In der Dominikanischen Republik besuchen Plan-Mitarbeiter:innen Familien in den Projektgemeinden, um sie über das Coronavirus zu informieren und Nothilfepakete zu verteilen. ©Plan International
In der Dominikanischen Republik besuchen Plan-Mitarbeiter:innen Familien in den Projektgemeinden, um sie über das Coronavirus zu informieren und Nothilfepakete zu verteilen. ©Plan International
09.07.2020 - von Pia Arndt

Corona-Krise global: Schwerpunkt Lateinamerika

Covid-19 hat auch die 12 lateinamerikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier.

In den Staaten Zentral- und Südamerikas haben sich die Fallzahlen sehr unterschiedlich entwickelt. Eine besonders große Anzahl infizierter Personen ist mit über 1 Million Fälle in Brasilien zu finden, während in dem Nachbarstaat Paraguay nur wenige tausend Menschen betroffen sind.
In den Ländern dieser Region bestehen bzw. bestanden umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. In Peru beispielsweise müssen sich alle Menschen zu Hause oder in einer Unterkunft aufhalten. Das Verlassen ist nur zu besonderen Gelegenheiten gestattet, so etwa für einen Angehörigen des Haushalts, um notwendige Lebensmittel einzukaufen sowie eine Bank oder Apotheke zu besuchen, ebenso für Personen, die sich im Notfall in ärztliche Behandlung begeben müssen. Die Grenzen des Landes sind geschlossen. Nicht nur in Peru werden die Schulen dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr öffnen.


In El Salvador hat sich die Abriegelung negativ auf die am stärksten gefährdeten Familien, auf Menschen ohne feste Arbeit und auf diejenigen, die nur begrenzten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen haben, ausgewirkt. Kinder in Plan-Gemeinden haben oft keinen Zugang zum Internet, um an staatlich finanziertem Online-Lernen teilzunehmen. 14 Millionen Menschen in Lateinamerika und in der Karibik könnten in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie nach Prognosen des Welternährungsprogramms ernsthafte Ernährungsunsicherheit erfahren.


Es ist zu erwarten, dass sich durch die Covid-19-Pandemie die Sicherheitssituation erneut verschlechtert, dazu gehören etwa Ladendiebstahl, Raubüberfälle im Haus, häusliche Gewalt, Plünderungen, Erpressung und geschlechtsspezifische Gewalt.

Insgesamt erreicht Plan International in Lateinamerika mit den Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 3,2 Mio. Menschen. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • Ecuador: Eine Million Lebensmittelrationen wurden bislang innerhalb des Landes verteilt. Plan Ecuador lieferte Hygiene-Kits an über 1.000 Familien in Guayas, Loja, Manabí und Santa Elena. Zudem konnte Plan in über 30 Radiosendungen zu gesunder Ernährung über gesunde Ernährung, gewaltfreie Erziehung und Kinderschutz informieren.
  • Bolivien: Plan International Bolivien setzte die Lieferung von Lebensmittelkits an betroffene Familien in Tarija, La Paz und Santa Cruz fort. Insgesamt profitierten 2323 Familien aus ländlichen Gemeinden von den verteilten Nahrungsmittelpaketen. In Tarija und La Paz wurden außerdem Hygiene-Kits verteilt.
  • Brasilien: In Maranhão und Piaui stellte Plan International Brasilien Informationsmaterial zum Kinderschutz zur Verfügung und setzte eine Kinderschutzkampagne in São Paulo fort. Zudem wurden verschiedene Kampagnen in den sozialen Medien zum Thema reproduktive Gesundheit und Rechte durchgeführt, die 12.500 Familien erreichten. Lieferungen von Hygiene- und Lebensmittelkits in Maranhão wurden fortgesetzt.
  • Kolumbien: Die kolumbianische CO hat Geldtransferhilfen für die Ernährungssicherheit und Prävention von Covid-19 in den Gemeinden Bolívar und Sucre zugesichert. Außerdem wurden Hygienesets an Familien und Einzelpersonen zur Prävention von Covid-19 verteilt, wobei Lieferungen von Menstruationshygieneprodukten für Jugendliche und Frauen Vorrang hatten.
  • El Salvador: Mitarbeitende des Gesundheitsministeriums in Cabañas, La Libertad und San Salvador erhielten Schutzkits mit Masken, Gläsern, Alkohol, Thermometern und anderem benötigtem medizinischem Material. Plan International konnte mit Bargeldtransfers weitere betroffene und gefährdete Familien in La Libertad, Chalatenango, Cabañas, Cuscatlán und San Salvador erreichen.
  • Guatemala: Es wurden Lebensmittelpakete für 3.100 Familien von Patenkindern unter 5 Jahren, die in Gebieten mit dem größten Risiko der Ernährungsunsicherheit leben, organisiert. Die Lieferungen werden an die Programmeinheiten Jalapa und Baja Verapaz erfolgen.
  • Haiti: Plan International Haiti hat eine Aufklärungskampagne zum Schutz vor Covid-19 im Südosten des Landes umgesetzt. Haitianischen Beamt:innen führten in verschiedenen Gemeinden im Nordosten und Nord-Osten eine Sensibilisierungskampagne zu Covid-19 durch.
  • Honduras: Plan International Honduras konnte 5 Flüchtlingszentren für junge Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, mit Hygiene- und Lebensmittelkits ausstatten.
  • Paraguay: Plan International Paraguay konnte weitere Entbindungshygiene-Sets an Mädchen und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren in Guaira, Paraguari und San Pedro verteilen. Indigene Gemeinschaften in Caaguazu, San Pedro und Paraguari erhielten Grundnahrungsmittel-Kits.
  • Peru: Infos folgen!
  • Venezuela: Plan International Venezuela hat Selbstversorgungskits an das Gesundheitspersonal des Aida-Krankenhauses in Montilva de Bailadores und Táchira geliefert. Gleichzeitig wurde Schutzkleidung an Familien in Anzoátegui, Bolivar und Carabobo verteilt. Drei Schulen in Táchira (Liceo Bolivariano Libertador, Pedro-Maria-Morantes-Schule und Gustavo-Nietos-Schule) erhielten Hygiene-Kits zum Schutz vor Covid-19. Die Aktion erreichte 570 Menschen (Kinder und Erwachsene). In Anzoátegui, Bolivar, Carabobo und Táchira erhielten Kinder Zugang zu pädagogischer Beratung, die im Rahmen der vom Bildungsministerium festgelegten Fernunterrichtsstrategie stattfanden. In Cusco konnten Schüleri:nnen gleichzeitig an Informationsveranstaltungen zur landesweiten Kampagne "Ich lerne zu Hause" teilnehmen.

Unsere weltweite Corona-Nothilfe können Sie hier unterstützen: https://www.plan.de/jetzt-helfen/start/nothilfe-corona-katastrophe.html


Aktuelle Informationen aus unserem digitalen Plan-Abend: Coronavirus in Lateinamerika



Interessant? Weitersagen: