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In den ländlichen Gebieten fehlen Gesundheitsdienste, sauberes Trinkwasser und Latrinen.
In den ländlichen Gebieten fehlen Gesundheitsdienste, sauberes Trinkwasser und Latrinen.
09.03.2015 - von Sara Flieder

Auf Tour in Guatemala

Unsere Kollegin Vanessa Lerch reiste eine Woche lang mit Stifterinnen und Stiftern sowie Spendern durch Guatemala. Sie zeigt ihnen Plans Projektarbeit und berichtet für euch hier im Blog von ihrer Reise.

 


Die Spanne zwischen Arm und Reich ist in kaum einem anderen lateinamerikanischen Land so extrem wie in Guatemala. Besonders die indigene Bevölkerung ist oftmals stark benachteiligt und leidet unter Diskriminierungen.

So trafen wir in Jalapa auf Nayedlin, die unter einer Behinderung leidet. Eines ihrer Beine ist deutlich kürzer als das andere. Sie hat oftmals starke Schmerzen. Besonders in einer so hügeligen und abgelegenen Region wie Jalapa ist sie stark eingeschränkt. Viele Eltern schämen sich für die Behinderung ihrer Kinder und verstecken sie. Nayedlins Eltern sind eine große Ausnahme. Sie fördern ihre Tochter, schicken sie zur Schule und machen ihr jeden Tag aufs Neue deutlich, dass sie genau so klug und begabt wie andere Kinder ist. Im Gesundheitszentrum von Plan lernt sie gemeinsam mit ihren Eltern Übungen, die ihr helfen und wird therapiert.

In der gleichen Region, nur eine Autostunde entfernt, erlebten wir die Wirkung von Mikrokrediten. Frauen und Jugendliche erhalten hier Geld, um eigene kleine Geschäftsideen umzusetzen. Sie betreiben Gemüseanbau, verkaufen Kleidung oder gründen eine Maurerei. In Gruppen organiseren sie sich und tauschen sich aus. Josefa ist 40 Jahre alt, hat vier Kinder und ist alleinstehend. Sie träumt von einem internationalen Recyclingunternehmen, um die Welt ein Stückchen sauberer zu hinterlassen und leistet schon jetzt wichtige Aufklärungsarbeit in den Schulen.

Am letzten Tag sind wir in der Gemeinde von Santiago eingeladen. Er ist 42 Jahre alt, hat fünf Kinder und lebt in Coban. Gemeinsam mit sechs anderen Familien betreibt er eine Bäckerei, pflanzt verschiedene Gemüsesorten an, nutzt Biodünger und kocht zusammen mit der Gruppe. Die Zahl der mangelernährten Kinder unter 5 Jahren liegt in Guatemala bei 43 Prozent. Oftmals fehlt das Wissen über die Bedeutung von Nahrung und ihre Folgen.

Und so erleben wir auf der Reise viele anrührende Schicksale, engagierte Menschen und besondere Geschichten, die allen Mitreisenden noch lange in Erinnerung bleiben werden.