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Die Mütter mit ihren Kindern in der Schule. © Plan
15.01.2016 - von Janina Schümann

Nepal: Unser Treffen mit den Patenkindern

In Teil hat Gina euch von der Ankunft in Nepal und von einigen Projekten berichtet. Lest hier, wie die Patinnen und Paten endlich auf ihre Patenkinder treffen!


Der große Tag ist gekommen. Thomas, einer der Paten, ist so aufgeregt, dass die anderen ihn immer wieder beruhigen müssen. Ich kann das gut verstehen. Ich weiß, das wird emotional. Jette und ich helfen, wo es nötig ist, ebenso unsere Kollegen aus Nepal.

300 Schulkinder

Wir fahren zu einer Schule, in der normalerweise über 300 Schülerinnen und Schüler lernen. Doch heute stehen alle bereit, um uns zu begrüßen, ein Spalier von Menschen, wieder Blumenketten, herzlicher bin ich noch nie irgendwo begrüßt worden. Ich merke, ich habe einen dicken Kloß im Hals. Gesine, eine Patin, flüstert mir zu: „Ich muss gleich heulen, aber ich will nicht. Sonst denken die Kinder womöglich, mir gefällt es nicht.“ Die Kinder zeigen uns im Schulhof eine Katastrophenschutzübung. Plan sorgt dafür, dass auch die Katastrophenvorsorge in gefährdeten Gebieten in den Unterricht integriert wird und Workshops dazu abgehalten werden. Dies kann eines Tages Menschenleben retten. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei. Jeder Klassensprecher weiß genau, wie viele Mitschüler er in der Klasse hat. Fehlt einer, dann treten die anderen in Aktion. Erste-Hilfe-Leistungen sind gut eingeübt. Ich bin schwer beeindruckt.

Kleingruppen aus Patenkind und Pate, Elternteil und Übersetzer

Und nun kommt der Moment, um den sich die ganze Reise dreht: Die Paten treffen auf ihre Patenkinder. Jedes Kind wird von einem Elternteil aus Kinderschutzgründen begleitet. Für jedes Paten-und-Patenkind-Grüppchen steht je ein Klassenzimmer zur Verfügung, auch ein Übersetzer von Nepali ins Englische. Einige Kinder sind sehr schüchtern und es braucht Fantasie, um das Eis zu brechen. Thomas hat ein transportables Puppenhaus mitgebracht, das einfach aufgeklappt wird. Im Nu ist das Klassenzimmer voller Kinder, die dieses Wunderwerk der Spielzeugkunst sehen wollen. Nach und nach gesellen sich auch einige Kinder zu mir. Sie wollen wissen, woher ich komme. Ich hole mein Handy hervor und zeige ihnen Fotos von Hamburg, vom Hafen, vom Meer und vom Strand. Das Staunen ist riesig. Die Kinder verlieren ihre Scheu und ich genieße die kleinen neugierigen Menschen, die mich umringen.

Mittagessen, Fußball, Tanzen ...

Die Zeit verfliegt so schnell. Glückliche Paten und Patenkinder wandern Hand in Hand zum Gebäude, in dem es ein leckeres gemeinsames Mittagessen gibt: traditionelles Nepali-Essen mit Reis, Linsen und Gemüse und etwas Huhn. Uli, Peter und Ute spielen Fußball mit den Kindern. Schließlich beginnt das kulturelle Programm. Nach einigen Tanzvorführungen der Mädchen und ihrer Lehrerin in farbenfrohen, wunderschönen Gewändern sind wir an der Reihe. Ich habe Lampenfieber.

... Singen, Spielen – und leider Abschiednehmen

Der Chor stellt sich auf, wir legen los. Boris gelingt es geschickt, die Kinder beim Refrain miteinzubinden. Besonders lustig wird es beim „Krokodi-Krokoda“. Alle amüsieren sich köstlich.

Ute, Gesine und Claudia führen für die Kleinen ein Kindergartenlied über Elefanten auf und Claudia und Thomas animieren die älteren Kinder zu einem Kreisspiel mit Hütchen.

Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu. Es werden Geschenke für die Schule übergeben und Reden gehalten. Unter Winken, Verabschiedungen und Versprechen werden wir zu den Fahrzeugen geleitet und dabei mit Blümchen beworfen. Wir sind alle so emotional berührt, dass im Auto kaum gesprochen wird. Das müssen wir alle erst einmal verarbeiten.

Während des abendlichen Treffens im Plan-Büro in Hetauda erholen wir uns bei Tee und Kaffee. Natürlich gibt es viele neue Fragen nach all den Eindrücken. Anil und Neeta überreichen uns wunderschöne Schals als Abschiedsgeschenk.

Der folgende Tag ist für die Rückfahrt nach Katmandu reserviert. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen in einem Folklore-Restaurant folgt am nächsten Tag schon der Rückflug. Jeder von uns hat Nepal tief ins Herz geschlossen, vor allem die Menschen dort. Ich weiß, das war nicht mein letzter Besuch, ich komme wieder.