Frauen und Mädchen tragen die Hauptlast in der Corona-Krise. ©Plan International
Frauen und Mädchen tragen die Hauptlast in der Corona-Krise. ©Plan International
07.05.2020

Mädchen und Frauen in ärmeren Ländern vor allem Leidtragende

Je länger die Corona-Krise anhält, desto mehr leiden Mädchen und Frauen darunter. Haben sie sechs Monate lang wegen der Ausgangsbeschränkungen keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Verhütungsmitteln, wird das in den einkommensschwachen Ländern zu etwa sieben Millionen ungeplanten Schwangerschaften führen, so UN-Schätzungen. „Das sind katastrophale Aussichten – vor allem für heranwachsende Mädchen und junge Frauen“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt sind schon jetzt eine verbreitete Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren.“ Schätzungen der Vereinten Nationen prognostizieren zudem 13 Millionen zusätzliche Kinderheiraten in den einkommensschwachen Ländern, sollte dort das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf längerfristig um nur zehn Prozent sinken.

Maike Röttger: „Eltern wissen sich in der Krise oft nicht anders zu helfen, als ihre Töchter zu verheiraten, damit sie versorgt sind. Solche Erfahrungen haben wir bereits während der Ebola-Krise 2014 bis 2016 machen müssen. Damals stieg die Zahl der Frühverheiratungen in den besonders betroffenen Regionen um mehr als 60 Prozent. Covid-19 könnte die jahrelangen Bemühungen und Erfolge im Kampf für Gleichberechtigung und für die Achtung der Kinderrechte zerstören. Mädchen und Frauen in den einkommensschwachen Ländern sind in Gefahr, zu den Leidtragenden der Corona-Krise zu werden – vor allem wenn ungewollte Schwangerschaften und Kinderehen massiv zunehmen.“

Plan International fordert, dass Mädchen und junge Frauen in der Corona-Pandemie ihr Recht auf reproduktive und sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung wahrnehmen können – und damit ihre verbrieften Rechte. Es ist begrüßenswert, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Schutz der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung in seinem Corona-Sofortprogramm vorsieht. Der Fokus muss bei der weiteren Ausgestaltung der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 fortgeschrieben und mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestaltet werden.

 


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