Über Plan
  1. Unsere Arbeit in Deutschland
Wir wollen Gleichberechtigung für alle erreichen. Dazu gehört auch, dass wir unsere Sprache hinterfragen und anpassen müssen.

Gendergerechte Sprache einfach erklärt

Oft begegnen uns in Texten Wörter mit Sternchen*, Unterstrich oder Doppelpunkt. Beim Sprechen werden diese Zeichen durch eine kurze Pause hörbar. Hierbei handelt es sich um gendergerechte Sprache. Doch was bedeutet das eigentlich und wieso ist die Sprache gendergerecht?

Der Begriff Gender ist englisch und steht für soziale Geschlecht. Damit sind häufig Geschlechterrollen gemeint. Das heißt das, was als typisch für Frauen oder typisch für Männer angesehen wird. Das zeigt sich in vielen Wörtern unserer Sprache, die wir in unserem Alltag benutzen.

Zum Beispiel reden wir häufig von Ärzten, Polizisten oder Sekretärinnen, obwohl in den Berufen Frauen und Männer arbeiten. Die männliche Form (auch das generische Maskulinum genannt) ist in unserer Sprache stark verbreitet. Es wird häufiger genutzt als das generische Femininum (die weibliche Form).

Was ist schlimm an der männlichen Form in der deutschen Sprache?

Oftmals meinen wir in unserer Sprache auch die feminine Form mit, wenn wir das generische Maskulinum verwenden. Wenn wir also von Ärzten sprechen, meinen wir damit auch Ärztinnen, wir erwähnen sie allerdings nicht extra in dem Wort.

Sprache ist aber nicht neutral. Sie formt, was und wie wir denken und was wir für möglich halten. Wir vermitteln also häufig, auch unbewusst, mithilfe von Sprache unsere Vorstellungen und Weltansichten.

Icon: Ein Arzt und eine Ärztin

Wenn wir von Ärzten sprechen, stellen wir uns Männer als Arzt vor. Obwohl es auch Ärztinnen gibt.

Icon: Ein Mann und eine Frau geben sich einen High-Five

Sprechen wir von Kosmetikerinnen, zeigen wir, dass wir eher Frauen im Kosmetik-Bereich sehen. Aber auch Männer arbeiten als Kosmetiker, was allerdings mit unserer Sprache nicht deutlich wird.

Icon: Ein männlicher Mitarbeiter und eine weibliche Mitarbeiterin geben sich einen High-Five

Wenn wir von Mitarbeitern sprechen, wird nicht klar, ob auch Frauen gemeint sind. In der Ansprache werden nur Männer erwähnt. Das ist nicht gerecht.

Einige Menschen fühlen sich ausgeschlossen, wenn in unserer Sprache in der Mehrzahl nur die männliche Form verwendet wird. Zum Beispiel dann, wenn von den Schülern gesprochen wird, obwohl an der Schule genauso viele Mädchen wie Jungs unterrichtet werden.

Was ändert sich bei der gendergerechten Sprache?

Damit zum Beispiel bestimmte Berufe nicht mehr als "typisch männlich" oder "typisch weiblich" angesehen werden, gibt es Wünsche nach Änderungen an der deutschen Sprache. Der Begriff dafür lautet geschlechtergerechte Sprache.

Icon: Gleichheitszeichen und alle Geschlechter

Mithilfe einer geschlechtergerechten Sprache sollen sich wirklich alle angesprochen fühlen, die Sprache soll gerecht sein und niemanden ausgrenzen

"Gendern" bedeutet, dass wir alle Menschen in unserer Sprache mit einbeziehen. Es bedeutet,

  • dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind
  • dass wir Frauen ansprechen, die sich als Männer sehen
  • und Männer mit einbeziehen, die sich dem weiblichen Geschlecht zuordnen
  • und Menschen, die beides sind: Mann und Frau in einem Körper
  • dass wir niemanden vergessen

Die gendergerechte Sprache gibt es in verschiedenen Varianten:

Beide Geschlechter nennen, z.B. Schülerinnen und Schüler oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Gender-Sternchen verwenden, z.B. Schüler*innen oder Mitarbeiter*innen

Unterstrich verwenden, z.B. Schüler_innen oder Mitarbeiter_innen

Doppelpunkt verwenden, z.B. Schüler:innen oder Mitarbeiter:innen

Schrägstrich verwenden, z.B. Schüler/innen oder Mitarbeiter/innen

Binnen-I benutzen, z.B. SchülerInnen oder MitarbeiterInnen

Neutrale Formulierungen benutzen, z.B. Person oder Lehrkraft

Nicht für alle Worte kann jede Variation der gendergerechten Sprache verwendet werden. Daher ist es mit manchen Variationen schwerer, sich geschlechtergerecht auszudrücken.

Genderinklusive Sprache bei Plan International

In unserem Grundsatzpapier zur Gleichberechtigung verpflichten wir uns dazu, stets eine geschlechtergerechte Kommunikation zu nutzen. Das bedeutet, alle Menschen gleichermaßen anzusprechen und alle Geschlechter sichtbar zu machen.

Bei Plan International haben wir uns für die Verwendung des Doppelpunkts entschieden, weil dieser das Wort nicht auseinanderzieht. Außerdem ist der Doppelpunkt weitestgehend barrierefrei. 

So ist er auch für Menschen mit einer Sehbehinderung gut verständlich. Denn Sprachausgabeprogramme machen an der Stelle des Doppelpunkts lediglich eine kleine Pause, das Gender-Sternchen dagegen wird von den Programmen mitgelesen.

Icon: Doppelpunkt

Der Gender-Doppelpunkt wird zwischen dem eigentlichen Wortstamm und der weiblichen Endung einer Personenbezeichnung eingefügt, oder zwischen männlicher und weiblicher Endung (Schüler:in). Dabei steht das Symbol stellvertretend für die Vielfalt der unterschiedlichen Identitäten.

In der gesprochenen Sprache kann der Gender-Doppelpunkt durch eine kurze Pause signalisiert werden. Und schon wurde gendergerechte Sprache verwendet - also gar nicht so schwer!

Icon: Megafon

Wir von Plan International glauben, dass der Wandel unserer Sprache und die Verwendung der geschlechtergerechten Sprache ein wichtiges Instrument ist, um Benachteiligungen und diskriminierende Rollenvorstellungen nachhaltig zu überwinden. So unterstützen wir die Gleichberechtigung aller Menschen.

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