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05.10.2026

Klimawandel: Große Sorgen in Deutschland, harte Realität im Globalen Süden

Hamburg/Berlin, 05.10.2026 – 

Der Klimawandel macht Mädchen und Frauen weltweit zu schaffen. Das sind die Ergebnisse einer mit forsa in Deutschland durchgeführten repräsentativen Umfrage sowie des Weltmädchenberichts, einer jährlichen internationalen Befragung der Kinderrechtsorganisation Plan International. Die beiden voneinander unabhängig durchgeführten Erhebungen zeigen: In Deutschland beschäftigen sich 82 Prozent der befragten 14- bis 29-jährigen Mädchen und jungen Frauen stark mit dem Thema Klimawandel, 83 Prozent davon wiederum fühlen sich stark oder sehr belastet. Im globalen Süden berichteten 48 Prozent von anhaltenden seelischen Belastungen in Not- und Katastrophensituationen.


Bei den konkreten Folgen des Klimawandels auf die Lebensrealität der Befragten zeigen sich deutliche Unterschiede: In Deutschland nannten die Mädchen und jungen Frauen, die sich stark oder sehr stark belastet fühlen, vor allem Sorge vor Extremwetter und Naturkatastrophen, vor zunehmender Hitze, Dürren und Wasserknappheit. Auch finden 79 Prozent der Befragten, dass ihre Sichtweisen von der Politik nicht ausreichend berücksichtigt werden. Im globalen Süden verändern die Folgen des Klimawandels das Leben und die Zukunftsperspektiven von Mädchen und jungen Frauen schon sehr konkret. Hier wirkt der Klimawandel wie ein Verstärker bestehender Ungleichheiten und fördert Frühverheiratung und ungewollte Schwangerschaften.


„Die Auswirkungen des Klimawandels für Mädchen und junge Frauen im globalen Süden sind gravierend“, sagt Justus Schneider, Experte für Klimagerechtigkeit von Plan International Deutschland. „Infolge von Klimaextremen erleben sie massive Einschränkungen und Rechteverletzungen, die ihr Leben grundlegend bestimmen. Jede zehnte Befragte wurde in solch einer Situation minderjährig verheiratet und/oder ungewollt schwanger.“ 

Fast Dreiviertel der Befragten im neuen Weltmädchenbericht „Change her Forcast“ gaben an, nicht mehr an Menstruations- oder Verhütungsprodukte zu gelangen oder medizinische Versorgung bekommen zu können. Gründe dafür waren geschlossene Kliniken oder Gesundheitsstationen nach Extremwetterereignissen sowie zerstörte Infrastruktur. Justus Schneider: „Wird auch der Schulbesuch wegen Klimakatastrophen oder finanziellen Nöten der Familie beendet, verdoppelt sich für Mädchen das Risiko, minderjährig verheiratet oder ungewollt schwanger zu werden. Schule ist der wichtigste Hebel zum Schutz von Mädchen nach Wetterextremen.“


Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen Dürren und Frühverheiratung. Wenn Familien schleichend ihre Lebensgrundlagen verlieren, oder Mädchen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen von der Schule genommen werden, steigen die Zahlen für Früh- und Zwangsverheiratungen deutlich an.


Plan International fordert deshalb klimaresiliente Bildungssysteme, eine gezielte Finanzierung für die Gesundheit von Mädchen und Frauen sowie Maßnahmen, um in Not geratene Familien zu entlasten. Justus Schneider: „Wir brauchen vor allem Klimapläne, die die besonderen Bedürfnisse von Mädchen berücksichtigen. Dazu gehören eine verlässliche Gesundheitsversorgung und Zugang zu Menstruations- und Verhütungsmitteln auch in Krisen. Schule ist kein Luxus, sondern der wirksamste Schutz vor Gewalt, Früh- und Zwangsverheiratung oder ungewollter Schwangerschaft.“


Für den Bericht „Change her Forecast – Wie die Klimakrise sexualisierte Gewalt, Frühverheiratung und ungewollte Schwangerschaften begünstigt“ wurden 5.000 Mädchen von 15 bis 24 Jahren in Bangladesch, Kenia, Peru, Senegal und Simbabwe befragt. Zudem wurde eine groß angelegte Analyse von Gesundheits- und Klimadaten aus 50 Ländern durchgeführt.


Den vollständigen Weltmädchenbericht (englisch) und weiteres Material finden Sie unter: www.plan.de/weltmaedchentag


Die betreffenden Ergebnisse der forsa-Befragung stellen wir gerne zur Verfügung.


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