Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Für Entwicklungsländer stellt sie eine ganz besondere Gefahr dar. ©Plan International
Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Für Entwicklungsländer stellt sie eine ganz besondere Gefahr dar. ©Plan International
02.04.2020

Plan warnt vor humanitärer Katastrophe durch Corona-Virus

„Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit könnten über Jahre ausradiert werden.“ 

Hamburg, 02.04.2020 – 

Entwicklungsländern droht durch Covid-19 eine humanitäre Katastrophe. „Das Virus trifft gerade ungebremst auf arme Länder mit völlig unzureichenden Gesundheitssystemen. Das wird eine hohe Sterberate zur Folge haben, denn nicht nur für ältere Menschen, auch für Kinder mit Vorerkrankungen ist das Virus lebensbedrohlich“, warnt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Kinder werden von den Folgen der Covid-19-Pandemie am schwersten betroffen sein. Wenn die Schulen schließen, fehlt ihnen nicht nur Bildung – viele Kinder erhalten dort ihre einzige Mahlzeit des Tages. Wenn diese wegfällt, wird das fatale Folgen haben, denn viele von ihnen sind jetzt schon mangelernährt und völlig geschwächt.”

Auch häusliche Gewalt und Frühverheiratungen werden durch den Druck auf die Familien zunehmen. „Eltern, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, weil sie durch Isolierungsmaßnahmen kein Geld mehr verdienen, geraten in Not. Der Druck kann dazu führen, dass Mädchen und Frauen vermehrt von ihren Vätern und Männern misshandelt werden. Erfahrungsgemäß wird zudem ein Ausweg darin gesehen, Töchter früh zu verheiraten, um so die finanzielle Last auf die Familie zu lindern. Vor Ort tätige Hilfsorganisationen müssen die verbleibende Zeit mit den lokalen Regierungen jetzt intensiv nutzen, um Aufklärungskampagnen durchzuführen und sich auf einen Covid-19 Ausbruch vorzubereiten. Dazu gehört auch, Schutzmechanismen für Kinder einzuführen. Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, könnten die Erfolge bereits geleisteter Entwicklungszusammenarbeit über Jahre ausradiert werden”, so Maike Röttger.

Plan International fordert, dass die ärmsten Länder jetzt nicht vergessen werden. Die Regierungen des globalen Nordens müssen trotz eigener Probleme mit dem Virus ausreichend zusätzliche Gelder zur Bekämpfung von Covid-19 zur Verfügung stellen, ohne die es die armen Länder nicht schaffen werden. Maike Röttger: „Deutschland muss seiner globalen Verantwortung gerecht werden und sich am Covid-19 Response Plan der Vereinten Nationen angemessen finanziell beteiligen.”

Die Kinderhilfsorganisation Plan International hat derzeit über seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort noch Zugang zu Projektgebieten. Einschränkungen sind aber absehbar. Deshalb wird die Arbeit mit lokalen Partnern, mit denen Plan seit vielen Jahren professionell und vertrauensvoll vor Ort zusammenarbeitet, jetzt wichtiger denn je. Plan stellt finanzielle Ressourcen für lokale Partner zur Verfügung, um die Projekte vor Ort fortzuführen. Die wichtigsten Bereiche sind der Schutz von Kindern, Maßnahmen zur Hygiene sowie die Versorgung mit Lebensmitteln.


Weitere Informationen:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg
•    Alexandra Tschacher, Leiterin des Presseteams, Tel. 040 607716-278
•    Claudia Ulferts, Pressereferentin, Tel. 040 607716-267, presse(at)plan.de



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