Ein Highlight 2018: Zum Welt-Mädchentag wurde die neue globale Kampagne für die Rechte von Mädchen #GirlsGetEqual gestartet. © Plan International
Ein Highlight 2018: Zum Welt-Mädchentag wurde die neue globale Kampagne für die Rechte von Mädchen #GirlsGetEqual gestartet. © Plan International
27.12.2018 - von Plan Redaktion

Jahresrückblick 2018

Unsere Top 10 Highlights aus diesem Jahr

1. Plan initiiert „Girls‘ Rights Platform“
Im Februar hat Plan International eine Datenbank ins Leben gerufen, auf der über 1400 internationale Dokumente und Gesetzestexte rund um die Rechte von Mädchen hinterlegt sind: Die „Girls‘ Rights Platform“ - die Plattform für Mädchenrechte. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Mädchen in internationalen Gesetzestexten so gut wie nie explizit erwähnt werden. Stattdessen gehen ihre Bedürfnisse und die Schwierigkeiten, mit denen sie ihrem alltäglichen Leben konfrontiert sind, in der Masse unter. Mit gravierenden Folgen - denn gerade Mädchen werden aufgrund ihres Alters und ihres Geschlechts gleich doppelt diskriminiert und sind deshalb in vielen Bereichen des Lebens benachteiligt.

2. Einsatz gegen Kinderheirat auf der Weltfrauenkonferenz
Im März fand die jährliche Konferenz der UN-Frauenrechtskommission in New York statt, bei der Frauen aus der ganzen Welt über die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von Mädchen- und Frauenrechten diskutierten. Plan International war in diesem Jahr Teil der deutschen Regierungsdelegation und hat zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) einen Side-Event zum Thema "Maßnahmen zur Verhinderung von Kinderheirat" veranstaltet. "Wenn wir Kinderheirat bekämpfen wollen, müssen wir auch die Jungen und Männer mit ins Boot holen", betonte Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, in ihrer Rede, die sie vor internationalen Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit hielt.

3. Neue App verhindert 3.750 Kinderehen in Bangladesch
Plan International hat gemeinsam mit der Regierung von Bangladesch eine App entwickelt, mit der Standesbeamte das Alter von Braut und Bräutigam überprüfen können. Hintergrund ist, dass in Bangladesch immer noch mehr als die Hälfte der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden - obwohl Kinderheirat dort seit 1929 verboten ist. Um ihre Töchter oder Söhne trotzdem so früh wie möglich zu verheiraten, fälschen viele Eltern die Geburtsurkunden oder Personalausweise. Die App ist mit einer Datenbank verbunden, die die Identifikationsnummer jedes Einwohners gespeichert hat – und somit auch dessen Geburtsdaten. So kann sie anzeigen, ob die geplante Ehe legal ist oder nicht. Die Testphase bis Mai war ein voller Erfolg: In sechs Monaten wurden bereits 3.750 Kinderehen verhindert.

4. Plan veröffentlicht Studie zu „Mädchen in Krisenregionen“
Weltweit leben über 48 Millionen Kinder in Krisenregionen. Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen besonders gefährdet. Das zeigte die Plan-Studie „Heranwachsende Mädchen in Krisenregionen“, die in drei Teilen veröffentlicht wurde. Dafür hat Plan International in Kooperation mit der australischen Monash Universität rund 1.000 Mädchen und junge Frauen im Alter von 10 bis 19 Jahren in Südsudan, Bangladesch und der Tschadsee-Region nach ihren Erfahrungen gefragt. Anhand der Ergebnisse sollen passgenaue Maßnahmen zum Schutz von Mädchen und jungen Frauen in Krisenregionen entwickelt werden.

5. Glitzern und flitzen: Women’s Run 2018
Auch in diesem Jahr war Plan International Deutschland Charity-Partner der Laufserie BARMER Women’s Run. Die Laufevents 2018 starteten unter dem Motto „Glitzerflitzer“ im Juni in Stuttgart und fanden bis Oktober in sechs weiteren großen deutschen Städten statt: Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Hannover. Traditionell ist Plan in Hamburg mit zwei Teams über die Distanzen von fünf und acht Kilometern gestartet. Mit verschiedenen Mitmach- und Spendenaktionen wurden diese Saison 15.555 Euro an Spenden gesammelt, die in den Mädchen-Fonds von Plan International Deutschland fließen. Auch 2019 wird Plan wieder dabei sein. Das neue Motto lautet „Be active. Be happy. Be you!“

