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Zwei Frauen stehen mit einem Banner mit dem Logo von Plan-International in Berlin-Mitte vor dem Bundestag
Petra Berner, Plan-Vorstandsvorsitzende (l.), bei der Übergabe der Petition an Staatsministerin Serap Güler in Berlin © Anika Büssemeier
14.04.2026

Vergewaltigung als Kriegswaffe in Sudan: Plan International übergibt Petition an Staatsministerin Serap Güler

Hamburg/Berlin, 14. April 2026 – Mit einem eindringlichen Appell, schnell zu handeln, hat Plan International Deutschland heute in Berlin eine Petition zum Schutz von Mädchen und Frauen im Bürgerkriegsland Sudan an Staatsministerin im Auswärtigen Amt Serap Güler überreicht. „Der Krieg in Sudan wird auf den Körpern von Mädchen und Frauen ausgetragen. Vergewaltigung wird dort systematisch als Kriegswaffe eingesetzt mit dem Ziel, nicht nur einzelne Leben, sondern ganze Gemeinschaften zu zerstören. Millionen Betroffene leiden im Stillen, weil die Welt ihnen nur wenig Aufmerksamkeit schenkt und Hilfe viel zu oft ausbleibt“, sagte Petra Berner, Vorstandsvorsitzende der Kinderrechtsorganisation bei der Übergabe. „Mit der Übergabe dieser Petition tragen tausende Unterstützerinnen und Unterstützer ihre Stimmen dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden. Sie machen deutlich: Das stumme Leid der Mädchen und Frauen in Sudan darf nicht länger ignoriert werden. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und den Schutz vor sexualisierter Gewalt zur klaren Priorität machen.“

Mehr als 60.000 Menschen haben die Forderung von Plan International Deutschland unterzeichnet, Frauen und Mädchen im Sudan stärker zu schützen und ihnen dringend notwendige Unterstützung angesichts der eskalierenden Gewalt und sexuellen Übergriffe im Bürgerkrieg zukommen zu lassen.

Staatsministerin Serap Güler nahm die Petition entgegen und betonte die Bedeutung dieses Engagements: „Der Krieg im Sudan dauert jetzt drei Jahre, und die Berichte über das, was Frauen und Mädchen täglich erleiden – sexualisierte Gewalt, Vertreibung, Hunger – bewegen mich zutiefst. Die bisherigen Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft werden dem Ausmaß dieses Leids nicht gerecht, und genau deshalb unterstütze ich diese Petition: Es braucht jetzt entschlossenes politisches Handeln, um sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe zu ächten und den wirksamen Schutz von Frauen und Mädchen im Sudan endlich zur Priorität zu machen."

Der seit drei Jahren andauernde Bürgerkrieg im Sudan hat sich zur größten humanitären Krise der Welt ausgeweitet. Rund 20 Millionen Menschen sind durch akuten Hunger bedroht, mehr als zwölf Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der massiven Gewalt. Mädchen und Frauen sind dabei besonders betroffen: Sie werden nicht nur Opfer von sexualisierter Gewalt und Ausbeutung, sondern verlieren darüber hinaus auch den Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und leiden unter dem Stigma der Gewalttaten.

Plan International Deutschland fordert mit der Petition die Bundesregierung unter anderem auf, sich für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand einzusetzen, mehr politischen Druck zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt aufzubauen und deutlich mehr Mittel für Schutzprogramme für Überlebende sexualisierter Gewalt zur Verfügung zu stellen.

Am Mittwoch findet am dritten Jahrestag des Ausbruchs des Bürgerkriegs eine Sudan-Konferenz in Berlin statt, in der auf höchster internationaler Ebene über die Unterstützung der Menschen im Land verhandelt wird. Plan International ist auf der Konferenz vertreten. Petra Berner: „Es ist unsere Verantwortung, entschlossen zu handeln – für eine bessere Zukunft für die Mädchen und Frauen im Sudan.“

Petition: www.change.org/p/stoppt-vergewaltigung-als-kriegswaffe-im-sudan-silentsuffering

Weitere Informationen sowie ein Foto der Petitionsübergabe erhalten Sie bei:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg
• Alexandra Tschacher, Teamleitung Media Relations, Tel. +49 (0)40 607716-278
• Claudia Ulferts, Media Relations Specialist, Tel. +49 (0)162 623 03 53
• E-Mail: presse@plan.de