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Nur zwei Tage nach dem Erdbeben kam Alison zur Welt. © Plan
13.04.2017 - von Janina Schümann

Ein Jahr nach dem Erdbeben in Ecuador

Bei dem Erdbeben, das am 16. April 2016 die Westküste des nördlichen Ecuadors mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala erschütterte, kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. Wir haben unmittelbar mit unserer Nothilfe begonnen und Kinderschutzzonen und temporäre Lernzentren eingerichtet, in denen Mädchen und Jungen an Sport, Musik, Kunst und anderen spielerischen Aktivitäten teilnehmen. Ein Jahr nach dem Beben erzählen Menschen aus Ecuador ihre persönliche Geschichte.


Érika Solís, 18, Mutter von Alison Micaela, 10 Monate

„Meine Tochter wurde am 18. April 2016 geboren, nur zwei Tage nach dem Erdbeben. Am Tag des Erdbebens war ich schon im Krankenhaus in Guayaquil eingewiesen. Mein Baby war eine Frühgeburt und ich glaube, sie kam zu früh, weil ich so unter Schock stand. Unser Haus in Manabi wurde völlig zerstört. Wir leben noch immer in einem Zelt mit meinen Schwiegereltern und dem Baby. In diesem Zelt sind nur zwei Betten und wir haben wenig Privatsphäre. Da wir kein Badezimmer haben, müssen wir jeden Tag zum Haus meiner Schwägerin gehen, um zu duschen und das Baby zu baden. Das Schlimmste ist, dass wir nicht wissen, wann wir wieder ein Zuhause haben werden.

Meine Schwiegermutter ermutigte mich dazu, zu Plans Informationszentren zu gehen, um dort zu lernen, wie man Babys richtig pflegt und ernährt. Als Alison zur Welt kam, war ich erst 17 Jahre alt. Damals wusste ich nicht, wie man sich um ein Baby kümmert. Jetzt weiß ich es, und es hilft mir sehr, sie so gesund aufzuziehen, trotz der Situation, die wir durchmachen.“

Erika, 10 Jahre alt

„Als das Erdbeben eintraf, war ich allein zu Hause, und es war sehr schwer für mich, in einem geschlossenen Raum eine so lange Zeit alleine zu sein. Dank der Notfall-Informationszentren verliere ich langsam diese Angst. Früher habe ich mir immer vorgestellt, dass das Haus über mir zusammen bricht. Ich habe hier viel Spaß. Meiner Mutter, meinen Cousinen und mir wurde gezeigt, wie wir uns verhalten müssen, falls ein weiteres Erdbeben oder ein Tsunami eintreffen sollte. Es beruhigt mich auch, dass wir jetzt einen Notfallrucksack haben“

José Alejandro, 14, Patenkind bei Plan International

„Ich war auf dem Fußballplatz, als der Boden zu wackeln begann. Wir konnten sehen, wie die Lichtmasten sich wie ein Kaugummi beugten. Ich lief zu meinem Haus und als ich dort ankam, sah ich, wie meine Eltern weinten und Angst hatten. In unserem Haus wurde nur eine Mauer zerstört, aber wir mussten trotzdem in einer Notunterkunft wohnen, bis sichergestellt war, dass das Haus nicht einsturzgefährdet war. Plans Katastrophenvorsorge hat mir gezeigt, was im Notfall zu tun ist. Jetzt bin ich es, der seine Eltern beruhigen kann, wenn es Nachbeben oder erneut Erdbeben geben sollte, weil ich weiß, was man in dieser Situation tun muss. Unser Zentrum ist sehr schön und es gibt viele Dinge zu tun. Wenn du hierher kommst, könntest du viel Spaß am Lernen haben!“


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