6. Leichtathletik-Sommer in Berlin
Sportlich ging es im August und September weiter. Plan war Charity-Partner zweier Großereignisse der Leichtathletik: der Europameisterschaft im August und dem Internationalen Stadionfest (ISTAF) in Berlin. Die Partner unterstützten das Plan-Projekt „Wasser für Schulen und Gemeinden in Ghana“. Damit sind sie Teil von Plans Sport-Initiative „Kinder brauchen Fans!“, mit der sich viele prominente Sportlerinnen und Sportler - unter anderem Sprinterin und Plan-Patin Gina Lückenkemper - sowie Vereine und Verbände gemeinsam mit Plan für Kinder in Entwicklungsländern engagieren.

7. Plan weltweit in Nothilfe-Einsätzen
Leider gab es auch in diesem Jahr wieder einige Naturkatastrophen und Krisen - so beispielsweise der Vulkanausbruch in Guatemala, das schwere Erdbeben auf Lombok oder die Flüchtlingskrise in Venezuela. Plan International hat in den betroffenen Regionen die humanitären Hilfsmaßnahmen unterstützt - mit Lebensmitteln, Hygieneutensilien und Notfall-Sets. Im Fokus stand dabei immer der besondere Schutz der Kinder in den betroffenen Regionen.

8. Ulrich Wickert und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller zeichnen Journalisten aus
Im September hat Plan International Deutschland gemeinsam mit der Stiftung Hilfe mit Plan den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte verliehen. Mit dem Journalistenpreis werden einmal im Jahr die vier besten Berichte und Reportagen zum Thema Kinderrechte ausgezeichnet. Sabine Bohland, Leiterin des ARD-Fernsehstudios in Nairobi, erhielt für ihren Weltspiegel-Beitrag „Die Perlenmädchen von Kenia“ die Auszeichnung in der Sparte Deutschland / Österreich. Internationale Preisträgerin ist Anuradha Nagaraj, Korrespondentin der Thomson Reuters Foundation in Indien. Ein Sonderpreis für die Medienarbeit von Jugendlichen ging an das Radioprogramm „Rincón Juvenil“ (Jugendecke) in Bolivien. Spiegel-Redakteur Claas Relotius wurde der Peter Scholl-Latour Preis aufgrund Betrugsverdachts entzogen. Neuer Preisträger ist Stern-Korrespondent Raphael Geiger für seinen Beitrag „Unter Ruinen das Leben“.

9. Studentin wird erste Bundesfinanzministerin Deutschlands
Anlässlich des Welt-Mädchentages am 11. Oktober übernahmen dieses Jahr 1.000 Mädchen in 70 Ländern der Welt einen Tag lang Führungspositionen in Politik und Wirtschaft und setzten damit ein Zeichen für die Gleichberechtigung. Die 21-jährige Celina Kühl übernahm in Deutschland symbolisch die Geschäfte des Bundesfinanzministers und Vizekanzlers Olaf Scholz in Berlin. Die Studentin diskutierte mit dem Minister über die Möglichkeiten für mehr politische Teilhabe von Jugendlichen und die Förderung der Gleichberechtigung. In Genf übernahm die in Hamburg lebende, aus dem Irak geflüchtete, 19-jährige Sandy Botros einen Tag lang den Twitter Account von George Okoth-Obbo, dem Beigeordneten Hochkommissar des UNHCR für „Humanitäre Einsätze“.

10. Plan startet neue globale Kampagne: Girls Get Equal
Unser absolutes Highlight dieses Jahr: Zum Welt-Mädchentag startete Plan International in über 40 Ländern der Welt die neue globale Kampagne für die Rechte von Mädchen: Girls Get Equal. Ziel dieser Kampagne ist, echte Gleichberechtigung für Frauen und Männer zu erreichen: gleiche Chancen, gleiche Teilhabe, gleiche Möglichkeiten - überall auf der Welt, in allen Bereichen. Sie alle sollen selbstbestimmt leben und die Welt um sich herum mitgestalten können. Zum Auftakt von #GirlsGetEqual am Welt-Mädchentag initiierte Plan International Deutschland gemeinsam mit drei prominenten Botschafterinnen, dem Model Toni Garrn und den Schauspielerinnen Wolke Hegenbarth und Emilia Schüle, eine Social Media-Aktion, bei der alle mitachen können.


Interessant? Weitersagen: