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Plan International setzt sich unter anderem mit dem Programm "Better Opportunities for Girls" in Mosambik dafür ein, dass Mädchen die Schule abschließen können und sich schädliche Praktiken und soziale Normen ändern. ©Plan International/ Pi Frisk
Plan International setzt sich unter anderem mit dem Programm "Better Opportunities for Girls" in Mosambik dafür ein, dass Mädchen die Schule abschließen können und sich schädliche Praktiken und soziale Normen ändern. ©Plan International/ Pi Frisk
26.08.2019 - von Anne Rütten

Neues Gesetz verbietet Kinderheirat in Mosambik

Plan International verhindert im Verbund mit anderen Nichtregierungsorganisationen Frühverheiratung in Mosambik.

Mit einem neuen Gesetzesbeschluss hat das mosambikanische Parlament das Mindestalter zur Heirat auf 18 Jahre festgesetzt. Damit hat die Regierung ein Schlupfloch im Familienrecht des Landes gestopft, durch das es Jugendlichen möglich war, mit der Zustimmung der Eltern bereits mit 16 Jahren zu heiraten - oder verheiratet zu werden.

"Diese Gesetzesänderung stellt eine historische Verpflichtung der mosambikanischen Regierung dar, die Rechte von Mädchen zu wahren. Damit ebnet das Gesetz Millionen von Mädchen, die ihrer Kindheit beraubt worden wären, den Weg, ihre Ausbildung fortzusetzen und ihr volles Potenzial zu entfalten. Es könnte eine ganze Generation junger Frauen aus der Armut befreien“, sagt Anne Hoff, Länderdirektorin von Plan International Mosambik.

Plan International spielte bei der Ausarbeitung des Gesetzes eine wichtige Rolle. Nicht nur schafften Aktionen wie die Pinkifizierung und Kampagnen wie Girls Get Equal über zweieinhalb Jahre Aufmerksamkeit für das Thema Gleichberechtigung. Auch arbeitete Plan International mit der nationalen Regierung sowie lokalen Verwaltungen Mosambiks, anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gemeindevorstehern, Jungen und Mädchen, Eltern und religiösen Vorständen zusammen, um das Gesetz auf den Weg zu bringen.

Plan International fordert die mosambikanische Regierung auf, das neue Gesetz nun zeitnah umzusetzen. Das Parlament sollte sich zudem mit den Ursachen von Kinderehen befassen und die ungleiche Behandlung der Geschlechter und schädliche soziale Einstellungen mit weiteren Programmen bekämpfen.

Mosambik hat eine der höchsten Kinderheirats-Raten der Welt: Fast die Hälfte der Mädchen dort heiraten vor ihrem 18. Geburtstag und mehr als jedes zehnte Mädchen wird vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Bei Mädchen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie früh schwanger werden und dadurch ihre Schulbildung nicht abschließen können. Sie sind dabei nicht nur einem hohen Risiko ausgesetzt, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, weil ihr Körper noch nicht dafür bereit ist, Mutter zu werden. Der fehlende Schulabschluss verwehrt Mädchen auch die Chancen auf ein besseres Leben fernab von Abhängigkeit, Fremdbestimmung und Armut.