Gesundheit & ein selbstbestimmtes Leben

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Department La Libertad

Projektlaufzeit:
Januar 2015 – Januar 2018

Ziele:

  • Schutz der sexuellen und reproduktiven Rechte von jungen Frauen und Männern
  • Gleichberechtigte Partnerschaften sowie ein selbstbestimmtes, gesundes Sexual- und Familienleben

    Maßnahmen:

    • Aufklärung von rund 15.000 Jugendlichen über sexuelle und reproduktive Rechte
    • Fortbildungen für 100 Angestellte in Gesundheitseinrichtungen im Bereich reproduktive Gesundheit
    • Sensibilisierung von 200 Lehrkräften für Sexualaufklärung, Menschenrechte und Toleranz

          Was uns in El Salvador erwartete

          In El Salvador sind sexuelle Rechte und sexuelle Selbstbestimmung stark eingeschränkt. Es herrscht ein hohes Maß an organisierter Gewalt, insbesondere durch kriminelle Jugendbanden. Auch sexuelle Gewalt stellt ein großes Problem dar und sexuelle Minderheiten werden erheblich diskriminiert. In der Gesellschaft werden Gewalt und Missbrauch jedoch oft toleriert und nur selten strafrechtlich verfolgt. Mangelnde Aufklärung zu Hause und in der Schule tragen dazu bei, dass viele Mädchen schon als Teenager schwanger werden. Schwangerschaftsabbrüche – auch infolge von Vergewaltigungen – sind in El Salvador jedoch illegal und werden mit langen Gefängnisstrafen geahndet. Für die jungen Mütter bedeutet die Schwangerschaft ein hohes gesundheitliches Risiko. Zusätzlich behindert eine frühe Schwangerschaft erheblich die Chancen der Mädchen auf ein selbstbestimmtes Leben. So brechen sie die Schule meist vorzeitig ab und haben danach kaum noch Möglichkeiten, eine Ausbildung zu machen.

          Die Projektziele

          Ziel des Projektes war es, die Rechte von jungen Menschen auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit und Nicht-Diskriminierung zu stärken, damit sie ein selbstbestimmtes Leben, eine gleichberechtigte Partnerschaft und ein gesundes Sexual- und Familienleben führen können.

          Rund 15.000 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren profitierten von Schulungen und Aufklärung über sexuelle und reproduktive Rechte (SRR). Gemeinsam setzen sich die Jungen und Mädchen für Respekt und Gleichberechtigung ein. In Zusammenarbeit mit Schulen und Behörden fördern sie die Akzeptanz sexueller Minderheiten in der Gesellschaft. Schulungen für das Gesundheitspersonal staatlicher Einrichtungen verbessern die Beratung und Versorgung im Bereich der reproduktiven Gesundheit. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit 500.000 Euro gefördert.

          Was wir für den Projekterfolg getan haben

          In fünf Gemeinden der Region La Libertad nahmen 125 Jugendliche an Schulungen teil, in denen sie sich mit sexuellen und reproduktiven Rechten (SRR) auseinandersetzen. Die Schulungen behandelten Themen der sexuellen Aufklärung, Verhütung und Familienplanung ebenso wie die Rechte auf freie Partnerwahl, Nicht-Diskriminierung und körperliche Unversehrtheit. Das in den Schulungen erworbene Wissen geben die Jugendlichen anschließend an andere Schülerinnen und Schüler weiter. So organisieren sie beispielsweise Aktivitäten und Veranstaltungen an den 25 Projektschulen, bei denen sie über SRR informieren. Zudem wurden ihnen fünf Räumlichkeiten in den lokalen Gesundheitsstationen zur Verfügung gestellt, die wir mit Bildungsmaterialien zu gesundheitlichen und politischen Themen ausgestattet haben.  Dort treffen sich die Jugendlichen, um in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen über SRR zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Aktivitäten zu planen.

          An 25 Projektschulen bildeten wir 200 Lehrkräfte zu Sexualaufklärung, Menschenrechten und dem Abbau von Diskriminierung, beispielsweise gegenüber Homosexuellen und Transsexuellen, fort. Mit diesem Wissen sensibilisieren sie Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern für Themen der sexuellen Gesundheit und der Gleichberechtigung. Dabei werden auch Gewalt, Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie HIV/Aids, und frühe Schwangerschaften thematisiert. Etwa 1.400 Eltern profitierten von der Aufklärung und lernten, wie sie auch mit ihren Kindern über diese Themen sprechen können.

          An fünf Gesundheitsstationen bildeten wir 100 Angestellte zu SRR aus, damit sie die Reichweite und Qualität der Gesundheitsangebote verbessern. Hierfür stellten wir Aufklärungsmaterial über Gleichberechtigung und die Inklusion von Jugendlichen mit verschiedener sexueller Orientierung bereit. Für junge Schwangere und Mütter gibt es Informationsmaterial über das Verhalten vor und nach der Geburt sowie über verschiedene Angebote der Beratung und Unterstützung. Des Weiteren wurde über sexuell übertragbare Krankheiten und Präventionsmaßnahmen sowie über Schutzprogramme für junge Mütter und Opfer sexueller Gewalt informiert.

          Unter Einbindung der zuvor geschulten Jugendlichen wurden in jeder der fünf Projektgemeinden lokale Netzwerke gebildet, die sich für sexuelle Rechte, Familienplanung und Gleichberechtigung einsetzen. Für die Arbeit in diesen Netzwerken nahmen die Jugendlichen an weiteren Schulungen teil, in denen sie sich mit Öffentlichkeitsarbeit und den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf SRR beschäftigten. Gemeinsam erarbeiteten sie verschiedene Aktivitäten zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, um den Respekt gegenüber Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung zu fördern.

          In den Gemeinden sensibilisierten wir weitere lokale Akteure für Menschenrechte und Themen der Gleichberechtigung. Insgesamt 455 Gemeindemitglieder wurden hierzu geschult. Sie koordinierten anschließend die Aktivitäten zwischen den verschiedenen Institutionen auf Gemeindeebene und bezogen dabei auch die Jugendlichen in die Planung und Umsetzung mit ein.