In der Region Mopti (Mali) haben sich Plan-Aktivistinnen zusammengeschlossen, um die Menschen über das Coronavirus und über Präventivmaßnahmen zu informieren. ©Plan International
In der Region Mopti (Mali) haben sich Plan-Aktivistinnen zusammengeschlossen, um die Menschen über das Coronavirus und über Präventivmaßnahmen zu informieren. ©Plan International
09.07.2020 - von Pia Arndt

Corona-Krise global: Schwerpunkt Afrika

Von der Covid-19-Pandemie sind auch die 25 afrikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier.

In den Plan-Programmländern Afrikas sind die Fallzahlen von mit dem Corona-Virus infizierten Menschen glücklicherweise noch nicht sehr hoch. Am stärksten betroffen sind Ägypten sowie Ghana und Kamerun. Wie in vielen anderen Teilen der Welt ist die Dunkelziffer sehr hoch, da Testmöglichkeiten nicht im ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. 

Viele Regierungen in dieser Region verhängten strenge Ausgangsbeschränkungen. Einige Länder im westlichen Afrika erleben nun eine bedeutende "Wiedereröffnung". Von besonderer Wichtigkeit für Kinder und Jugendliche ist die geplante Wiederaufnahme des Schulbetriebs, unter anderem in Benin, Kamerun, Mali, Niger und Senegal - entweder vollständig oder beschränkt auf Schülerinnen und Schüler, die Prüfungen ablegen. Es wird befürchtet, dass die Entscheidung zur Aufhebung der Eindämmungsbeschränkungen zu einem Anstieg der Zahl der Covid-19-Fälle führen könnte, da die international empfohlenen Präventivmaßnahmen, z.B. soziale Distanzierung, Tragen von Masken usw., nur unzureichend praktiziert werden.

In vielen Programmländern der Region bleiben jedoch strenge Beschränkungen wie Ausgangssperren und Reisebeschränkungen vorerst bestehen und wirken sich besonders auf die Lebensumstände der ärmeren Bevölkerungsteile aus.

Kinder, und insbesondere Mädchen, müssen während der Krise noch mehr Haushaltsaufgaben übernehmen als sonst, was stets das Risiko birgt, dass Familien auch nach Schulöffnung die Wichtigkeit von Schulbildung vernachlässigen. Außerdem sind Mädchen in dieser Situation verstärkt dem Risiko von (sexualisierter) Gewalt, Genitalverstümmelung und Kinderheirat ausgesetzt und gefährdet. In einigen Gegenden Westafrikas, wie etwa in der Tschadsee-Region, herrscht zudem noch immer eine schlechte Sicherheitslage aufgrund der Aktivität von Terrororganisationen oder poltischer Auseinandersetzung.


