Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern, da die meisten Flüchtlinge lediglich in ein angrenzendes Nachbarland fliehen.
Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern, da die meisten Flüchtlinge lediglich in ein angrenzendes Nachbarland fliehen.

Flüchtlingshilfe weltweit

Kein Mensch flieht freiwillig aus seiner Heimat. Doch vor allem in Kriegssituationen rettet oft nur die Flucht das eigene Leben. Allein 230 Millionen Mädchen und Jungen weltweit müssen ihre Kindheit in Konfliktregionen verbringen. Wir von Plan International weiten seit Jahren unsere Maßnahmen zur humanitären Hilfe in Entwicklungsländern aus und unterstützen Flüchtlingsfamilien in Not. Angesichts der mit den Flüchtlingsströmen verbundenen Herausforderungen mahnt Plan International, die Rechte der Mädchen und Jungen nicht zu vergessen. Im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingskrise, fordern wir die Europäische Union und die Bundesregierung dringend auf, die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder mit Priorität zu behandeln. Die Kinder haben ein Recht auf Schutz, Zugang zu Bildung und psychosoziale Betreuung.

Flüchtlinge und Binnenvertriebene

Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr: fast 60 Millionen Menschen. Ihre Lage ist verheerend, und besonders für Kinder bedeutet Flucht eine große psychische und gesundheitliche Belastung. Mädchen und Jungen stellen etwa die Hälfte der Flüchtlinge.
 
Einige Familien fliehen innerhalb ihrer Heimatländer in eine gewaltfreie Provinz und gelten dann als „Internally Displaced Person“ (IDP). Solche Binnenvertriebene gibt es zum Beispiel in den Plan-Partnerländern Kolumbien und Myanmar. Diese Länder und das Schicksal der IDPs gehören zu den oft von der Öffentlichkeit „vergessenen“ Krisenherden, derer sich Plan International annimmt.
 
Vor allem flüchten Menschen über Staatsgrenzen hinweg in Nachbarländer – eine traumatische Erfahrung vor allem für Mädchen und Jungen. Sie sind besonders gefährdet, in solchen Situationen Opfer von Missbrauch und Gewalt zu werden. In verschiedenen Regionen Afrikas erreichten in den vergangenen Monaten Hunderttausende Flüchtlinge eines der dortigen Plan-Programmgebiete – und damit laufende Projektarbeit, zum Beispiel in Äthiopien, Burkina Faso, Kamerun, Niger, Tansania, Sudan und Südsudan. Für diese Kinder und ihre Familien organisiert die Kinderhilfsorganisation Plan International Soforthilfe.

Nothilfe und Kinderschutz

Plan International reagiert in diesen Ländern mit seinen Teams auf neu ankommende Flüchtlinge und analysiert deren Bedürfnisse, speziell die der Kinder. So können Hilfsmaßnahmen auch kurzfristig und genau für den jeweiligen Bedarfsfall entwickelt werden. Das reicht von der Grundversorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, über den Aufbau von Notunterkünften bis zur Einrichtung von Kinderschutzzonen – sie dienen der aktiven Umsetzung der Kinderrechte. In diesen gesicherten Bereichen sind die Mädchen und Jungen betreut, sie lernen und spielen geschützt vor Übergriffen.
 
Weitere Plan-Programme zielen ab auf die Ernährungssicherung und bieten beispielsweise Trainings für den Anbau von besonders dürreresistenten Pflanzen. Außerdem organisiert das Kinderhilfswerk den Aufbau von Latrinen und hilft dabei, das eigenständige Wirtschaften und Überleben der Flüchtlingsfamilien zu sichern.
 
In den Flüchtlingslagern setzen Plan-Teams regelmäßig solche existenzsichernden Maßnahmen um, die mit geringen Mitteln auskommen, aber große Wirkung entfalten. Mit innovativen Ansätzen setzen wir uns zudem für die Wiedereingliederung der Rückkehrenden in ihre Heimatgemeinden ein. Auch die Integration von Flüchtlingen in Gemeinden, die bereit sind, sie aufzunehmen, gehört zu den Aktivitäten.

Angesichts der Flüchtlingssituation weitet das Kinderhilfswerk Plan International, das bisher in 51 Entwicklungsländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens tätig ist, seine Arbeit auf Deutschland aus und schult Teams der Johanniter-Unfall-Hilfe zu Kinderschutz.

Langfristige Projekte zur Ursachenbekämpfung

Parallel zur humanitären Hilfe zielen die Programme von Plan International auf eine nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen ab – besonders für die Kinder. Die langfristige Projektarbeit erreichen wir insbesondere über unsere Patenschaften, alleine in Deutschland sind es rund 310.000. Plan International fordert die Bundesregierung auf, sich mit nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit verstärkt im Kampf gegen alle Flüchtlingsursachen zu engagieren und dafür im Bundeshaushalt mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklungszusammenarbeit ist eine bedeutende Möglichkeit, Fluchtursachen zu bekämpfen. Alle Vorhaben sollten im Sinne der globalen „Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele“ – den Sustainable Development Goals (SDGs) – den Menschen neue Perspektiven geben, damit sie vollständig, gleichberechtigt und effektiv am wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben partizipieren können. Eine solche nachhaltige Armutsbekämpfung setzt auch die konsequente Gleichberechtigung der Geschlechter voraus.

Das Leben im Flüchtlingslager Mahama in Ruanda ist hart, besonders für die Kinder. Im Weltgeschichten-Blog berichtet Pressereferent Marc Tornow, wie Plan International den Mädchen und Jungen ein Stück Normalität vermittelt.

Das Leben im Flüchtlingslager Mahama in Ruanda ist hart, besonders für die Kinder. Im Weltgeschichten-Blog berichtet Pressereferent Marc Tornow, wie...

Zum Blog-Beitrag

Plan International Geschäftsführerin Maike Röttger über die Ursachen von Fluch und was getan werden muss, damit Menschen in ihrer Heimat bleiben können.

Weitere Informationen zur Arbeit von Plan mit Flüchtlingen und unsere Forderungen finden Sie hier:

Unterstützen Sie mit einer Patenschaft die nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern.

Hilfe für Menschen in Notsituationen

Plan International finanziert unter anderem humanitäre Hilfe in Krisensituationen in Entwicklungsländern.

Jetzt online in den Nothilfe-Fonds spenden oder per Überweisung an:
Plan International Deutschland e. V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE92251205100009444933
BIC: BFSWDE33HAN
Stichwort: Nothilfe-Fonds

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