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Eine Art motorisierter Ponton bietet Fährverbindungen über den Nil. © Plan / Marc Tornow
23.11.2016 - von Marc Tornow

Fahrgemeinschaft über den Nil

Als Pressereferent unterstütze ich drei Wochen lang die Kommunikationsarbeit von Plan International im Regionalbüro in Nairobi – und berichte aus Ost-Afrika. Lest hier Teil 1 und Teil 2 meiner Reise.

 


Zweieinhalb Autostunden hinter der ugandischen Hauptstadt Kampala stoppt der Wagen an einer sandigen Böschung. Während eine uniformierte Frau Halt gebietend die Hand in den stahlblauen Himmel hebt, schillert im Hintergrund schon der Nil.

Eine Art motorisierter Ponton verkehrt als Fähre zwischen Kayunga und Kamuli. Die Verbindung ist kostenlos, dennoch müssen alle Gäste vor ihrer Passage bei den Autoritäten vorsprechen. Die Fahrzeugkennzeichen werden in einem großformatigen Buch notiert und an die Fußgänger Fahrkarten vergeben, um ein Überladen zu vermeiden.

Die Gratistickets sind selbst gefertigt, liebevoll aus Pappkarton ausgeschnitten und persönlich vom Chef der lokalen Behörde abgezeichnet. Ringsum im seichten Wasser des Weißen Nil, der im nahen Viktoria See seinen Ursprung nimmt, ziehen hölzerne Ruderboote vorüber. Wasserlilien treiben gemächlich mit der Strömung gen Norden – auf eine Reise, die diese Wasser noch durch halb Afrika und bis ganz ins Mittelmeer schickt.

Dann geht es los: Die Papp-Tickets werden vom Schiffsjungen wieder eingesammelt, schon heult der Dieselmotor auf. Kurz wirbelt schwarzer Ruß im heißen Wind über den Nil und langsam, ganz allmählich schiebt sich die Fähre vom westlichen an das östliche Ufer. Ein Fluss, der Uganda in zwei Hälften zu teilen scheint. Nur fünf Minuten dauert die Überfahrt, die Fischer zwischen dem borstigen Schilf immer im Blick. Und kaum am jenseitigen Ufer angelangt, zerstreut sich auch schon die eben noch dicht gedrängte Fahrgemeinschaft wieder in alle Richtungen. Der eigene Wagen quält sich die 20 Meter messende Böschung empor – willkommen in Kamuli.


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