In den letzten Tagen wurden hunderte Menschen per Boot gerettet. © Plan International
In den letzten Tagen wurden hunderte Menschen per Boot gerettet. © Plan International
26.03.2019

Zyklon Idai: Hilfskräfte erreichen die Menschen nicht

Der Wirbelsturm „Idai“ hat ganze Dörfer überschwemmt, Straßen mitgerissen und Brücken zum Einsturz gebracht. Die Menschen in den überfluteten Gebieten harren auf Hausdächern, Bäumen oder in Notunterkünften aus und warten auf Hilfe. Doch die Rettungskräfte kommen oft nur per Boot oder Hubschrauber in die Gebiete.

Viele Gebäude wurden von den Wassermassen weggespült, Krankheiten wie Cholera und Malaria drohen sich auszubreiten - Zyklon „Idai“ hat eine ganze Region in Südostafrika zerstört und hunderttausende Menschen obdachlos gemacht. Insgesamt sind mindestens 1,8 Millionen Menschen auf Nothilfe angewiesen, davon mindestens 700.000 Kinder. Viele Menschen sind vor den Wassermassen auf Hausdächer oder Bäume geflohen und warten dort auf Hilfe - doch die Rettungskräfte können die betroffenen Gebiete nur schwer erreichen. Hubschrauber und Boote sind oft die einzige Lösung.

„Der Zugang zu den überfluteten Gebieten ist eine enorme Herausforderung für uns“, sagt Angela Muriithi, Länderdirektorin von Plan Simbabwe. Auch die Helfer in Mosambik und Malawi kämpfen damit, die Menschen in den überfluteten Regionen zu erreichen. „Die Hilfskräfte müssen die Menschen aus der Luft retten, vor allem auch die Verletzten. Sie müssen per Helikopter aus den Gebieten geflogen werden, damit sie medizinisch versorgt werden können.“ Auch Boote sind im Einsatz, um die Menschen in Sicherheit zu bringen, die teilweise seit Tagen in den gefluteten Gebieten ausharren.

In Mosambik hat ein Nothilfe-Team von Plan International in den letzten Tagen zusammen mit einem lokalen Partner mehr als 800 Menschen von Dächern und Bäumen gerettet. Außerdem verteilt Plan Hilfsgüter wie Hygienematerial, Tabletten zur Wasserreinigung, Wasserkanister und Moskitonetze.

„Die Menschen hier warten verzweifelt auf Wasser und Lebensmittel. Außerdem brauchen sie Notunterkünfte, in denen sie schlafen können, weil ein Großteil der Häuser einfach weggespült wurde.“ Auch andere lebensnotwendige Dinge wie Medikamente, Decken, Hygieneartikel oder Kleidung werden dringend benötigt.

Plan International leistet in allen drei betroffenen Ländern Nothilfe. Um in der Stadt Chipinge in Simbabwe wieder eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu erreichen und so Krankheiten wie Cholera vorzubeugen, unterstützt Plan zum Beispiel die Reparatur der Wasserleitungen in den betroffenen Gebieten. In Malawi verteilt Plan unter anderem Nahrungsmittel für Kinder unter fünf Jahren sowie Wasserkanister und Wasserreinigungstabletten. Außerdem finden Schulungen zu Kinderschutz in Notsituationen für die Helfer und Gemeinden statt.

Der Zyklon „Idai“ war vor zehn Tagen mit Windböen bis zu 160 Stundenkilometern auf die afrikanische Küste vor Mosambik getroffen und dann weiter nach Simbabwe gezogen. In der Folge kam es zu schweren Sturmfluten und langanhaltenden Regenfällen.

In Mosambik kamen mindestens 446 Menschen ums Leben. Die Hafenstadt Beira, wurde zu 90 Prozent zerstört. Mehr als 100.000 Menschen in den Provinzen Sofala, Manica, Tete und Zambesia befinden sich in Notunterkünften.

In Simbabwe ist die Zahl Toten ist auf mindestens 154 gestiegen, hunderte werden noch vermisst. Besonders betroffen sind die Distrikte Chimanimani und Chipinge. Viele Regionen sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. In Malawi sind knapp eine Million Menschen von den Folgen des Zyklons sowie bereits seit Anfang März von starken Regenfällen und Überschwemmungen betroffen. Es wird von 56 Todesfällen berichtet. Mehr als 125.000 Menschen sind obdachlos .

Neben den akuten Auswirkungen werden in den drei Ländern auch massive Langzeitschäden erwartet. Viele Nutztiere sind ertrunken, auch ein Großteil der Felder wurde komplett zerstört. Kurz vor der Haupterntezeit eine Katastrophe, denn durch die Ausfälle droht eine extreme Nahrungsmittelknappheit.



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