Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
24.11.2020 - von Anne Rütten

Corona-Krise global: Schwerpunkt Asien

Die Corona-Pandemie stellt aktuell immer noch eine Herausforderung dar, die weltweit den Alltag von Menschen beeinflusst. Wie unsere Programmregionen betroffen sind, was das für unsere Patenschaften und unsere Arbeit vor Ort bedeutet, lesen Sie hier.

Im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Seitdem ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden.

In vielen asiatischen Programmländern sind die Corona-Fallzahlen in den letzten Monaten gesunken. Einen regionalen Brennpunkt stellt momentan das bevölkerungsstarke Indien dar. Die in den Ländern zuvor oft landesweit verhängten strikten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Reisebeschränkungen wurden vielerorts gelockert. So konnten unsere Kolleg:innen in den meisten Ländern unter Einhaltung von Infektionsschutz-Maßnahmen ganz oder wenigstens teilweise zum Arbeitsalltag zurückkehren.

Eine große Herausforderung bleibt die weitreichende Schulschließung. Während etwa in Vietnam und China wieder Präsenzunterricht stattfinden kann, sind in den meisten anderen Ländern die Schulen weiterhin geschlossen und Unterricht findet als Fernunterricht über das Internet oder Radio statt. Dort wo Schulen wieder geöffnet sind, statten wir diese daher mit Handwaschstationen, Seife und Desinfektionsmittel aus, um den Schulbesuch sicher zu gestalten. In Ländern mit weiterhin geschlossenen Schulen unterstützen wir die Durchführung des Fernunterrichts, etwa mit Schulmaterialien für die Kinder zuhause und der Ausstrahlung von Unterrichtsprogrammen über Radiostationen.

Insgesamt bedroht die Covid-19-Pandemie auch in Asien die Fortschritte, die bei der Umsetzung der Kinder- und Mädchenrechte in den letzten Jahrzehnten erzielt wurden. Das Risiko für Kinderehen und frühe Schwangerschaften sowie für geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt, insbesondere gegenüber Mädchen, nimmt zu. Zudem kämpft die Bevölkerung etwa in Teilen von Vietnam und den Philippinen aktuell mit schweren Überschwemmungen infolge von Unwettern.


Aktuelle Informationen aus unserem digitalen Plan-Abend: Coronavirus in Asien

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Insgesamt erreicht Plan International in Asien mit den Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 35,5 Millionen Menschen. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • Bangladesch: Im Geflüchteten-Camp Cox's Bazar wurden 2.715 Familien mit Barzuschüssen unterstützt, 17.949 Personen erreichten Aufklärungsaktionen zum COVID-19 Virus. Zudem konnten an ca. 60.000 Menschen Gesichtsmasken ausgeteilt werden und Mädchen und junge Frauen in 5.406 Haushalten erhielten Menstruations-Hygiene-Kits. In Teknaf erhielten 4.000 Ladenbesitzer Gesichtsmasken und 52 Gesundheitsdienstleister wurden mit Schutzmaterialien nach WHO PPE Standards (Personal Protection Equipment) ausgestattet. Ein Arbeitsnetzwerk mit Community Radio in Bangladesch hat zur Verbreitung von Informationen zur Covid-19 Prävention verschiedene Sendeformate ins Leben gerufen. Es wurden bereits 11 Episoden über drei Community Radios ausgestrahlt.
  • Kambodscha: 777.413 Menschen, darunter 205.873 Kinder, beteiligten sich mittels eigens entworfener Zeichentrickanimationen in den sozialen Medien der Child Helpline Cambodia und der Notrufstelle 1280. Im Rahmen der Kampagne fanden außerdem drei Radio-Talkshows zum Thema "Hygiene, Geschlecht, COVID-19 & psychische Gesundheit" statt. Um die Wiedereröffnung von Schulen zu erleichtern, konnten die Gestaltung und Produktion von IEC-Materialien wie A2-Postern, Faltblättern und PVC-Bannern gefördert werden. Die gedruckten Materialien umfassen insgesamt 15.000 Faltblätter, 5.000 A2-Poster und 500 PVC-Banner.
  • China: Junge Frauen, die aufgrund der Covid-19 Pandemie in Shaanxi und Ningxia PU arbeitslos geworden sind, wurden mit Bargeld unterstützt.
  • Indien: Humanitäre Hilfsleistungen erreichten nach aktuellem Stand Familien an 1.850 Orten mit 109.056 Lebensmittelkörben.159.570 Familien im ganzen Land wurden mit Hygiene-Sets versorgt und Gesundheitshelfer:innen an 2.406 Standorten mit 39.745 persönlichen Schutzmitteln ausgestattet. 28.103 Menschen, die mit HIV leben und zu Hause versorgt werden, erhielten Zugang zu Medikamenten. 26.425 Mädchen wurden mit sogenannten Education Kits für die weiterführende Sekundarschulbildung unterstützt.
  • Laos: Plan International Laos unterstützte das Gesundheitsministerium der Provinz Saravan bei der Einrichtung von Handwaschstationen in 48 Gesundheitszentren und 6 Distriktkrankenhäusern, die 25.103 Menschen erreichen.
  • Myanmar: Nahrungsmittel und Bargeld wurden an 48.000 Binnenvertriebene in Sittwe im Bundesstaat Rakhine ausgegeben. Die Kampagne zur Aufklärung über Covid-19 Präventionsmaßnahmen "Virtual Education and Protection" wurde Ende September abgeschlossen. Die Aktion erreichte über 4 Millionen Menschen in ganz Myanmar mit wichtigen Gesundheits- und Präventionsbotschaften.
  • Nepal: Über Lokalradios wurde im September im Distrikt Sunsari 125 Mal zur Prävention von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch informiert und aufgeklärt. Die Botschaften erreichten 266.660 Haushalte. Selbstlernmaterialien konnten an 16.828 Kinder in Kalikot und Jumla verteilt werden.
  • ThailandPlan International Thailand leitete Covid-19-Risikokommunikationssitzungen mit 625 Jungen und Mädchen (Klasse 4 - 9) als Teil der Schulung "Sichere Schulen" zur Katastrophenvorsorge an 25 lokalen Schulen in der Provinz Chiang Rai. Familien mit Migrationshintergrund in Bangkok, Pathum Thanee, Rayong und der Provinz Samut Sakhon erhielten Zugang zu kinderfreundlichem Bildungsmaterial ("Lasst uns Covid-19 stoppen").
  • Timor-Leste: In den drei Gemeinden Baucau, Manufahi und Viqueque verteilte Plan Timor-Leste Hygiene-Kits und führte Aufklärungsveranstaltungen zum Coronavirus an 235 Schulen durch.
  • Vietnam: Der erste Entwurf eines Berichts über die Auswirkungen von den durch Covid-19 bedingten Schulschließungen auf Kinder, die ethnischen Minderheiten angehören, ist fertig gestellt worden und wird derzeit bearbeitet.

Angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen hat Plan International Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Diese werden in folgenden Bereichen priorisiert umgesetzt: Gesundheit und Hygiene, einschließlich der Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Kinderschutz und geschlechterbasierte Gewalt, Bildung, Existenzsicherung, einschließlich finanzieller Unterstützung und der Verteilung von Nahrungsmitteln, Teilhabe der Kinder und Gemeinden an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen. Gleichberechtigung, Inklusion sowie Anwaltschaft und Einflussnahme sind bereichsübergreifende Ziele und Teil aller Arbeitsbereiche von Plan – auch und gerade in Krisen.



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