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02.12.2016 - von Janina Schümann

Kinder mit Behinderungen dürfen nicht länger ausgegrenzt werden

„Include us!“ heißt die Konferenz, die Plan International vom 6. bis 8. Dezember in Nepal ausrichtet. Ziel ist es, Mädchen und Jungen mit Behinderungen weltweit besser in die Gesellschaft einzubinden.


Erschwerte Bedingungen

Weltweit leben etwa 150 Millionen Kinder mit einer Behinderung*. Mädchen und Jungen mit einer Behinderung sind in ihren Gemeinden besonders gefährdet und werden häufig ausgegrenzt. Sie leben unter besonders schweren Bedingungen, wie beispielsweise Armut, Diskriminierung und Gewalt. Obwohl für fast alle Mädchen und Jungen die Grundschulpflicht besteht, bleibt vielen Kindern mit Behinderungen auf dieser Welt der Zugang zu Bildung verwehrt. Durch die fehlenden Schulbesuche verlieren sie den Anschluss an die Gesellschaft.

Große Herausforderungen für alle Seiten

Kinder mit Behinderungen besuchen 10-mal seltener die Schule als Kinder ohne Behinderungen*. Und auch wenn Mädchen und Jungen mit Behinderungen die Schule besuchen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Schule abbrechen größer als bei den Gleichaltrigen ohne Behinderung. Die Hälfte der geschätzten 65 Millionen Kinder mit Behinderungen im Grund- und Sekundarschulalter in Entwicklungsländern geht nicht zur Schule*. Besonders erschwerend für Mädchen und Jungen mit einer Behinderung ist das begrenzte Verständnis des Betreuungs- und Lehrpersonals, das häufig voller Vorurteile ist.

Fehlende Gleichberechtigung für Mädchen

Obwohl sowohl Mädchen als auch Jungen mit Behinderungen Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind, sind Mädchen häufiger betroffen. Sie erfahren zahlreiche Formen der Diskriminierung. Aufgrund ihrer Behinderung und ihres Geschlechts begegnen sie häufiger Ungerechtigkeiten und Vorurteilen. Diese doppelte Diskriminierung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sie zur Schule gehen und an Gesundheitsbehandlungen teilnehmen: Sie werden oft als Belastung für ihre Familien und als nicht produktive Mitglieder der Gesellschaft angesehen

Schwerpunkt auf Inklusion und Bildung

Plan International setzt den Schwerpunkt auf den gleichberechtigten Zugang zu Bildung, auf deren Qualität und das Durchsetzen einer entsprechenden Gesetzgebung . Um sicherzustellen, dass jedes Kind Zugang zu Bildung erhält, setzt die Kinderhilfsorganisation einen besonderen Schwerpunkt auf die frühkindliche Erziehung. In den letzten fünf Jahren hat Plan International in über 40 Ländern Kinder und Jugendliche mit Behinderungen den Zugang zu Grund- und Sekundarbildung erleichtert. Dazu gehören auch Schulungen im Bereich Physiotherapie und Rehabilitation. Die von Plan International 2016 ausgerichtete Include Us!-Konferenz bringt Abgeordnete aus über 40 Ländern zusammen, damit sie sich über die Themen Inklusion, Gleichberechtigung und Mädchenrechte austauschen und vernetzen.

Verbindung globaler Ziele (SDGs)

Im vergangenen Jahrzehnt hat es große Fortschritte bezüglich der Rechte von Menschen mit Behinderungen gegeben. Die Integration von Mädchen und Jungen mit Behinderungen ist auch Bestandteil der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Diese machen deutlich, dass Menschen mit Behinderungen ebenso Recht auf Bildung, Beschäftigung, Anbindung, Registrierung, Begleitung und das Entwickeln ihrer Potentiale haben wie Menschen ohne Behinderung. Es kann kein globales Ziel erreicht werden, wenn es nicht für alle gilt. Frühkindliche Betreuung und Bildungsprogramme müssen Grundlage für die Einbindung von Kindern mit Behinderungen in der Gesellschaft sein.

*WHO/World Bank (World Report on Disability, p.36)

* Plan International (2013) Include us! A study of disability amongst Plan International’s sponsored children: Full Report.

plan-international.org/publications/include-us

*  The International Commission on Financing Global Education Opportunity Report 2016: The Learning Generation: Investing in Education for a Changing World, report.educationcommission.org/wp-content/uploads/2016/09/Learning_Generation_Full_Report.pdf