änderungen des Klimas, die unmittelbar oder mittelbar auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen sind, welche die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändern, und die zu den über vergleichbare Zeiträume beobachteten natürlichen Klimaschwankungen hinzukommen. (UN-Rahmenabkommen über Klimaänderungen, 1992)

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) beschreibt Klimaschwankungen als Änderungen, die in kürzeren Zeiträumen auftreten. Klimawandel hingegen betrachtet Änderungen, die über einen längeren Zeitraum auftreten, typischerweise über Jahrzehnte oder länger. Der Hauptunterschied besteht im beständigen Auftreten anomaler Phänomene: Extreme Wetterereignisse, die bislang selten waren, treten regelmäßiger und häufiger auf.

Das Umweltbundesamt definiert Zustände der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder einem Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt wie folgt:

Wetter: Stunden bis wenige Tage

Witterung: durchschnittlicher Charakter des Wetterablaufs über mehrere Tage bis mehrere Wochen

Klima: mittlerer Zustand der Atmosphäre über mindestens 30 Jahre



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Anpassung an den Klimawandel

Wir von Plan International arbeiten daran, die Risiken des Klimawandels für Kinder zu minimieren. An erster Stelle unserer Programmarbeit steht die Information der Mädchen und Jungen über den Klimawandel und seine Folgen. So hat diese Thematik bereits Einzug in die Lehrpläne vieler unserer Projekt-Länder gehalten. Trainings in Katastrophenschutz gehören zum Schulalltag genauso wie die vorsorgliche Einlagerung von Hilfspaketen für den Notfall.

Die vorsorgliche Anpassung der Gemeinden an den Klimawandel gehört zu den Schwerpunkten unserer Arbeit in diesem Bereich. Dazu gehören zum Beispiel die Einführung dürreresistenter Saat, die Schulung von Erwachsenen in klimaunabhängigen Berufen als zweites Standbein oder der Umzug von Familien von überschwemmungsgefährdeten Flussufern in höher gelegenes Gelände. Gemeinsam mit den Kindern erarbeiten wir weitere einfache und wirkungsvolle Lösungsansätze für die Anpassung der Gemeinden an den Klimawandel.

Umweltschutz und Klimawandelanpassung gehen Hand in Hand

Neben der Anpassung an den Klimawandel gilt es, klimaschädigende Aktivitäten zu minimieren und die Umwelt zu schützen. Die folgenden Projektbeispiele verdeutlichen das Zusammenspiel dieser beiden wichtigen Standbeine unserer Arbeit zum Klimawandel.

In Liberia erlernen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zum Beispiel geeignete Anbaumethoden für
tieferliegende Gebiete, sodass das bewaldete Hochland vor Brandrodungen geschützt wird. Darüber hinaus werden sie über den Klimawandel und dessen Folgen sensibilisiert und erfahren, wie sie ihre Lebensweise anpassen können. Dieser Modellansatz wird im Lehrplan der lokalen Berufszentren verankert.

In Sambia werden Farmer zu Umweltschutz und nachhaltiger Landwirtschaft geschult. Gemeinde-mitglieder erhalten Unterstützung, um sich alternative Einkommensquellen aufzubauen, zum Beispiel in einer nachhaltigen Fischereiwirtschaft. In Grund- und Vorschulen engagieren sich Mädchen und Jungen in sogenannten „Think Green“ – Umweltclubs für die heimische Flora und Fauna. Um den Bedarf an Feuerholz in den Gemeinden zu verringern und die Abholzung der Wälder zu reduzieren, lernen Familien, wie sie energieeffiziente Öfen aus einfachen Materialien bauen.

In Indonesien werden Jugendliche in Umweltberufen ausgebildet, zum Beispiel in Öko-Tourismus oder nachhaltiger Landwirtschaft.

Bangladesch: Den Klimawandel spielend kennenlernen

Bangladesch ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder der Welt. Zunehmende klimabedingte Ereignisse betreffen insbesondere auch Kinder und Jugendliche. Diese informieren wir auf spielerische Weise über die Auswirkungen des Klimawandels und binden sie aktiv in präventive Maßnahmen ein.

Zunächst schauen die Kinder skeptisch zu, als die beiden Trainerinnen das Spiel vormachen: Man soll imaginäre Karten aufdecken und dazu eine Zahl von 1 bis 10 nennen. Wird zufällig die gleiche Zahl aufgedeckt, gewinnt, wer zuerst «SNAP» ruft. Zögerlich beginnen die Kinder mit dem Spiel, doch schon bald bricht ein ohrenbetäubender Lärm aus und alle sind voller Eifer dabei. «Fünf! Neun! Sieben! SNAP!» Die nächste Runde wird schwieriger: Welche Begriffe fallen den Kindern zum Thema Klimawandel ein? «Zyklon, Überschwemmung, Wetterwarnung, Erderwärmung, Schutzraum!» All diese Worte werden durcheinandergerufen und von den Trainerinnen notiert.

Ein Spiel wie dieses kann ein guter Einstieg sein, um Wissen abzufragen und die Kinder aktiv in den Workshop zum Thema Klimawandel und seine Auswirkungen einzubeziehen. Denn die Kinder stehen im Zentrum eines neuen Projekts, das sich in Bangladesch und in sechs anderen Ländern Südostasiens mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigt. Zum einen werden Aktivitäten umgesetzt, die ein Fortschreiten des Klimawandels eindämmen sollen, zum anderen werden vorbeugende Maßnahmen getroffen, um die schädlichen Auswirkungen zu mildern. So lernen etwa Schülerinnen und Schüler in Katastrophenübungen, wie sie die Warnzeichen vor einem Zyklon richtig deuten und wann sie sich wo in Sicherheit bringen müssen. Jugendgruppen führen in ihren Gemeinden Theaterstücke auf, in denen es darum geht, wie schädlich es ist, zur Brennholzgewinnung die Mangrovenbäume zu roden, da diese einen natürlichen Küstenschutz bilden.

Ziel des Projekts sind sichere Gemeinden, in denen Kinder und Jugendliche dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu mildern und weiteren Schäden vorzubeugen. Neben der Aufklärung finanziert das Projekt auch die von den Gemeinden erarbeiteten Problemlösungen, beispielsweise den Bau eines Trinkwasserfilters oder die Installation von Solaranlagen. Zudem wird auf die Politik eingewirkt, um Lektionen zum Thema Klimawandel im Lehrplan zu verankern.



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