Plan International setzt sich gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen dafür ein, dass Gemeinden so gut wie möglich auf Naturkatastrophen vorbereitet werden. © Plan International/ MCCR
Plan International setzt sich gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen dafür ein, dass Gemeinden so gut wie möglich auf Naturkatastrophen vorbereitet werden. © Plan International/ MCCR
13.10.2019 - von Anabela Brandao

Zyklon in Myanmar: „Wir waren nicht vorbereitet.“

Der internationale Tag für Katastrophenvorsorge zeigt, wie sich Gemeinden auf drohende Katastrophen vorbereiten können.

Ko Khin Myo ist Fischer. Der 53-Jährige lebt in einem Dorf in Myanmar, das auf der südlichen Seite des Flusses Yangon liegt. 2008 zerstörte ein Zyklon einen Großteil der Häuser dort. „Obwohl es Warnungen im Radio gab, haben wir nicht damit gerechnet, dass es so schlimm wird. Wir waren darauf einfach nicht vorbereitet“, erinnert er sich. Dass er heute noch lebt, verdankt er eher dem Zufall. „Der Zyklon traf eine Stunde bevor wir Fischer normalerweise mit den Booten hinaus fahren auf Land. Das war Glück im Unglück, denn sonst wären sicher viele von uns gestorben.“

Heute ist er Mitglied im Komitee für Katastrophenmanagement und hilft dabei, seine Gemeinde besser auf Katastrophen vorzubereiten. Dazu gehört zum Beispiel das Erstellen von Bedarfs- und Evakuierungsplänen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können, oder auch das Anfertigen von Landkarten, auf denen verfügbare Hilfsmittel wie Baumaterial, Lebensmittel oder ärztliche Versorgungsstationen eingezeichnet sind. Ziel ist es, die Menschen so gut wie möglich auf drohende Gefahren vorzubereiten, damit sie sich möglichst gut schützen und präventive Maßnahmen ergreifen können. Ko Khin Myo: „Obwohl wir hier häufig Wirbelstürme oder Überschwemmungen erleben, wussten wir vorher so gut wie nichts über Katastrophenvorsorge. Durch das Projekt haben wir jetzt zum Beispiel einen Evakuierungsplan und wissen, was wir im Notfall tun müssen.“

Der Internationale Tag für Katastrophenvorsorge wurde 1989 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Der Tag, der jeden 13. Oktober stattfindet, soll mehr Bewusstsein dafür schaffen, wie entscheidend Vorsorge und die Resilienz sind, um Menschen vor den Auswirkungen von Wirbelstürmen, Erdbeben, Überschwemmungen oder anderen Katastrophen zu schützen. In diesem Jahr stehen die Auswirkungen von Katastrophenschäden an Infrastruktur und Grundversorgung im Fokus.

Plan International setzt sich als Mitglied des Myanmar Consortium for Community Resilience (MCCR) gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen dafür ein, dass die Gemeinden in den betroffenen Regionen so gut wie möglich auf solche Ausnahmesituationen vorbereitet werden. Die von der EU geförderten Projekte beinhalten unter anderem Präventionsmaßnahmen an Schulen und Krankenhäusern und sollen die Resilienz, also die Widerstandskraft von Gemeinden und Institutionen gegenüber Krisen und Katastrophen, stärken. Myanmar wird regelmäßig von Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Dürren, Erdbeben oder anderen Katastrophen heimgesucht und gehört zu den am meisten von Katastrophen bedrohten Ländern Asiens.

Die Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO) ist die Abteilung der Europäischen Kommission für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz im Ausland. Gemeinsam mit ihren Mitgliedstaaten ist sie der weltweite größte Geldgeber für humanitäre Hilfe. Sie finanziert unter anderem das Myanmar Consortium for Community Resilience (MCCR) - ein Zusammenschluss mehrerer lokaler und internationaler Hilfsorganisationen und Institutionen unter dem Dach der Europäischen Union. Es wurde 2012 gegründet. Zu den Mitgliedern des MCCR gehören neben Plan International auch ActionAid, Oxfam, UN Habitat, IOM, Humanity and Inclusion sowie weitere lokale Organisationen.


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