Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern. Das ergab eine Umfrage unter 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren. ©Adobe Stock/ G. Lombardo
Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern. Das ergab eine Umfrage unter 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren. ©Adobe Stock/ G. Lombardo
20.08.2019

Instagram und Co. bremsen die Gleichberechtigung aus

Umfrage von Plan International zu Rollenbildern in den sozialen Medien

Hamburg, 20.08.2019 – 

Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern. Das ergab eine Umfrage unter 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren. Die Kinderrechtsorganisation Plan International hat sie zu ihrem Nutzerverhalten bei Instagram, YouTube und Facebook sowie zu ihren Ansichten zu Rollenbildern und Gleichberechtigung befragt. Die Ergebnisse des Berichts „Rollenbilder in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen auf die Gleichberechtigung“ zeigen: Ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich Instagram, Facebook und YouTube nutzen, finden es in Ordnung, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer.

Wenn es um die Rollenverteilung im Alltag geht, lässt sich eine ähnliche Tendenz erkennen: 57 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Hausarbeit immer noch Frauensache ist. Zudem scheinen die sogenannten „Heavy User“ mehr Wert auf klassische Schönheitsideale zu legen: Frauen sollen in erster Linie schlank und hübsch sein, Männer vor allem muskulös und gut gebaut.

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Ausgerechnet in den sozialen Medien, dem modernen digitalen Zuhause der Millennials und Centennials, begegnen wir völlig überalterten Rollenbildern. Das ist beunruhigend, denn Gleichberechtigung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Zu diesem UN-Nachhaltigkeitsziel hat sich die Weltgemeinschaft, und damit auch Deutschland, verpflichtet. Doch nach wie vor ist in keinem Land der Welt echte Gleichberechtigung erreicht, auch bei uns nicht. Deshalb setzen wir uns mit unserer globalen Kampagne Girls Get Equal dafür ein, dass alle Mädchen und Frauen gleiche Chancen, gleiche Rechte und gleiche Möglichkeiten haben - überall auf der Welt, in allen Bereichen der Gesellschaft. Dafür ist es auch nötig, dass veraltete Rollenbilder und Vorbilder durch zeitgemäße ersetzt werden.“

Pheline Roggan, Schauspielerin und Girls Get Equal-Botschafterin: „Auch hier in Deutschland, wo es weniger Traditionen gibt, die Männer und Frauen an freier Entfaltung hindern und wir scheinbar auf Augenhöhe miteinander umgehen, sind Stereotype für uns so selbstverständlich, dass wir uns gar keine bewussten Gedanken darüber machen. Dabei sind gerade diese Muster ein großes Hindernis - für Frau und Mann - etwas zu verändern.“

Influencerin und Content Creator Hannah Müller-Hillebrand: „Die sozialen Medien geben uns die Chance, Veränderungen in der Gesellschaft anzustoßen und darauf einzuwirken, wie junge Menschen denken. Durch die Art wie wir posten und die Inhalte, die wir transportieren, können wir helfen, dass alte Rollenbilder aufgebrochen werden und junge Menschen über das Thema Gleichberechtigung sprechen. Diese Chance müssen wir nutzen!"


• Anabela Brandao, Pressereferentin, Tel. 040 61140-146, Tel. 040 61140-278

• Claudia Ulferts, Pressereferentin, Tel. 040 61140-267, presse@plan.de


Weiteres Material zum Bericht

Den Bericht sowie Fotos und Grafiken daraus finden Sie zum Download in unserem Pressebereich.

Auf der Landingpage haben wir darüber hinaus nochmal alle Infos zusammengestellt sowie ein Social Media-Toolkit und Grafiken zum Download zur Verfügung gestellt.


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