Es geht darum, die Rechte von Mädchen und Frauen deutlich zu stärken sowie veraltete Rollenbilder zu überwinden.
Es geht darum, die Rechte von Mädchen und Frauen deutlich zu stärken sowie veraltete Rollenbilder zu überwinden.
16.02.2022 - von Sascha Balasko

Plan International Deutschland fordert mehr Entwicklungsgeld für Mädchen und junge Frauen

Die Bundesregierung soll die Gleichstellung von Mädchen und jungen Frauen in den Mittelpunkt ihrer Außen- und Entwicklungspolitik stellen. Das fordert Plan International Deutschland. Nach einer Studie der Kinderrechtsorganisation fließen lediglich rund 46 Prozent der öffentlichen Entwicklungsausgaben in Maßnahmen, die die Gleichstellung berücksichtigen. Damit rangiert Deutschland unter den 30 weltweit größten OECD-Geberländern lediglich auf Platz 15. „Im Koalitionsvertrag gibt es ein klares Bekenntnis zu einer ‚Feminist Foreign Policy‘. Die Bundesregierung sollte dieses Bekenntnis auch bei der Aufteilung ihrer finanziellen Mittel konkretisieren“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

Zwar ist Deutschland eines der größten Geberländer weltweit. „Die Art der Mittelverteilung zeugt jedoch von einer strategischen Vernachlässigung von Mädchen und jungen Frauen, weil sie nicht als eigenständige Zielgruppe bedacht werden“, so Kathrin Hartkopf weiter. „Das führt auch zu finanzieller Vernachlässigung und bedeutet am Ende, dass diese Gruppe gleich doppelt benachteiligt wird – weil sie jung ist und weil sie weiblich ist.“

Andere Länder wie etwa Kanada geben anteilig fast doppelt so viele Entwicklungsgelder wie Deutschland für Gleichstellung aus. Daran sollte sich die Bundesregierung orientieren und 85 Prozent der Entwicklungsgelder aus Deutschland für Maßnahmen einsetzen, die die Gleichstellung einbeziehen, fordert Plan International Deutschland. Vor allem aber sollten mindestens 20 Prozent der Entwicklungsgelder in Programme fließen, die die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von Mädchen und Frauen als Hauptziel haben. Bislang sind es nur 2,2 Prozent. Kathrin Hartkopf: „Es geht darum, die Rechte von Mädchen und Frauen deutlich zu stärken sowie veraltete Rollenbilder zu überwinden. Durch eine konsequente Ausrichtung auf die Gleichstellung stärken wir nicht nur ihre Position, sondern stoßen auch einen gesellschaftlichen Wandel an, der wichtig für eine weltweite, nachhaltige Entwicklung ist.“


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