Nadja Tiller, seit vielen Jahren Plan-Patin, ist immer noch auf der Bühne aktiv. ©Schneider-Press
Nadja Tiller, seit vielen Jahren Plan-Patin, ist immer noch auf der Bühne aktiv. ©Schneider-Press

Nadja Tiller

Die in Wien geborene Film-Ikone aus der Wirtschaftswunderzeit ist seit vielen Jahren Patin bei Plan International. Ihr erstes Patenkind, ein Mädchen in Peru, ist mittlerweile erwachsen. Sie hatte die Patenschaft damals gemeinsam mit ihrem Mann Walter Giller übernommen, mit dem sie nach Hamburg gezogen und der inzwischen verstorben ist. Samma, ihr mittlerweile viertes Patenkind, lebt in Bangladesch.

Was hat Sie als Wienerin bewogen, Ihren Lebensabend in Hamburg zu verbringen?

Nachdem eine sehr gute Freundin aus Wien, die ich schon über 70 Jahre kenne, verstorben ist, hatte ich keine persönliche Bindung mehr an meine Geburtsstadt. Tochter, Sohn und unsere Enkelkinder leben heute in Zürich und in Athen. Mein Mann überzeugte mich, nach Hamburg zu ziehen, unter anderem auch wegen des vielseitigen Kulturprogramms. Diesen Schritt sind wir gemeinsam gegangen.

Sie und Walter Giller waren über 50 Jahre glücklich miteinander verheiratet – wie haben Sie beide das geschafft?

Es war wirklich ein großes Glück, so lange die Zeit zusammen verbringen zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich. Wie man das schafft? Für uns war es wichtig, uns einander so zu akzeptieren, wie man ist. Und sich auch immer wieder mal zurückziehen zu können. 

Gibt es gemeinsame Projekte, die Ihnen in besonders guter Erinnerung geblieben sind?

Die Dreharbeiten zu „Schloss Gripsholm“ von Tucholsky, da war unsere Tochter noch sehr klein, wir verlebten eine schöne Zeit. Unsere letzte gemeinsame Produktion „Begegnung am Nachmittag“, war ein Hörspiel von Henning Mankell, den ich sehr bewundere. Die Geschichte eines alten Ehepaares, das sich liebt und streitet. Das hat uns beiden sehr gefallen. 

Was ist das Positive am Älterwerden?

Das Alter macht einen freier, man wird unabhängiger davon, was andere über einen denken. Ich bin natürlich lange nicht mehr so fit und unternehmungslustig wie früher. Stattdessen sind es die kleinen Dinge, die mich beweglich halten: ein Frühstück auf dem Balkon oder ein Spaziergang an der Elbe.

Werden Sie häufig angesprochen?

Das hört nicht auf. Ich werde immer mal wieder angesprochen. Meistens natürlich von älteren Menschen. Das ist mitunter sehr rührend, wenn Gleichaltrige mir sagen: „Sie haben mich ein Leben lang begleitet.“

Was überzeugt Sie an der Arbeit von Plan International?

Plan macht hervorragende und vorbildliche Arbeit. Mir gefällt, dass die verschiedenen Projektbereiche, wie Bildung und Gesundheit, so gut ineinander greifen und auf Nachhaltigkeit angelegt sind. Auch finde ich gut, dass man die Entwicklung seines Patenkindes verfolgen kann.  

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