Die Hilfsorganisation Plan International hat mit seinen Nothilfeprogrammen bisher rund 8,1 Mio. Menschen im westlichen und zentralen Afrika, sowie 8,2 Mio. Menschen im östlichen und südlichen Afrika erreicht. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • Kenia: 1350 Handdesinfektionsmittel wurden an Boda-Boda Fahrer (Fahrrad- und Motorrad-Taxis) verteilt. Auch Gesundheitszentren wurden ausgestattet. Zudem wurden Seifen (1700 Stangen) und 4.832 Packungen Menstruationsbinden an Patenkinder in den Programmgebieten Bondo, Kisumu und Homabay verteilt.
  • Ghana: In 40 Gemeinden wurde Informationsmaterial zur Prävention und zum Schutz von Kindern im Rahmen von Covid-19 verteilt. Die Aktion erreichte insgesamt 7.896 Personen, bestehend aus 3772 Erwachsenen und 4124 Kindern. Zudem erhielten Mädchen und junge Frauen, die infolge von Covid-19 arbeitslos geworden sind, Unterstützung beim Erwerb von berufsqualifizierenden Fertigkeiten wie dem Nähen von Gesichtsmasken und wiederverwendbaren Damenbinden. In 8 Gemeinden erhielten 196 Mädchen sogenannte Dignity-Kits, Diese enthalten neben Hygieneprodukte wie Seife und Desinfektionsmittel, auch Menstruationsprodukte. Präventionsmaßnahmen zu Covid-19 erreichten in 28 Gemeinden mit Hilfe eines Infodienstwagens in Sissala West und Ost 4.200 Menschen (1.400 Mädchen, 900 Jungen, 1.200 Frauen, 700 Männer).
  • Benin: In Adjohoun erreichte eine Sensibilisierungskampagne für Covid-19 604 Personen (342 Frauen, 262 Männer). In Zusammenarbeit mit dem Global Fonds wurden 2.000 Ernährungspakete an Frauen und Kinder, die mit HIV leben, ausgeteilt. Zudem haben Vermittler:innen landesweit Informationsveranstaltungen durchgeführt, um über Präventionsmaßnahmen und den Umgang mit der weltweiten Corona-Pandemie zu informieren. Die Aktionen erreichten insgesamt 6.545 Menschen (65 Mädchen, 53 Jungen, 4.452 Frauen, 1.975 Männer).
  • Burkina Faso: Eine von Plan International Burkina Faso durchgeführte Sensibilisierungsmaßnahmen zu Covid-19 erreichten 812 Frauen, 747 Männer und 1225 Mädchen in der Provinz Ziro.
  • Kamerun: Freiwillige, die im Rahmen des 4Girl Plan geschult wurden, führten Sensibilisierungsmaßnahmen zu Covid-19 durch. Insgesamt konnten in 60 Gemeinden in Lagdo und Tcheboa 21.302 Menschen erreicht werden (943 Mädchen, 473 Jungen, 10.728 Frauen, 9.158 Männer).
  • Guinea: Plan International Guinea verteilte vom 29. Juni bis 09.Juli an Gemeindemitarbeiter und Peer Educators 5.847 Seifen, 1.149 hydroalkoholische Gels und 12.007 Gesichtsmasken. In Schulen in der Präfektur Guéckédou konnte mit gemeinsamen Mitteln der irischen Entwicklungshilfe der Unterricht wieder aufgenommen werden. Es wurden 10.000 Gesichtsmasken und Schulrevisionskits verteilt. 512 Schüler:innen konnten die Sekundarschulprüfung ablegen.
  • Guinea Bissau: Die Verteilung von Covid-19 Präventionsmaterial in 326 Gemeinden in den Regionen Bafata und Gabu (Seife, Bleichmittel und Reis) erreichte 20.106 Patenkinder (7.773 Jungen, 12.333 Mädchen).
  • Liberia: In 6 Distrikten wurden 8.016 Stück Wäscheseifen und 8.028 Badeseifen an 2.009 stillende Mütter verteilt. Mit der Hilfe von Plan International konnten Community Health Assistants (CHAs) und Community Health Service Supervisors 10.028 Haushalte (8.026 Frauen) über Präventionsmaßnahmen in Zusammenhang mit Covid-19 informieren.
  • Mali: In 67 Dörfer konnten Hygiene-Kits (Seifen und Handwaschstationen) an 15.165 Mädchen, 13.640 Jungen, 24.184 Frauen und 21.765 Männern verteilt werden.
  • Niger: Um Informationen über die Corona-Pandemie, Präventionsmaßnahmen, Kinderschutz und geschlechtsspezifischer Gewalt in der Region Diffa bereitzustellen, wurden gemeinsam mit norwegischen MFA-Mitteln Gelder für den Kauf von 30 Radios, 40 USB-Sticks, Kommunikationskrediten für 30 Jugendliche und die Gemeinde (15 Frauen, 15 Männer) bereitgestellt. Zudem installierte Plan International Niger 80 Handwaschstationen für 24.289 Schüler:innen; 3.651 Jungen, 4.512 Mädchen in der Sekundarschule und 7.937 Jungen, 8.183 Mädchen in der Grundschule und 6 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen (2 Mädchen, 4 Jungen) mithilfe von ECW-Mitteln in Maradi und Tillaberi.
  • Nigeria: Im Bundesstaat Adamawa und Borno finden derzeit Mentorensitzungen für 65 Vermittler:innen zu aktuellen Herausforderungen beim Kinderschutz statt. 2254 Begünstigte (weiblich 2254, männlich 0) registrierten sich für die Verteilung von Hygiene-Kits und Wasserreinigern in Kaga und Mafa LGA.
  • Senegal: Plan International Senegal organisierte in Dakar zwei Radiosendungen, die vom Plan-Response-Koordinator, 2 weiblichen Führungskräften und 1 Partnerorganisation moderiert wurden und etwa 107.373 Personen erreichten. Der Jugendverband FORJEL produzierte mit Plan 2 Aufklärungsvideos zum Thema geschlechtsspezifischer Gewalt und Covid-19, die 10.550 Menschen in Saint-Louis erreichten. Zudem 686 Mädchen erhielten 1.000 wiederverwendbare Menstruationsbinden, um sie bei der Wiederaufnahme ihrer Schulbildung zu unterstützen. Außerdem wurden 75 Pedalwaschbecken, 100 Hygiene-Sets und 2.400 Masken bereitgestellt, von denen 5.264 Schüler:innen (2.932 Jungen, 2.332 Mädchen) und 165 Lehrer:innen (120 Männer, 45 Frauen) in Kédougou profitierten.
  • Sierra Leone: Plan International Sierra Leone hat 87.000 Menstruationshygiene-Kits für 870 Mädchen in Port Loko in ländlichen und städtischen Gebieten bereitgestellt.
  • Togo: Plan International Togo führte in Adangbé Aufklärungsveranstaltungen durch, die Eltern über gesundheitliche Risiken wie die Folgen 

Unsere weltweite Corona-Nothilfe können Sie hier unterstützen: https://www.plan.de/jetzt-helfen/start/nothilfe-corona-katastrophe.html

 


Aktuelle Informationen aus unserem digitalen Plan-Abend: Coronavirus in Afrika



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