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Plan International Mitarbeitende stehen vor Fahrzeug
Mitarbeitende von Plan International Sudan
24.06.2026

Sudan: Humanitäre Lage in Nordkordofan droht zu eskalieren

Hamburg, 24.06.2026 – Eine neue humanitäre Katastrophe im Sudan könnte unmittelbar bevorstehen. Seit Tagen warnen die Vereinten Nationen und viele Hilfsorganisationen wie Plan International eindringlich davor, dass es in El Obeid, der Hauptstadt von Nord-Kordofan, ähnlich wie in El Fasher zu massiven Angriffen gegen die Zivilbevölkerung kommen könnte. Mohamed Kamal, Länderdirektor von Plan International Sudan: „Hunderttausende Zivilisten sind in unmittelbarer Gefahr. Neue Gräueltaten an der Zivilbevölkerung müssen um jeden Preis verhindert werden. Mädchen und Frauen riskieren bei einer Übernahme der Stadt massive sexualisierte Gewalt. Schon jetzt versuchen viele Menschen, die Stadt zu verlassen. Wir alle haben miterlebt, welche verheerenden Folgen es für die Zivilbevölkerung hat, wenn Gewalt dicht besiedelte Städte trifft. Worauf warten wir? Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln.“ 

Seit zwei Wochen wird die strategisch wichtige Hauptstadt von Nord-Kordofan, in der 563.000 Menschen leben, mit Drohnen angegriffen. Am Dienstag wurde das größte Geflüchteten-Camp der Stadt von Drohnen getroffen, mit mehreren Toten und neun schwer verletzten Kindern. Mohamed Kamal: „Das sind furchtbare Nachrichten. Die Not vor Ort ist immens, die Hitze extrem. Ein Glas Wasser ist für Tausende zu einem unerfüllbaren Traum geworden. Wir brauchen eine sofortige humanitäre Waffenruhe, um Leben retten zu können.“

Plan International arbeitet seit 1977 im Sudan und ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die aktuell noch in Nord- und Süd-Kordofan tätig sind und die Zivilbevölkerung mit Hilfsgütern versorgen. Mohamed Kamal: „Zunehmend geraten humanitäre Helfer selbst in den Fokus bewaffneter Auseinandersetzungen und werden gezielt angegriffen. Es ist sehr riskant geworden, Konvois mit Hilfsgütern durchs Land zu bringen. Wir setzen dabei täglich unser Leben aufs Spiel.“ El Obeid ist ein zentraler Knotenpunkt in der Region und stellt eine wichtige Verbindung zur Hauptstadt Karthum dar. Die Stadt beherbergt mehr als 100.000 Geflüchtete, die aus anderen Teilen Sudans dorthin geflohen sind. 

Seit über drei Jahren ist der Sudan von einer der größten humanitären Krisen der Welt betroffen. Über vier Millionen Menschen mussten das Land verlassen, elf Millionen Sudanes:innen sind teils mehrfach innerhalb ihres Landes vertrieben worden. Zwei Drittel der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, in Teilen des Landes herrscht extremer Hunger. 


Weitere Informationen sowie Interviewanfragen mit Mohamed Kamal:
Plan International Deutschland e. V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg
Claudia Ulferts, Pressereferentin, Tel. 040 / 60 77 16-267 presse@plan.de