Nepal-many-people-have-lost-homes
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29.04.2015 - von Janina Schümann

500 Kilometer entfernt - "Wir haben das Beben dennoch gespürt"

Mike Thiedke, Mitarbeiter von Plan International UK, war live vor Ort, um die Mädchenprojekte in Nepal zu besuchen, als das Erdbeben die Bevölkerung überraschte. Er unterstützt nun Plans Nothilfe. Mike beschreibt für uns seine Eindrücke des Bebens:

 


 „Tanya und ich waren 500 Kilometer vom Epizentrum entfernt und dennoch haben wir das Erdbeben stark zu spüren bekommen. Wir befanden uns auf dem Dach eines dreigeschossigen Hauses und das Gebäude bewegte sich zwei Minuten lang von links nach rechts. Etwas stärker und das Haus wäre zusammen gebrochen. Die Menschen haben geschrien und sind aus ihren Häusern gerannt. Die Hunde bellten tollwütig. Wir suchten Schutz unter Türrahmen. Als das Beben endlich stoppte, rannten wir die Treppen herunter. Plötzlich begann das Nachbeben. Draußen angekommen, haben wir sofort unsere Kollegeninnen und Kollegen in Kathmandu kontaktiert, um sicherzustellen, dass es allen gut geht.

Nun sind wir nach Hatauda gereist. Dieses Gebiet liegt drei Stunden von Kathmandu entfernt. Hier haben wir ein Plan Büro, welches sehr gut ausgestattet ist und sofortige Hilfe in den umliegenden Gemeinden organisieren kann. Nun werden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den anderen Plan-Büros zuerst nach Hatauda umgeleitet, da es in Kathmandu aufgrund der Nachbeben zunehmend unsicher ist.

Heute Nachmittag werden zwei Lastwagen von unserem Büro in Birgung mit Hilfsgütern die südliche Grenze Indiens erreichen. Zusätzlich kaufen wir in allen Orten hier in Harauda Zelte für die vielen Menschen, die nun außerhalb ihrer Häuser im Freien leben und schlafen müssen.

Die Zerstörung wird mehr und mehr sichtbar, je näher wir an Kathmandu kommen. Das letzte Nachbeben versetzte die Menschen in eine weitere Panik. Vor allem die Kinder wirken sehr besorgt, dass weitere Beben das Gebiet heimsuchen könnten.

Die Nächte hier in den bergigen Gebieten sind ziemlich kalt und die Menschen sind es nicht gewohnt, draußen zu schlafen. Besonders hart ist es für die jungen Kinder und Säuglinge. Plans Verteilung von Hilfsgütern, unter anderem Decken, wird ein erster wichtiger Schritt sein, damit die Menschen nicht frieren. Tanya und ich werden trotzdem nach Kathmandu gehen, um unsere Plan-Kolleginnen und -Kollegen, die schon seit vielen Stunden in der Stadt arbeiten und helfen, zu unterstützen.“

Wir werden die Updates die nächsten Tage fortsetzen. Bitte helft den tausenden betroffenen Menschen und spendet zu unserem Nothilfe-Fonds.


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