Weltweite Hilfe
Unser Projekt gute Bildung für Kinder
Weniger als die Hälfte der eingeschulten Jungen und Mädchen schließen die Grundschule in Ruanda ab. Mit diesem Projekt möchten wir die Bildungssituation für Kinder deutlich verbessern. © Plan International / Jenny Matthews

Gute Bildung für Kinder

In Ruanda schließt nur rund die Hälfte aller Kinder die Grundschule ab. In den Vorschulen liegt die Einschulungsrate sogar nur bei 18 Prozent. Dabei werden gerade dort die Grundlagen für die ersten Schuljahre gelegt. In zwei südlich gelegenen Distrikten Ruandas unterstützen wir deshalb 25 Kindergärten und 20 Schulen, damit die Kinder bessere Bildungschancen erhalten. Eltern nehmen hierfür an Schulungen zu frühkindlicher Förderung und Lehrkräfte an pädagogischen Fortbildungen teil. Auch die Kinder selbst lernen, welche Rechte sie haben und wie sie diese einfordern können.

Gute Bildung für Kinder in RuandaHelfen auch Sie!

Das Projekt in der Übersicht

Projektregionen:
Bugesera und Nyaruguru

Projektlaufzeit:
Dezember 2018 - November 2021

Ziele:

  • Verbesserung der Bildungschancen und der frühkindlichen Förderung
  • Reduzierung von Schulabbrüchen

Maßnahmen:

  • Einrichtung von Kindergärten und Räumen zur frühkindlichen Förderung
  • Schulungen für 125 Betreuungskräfte und 1.000 Eltern.
  • Wirtschaftliche Stärkung der Eltern
  • Fortbildungen für 100 Lehrkräfte zu verbesserten Lehrmethoden, Gewaltprävention und Kinderschutz
  • Trainings für 900 Kinder zu Kinderrechten und Gleichberechtigung
  • Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit

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Was uns in Ruanda erwartet

In Ruanda sind 47 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahren. Die Bildung dieser jungen Generation ist für die Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung. Jedoch brechen viele Kinder die Schule frühzeitig ab oder müssen Klassenstufen wegen langer Fehlzeiten wiederholen. So werden zwar 94 Prozent der Jungen und 96 Prozent der Mädchen eingeschult, aber weniger als die Hälfte von ihnen schließt die Grundschule ab. Ursachen hierfür sind unter anderem eine schlechte Lehrqualität und mangelhafte Ausstattung der Schulen sowie die Armut vieler Eltern und Kinderarbeit.

Traditionelle Rollenvorstellungen und Normen hindern besonders Mädchen daran, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. So tragen vor allem frühe Schwangerschaften, geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Gewalt dazu bei, dass Mädchen die Schule abbrechen. Kritisch ist die Situation auch im Bereich der frühkindlichen Förderung. Die Einschulungsrate in den Kindergärten und Vorschulen liegt bei nur 18 Prozent. Dabei werden gerade dort die Grundlagen für ein späteres erfolgreiches Lernen gelegt. 

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

SDG1
Keine Armut
SDG3
Gesundheit und Wohlergehen
Hochwertige Bildung
Hochwertige Bildung
SDG5 Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichheit

Unsere Projektziele

Mit diesem Projekt möchten wir die Bildungssituation für Kinder in Ruanda verbessern. In 20 Grund- und Sekundarschulen der beiden Projektregionen Bugesera und Nyaruguru fördern wir bessere Lernbedingungen für Mädchen und Jungen, indem wir Lehrkräfte fortbilden, neues Unterrichtsmaterial und Schulausstattung bereitstellen. Insbesondere Mädchen möchten wir durch Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit davor bewahren, die Schule frühzeitig abzubrechen. 6.900 Schulkinder profitieren von diesen Maßnahmen. Zudem unterstützen wir 25 Kindergärten und damit circa 5.250 Kleinkinder, die durch gemeindebasierte frühkindliche Förderung auf die Schulzeit vorbereitet werden. Auf politischer Ebene setzen wir uns für eine angemessene Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher in den Vorschulen und die Inklusion von Kindern mit Behinderungen ein.  

 

Projektaktivitäten: Juli – Dezember 2019

Um Kindern zwischen drei und sechs Jahren frühkindliche Bildung und Förderung zu ermöglichen, arbeiten wir mit dem von Plan International entwickelten „CLAC“-Ansatz (Community Led Action for Children). Dieser basiert auf der Einbindung der Gemeinden und nutzt bereits bestehende Infrastruktur, um Kindergärten und Lernräume zu schaffen.

Um sich über diesen Ansatz auszutauschen, besuchte das Projektteam ein Plan-Programm in Kenia, in dem der Ansatz bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Ein Mitarbeitender des Nationalen Programms für frühkindliche Bildung begleitete das Team. Das Projektteam konnte viel von den Erfahrungen der kenianischen Kolleg:innen lernen. So nutzt Plan International Kenia ebenfalls bestehende Gemeindegebäude, wie etwa Kirchen, um dort Räume für Kindergärten einzurichten. Außerdem wurden Küchengärten an den Kindergärten angelegt, um die gesunde Ernährung der Kinder zu fördern.

Im November 2019 organisierte das Projektteam die Einschulungszeremonie für 196 Mädchen und Jungen aus Bugesera. Die Kinder hatten vorher vier der insgesamt 15 Kindergärten besucht, die im Projekt unterstützt werden. Während der Feierlichkeiten wurde darauf aufmerksam gemacht, welche zentrale Rolle die Kindergärten für die Entwicklung der Kinder und ihren Bildungsweg spielen.

„Die frühkindliche Entwicklung ist eine sehr wichtige Lebensphase. Es ist eine Zeit, in der Kinder viel über ihren Alltag lernen. Es ist auch eine Zeit, in der sie lebenslange Einstellungen zu sich selbst, zu anderen und zum Lernen entwickeln.“ William Mutero, Plan International Rwanda Country Director

An den Feierlichkeiten zur Einschulung nahmen nicht nur viele Gemeindemitglieder teil, sondern auch zahlreiche Vertreter:innen des staatlichen Bildungssektors, darunter der Direktor für Bildung der Region Bugesera sowie die Generaldirektorin für Politik und Planung des nationalen Bildungsministeriums. 

In mehreren Sitzungen haben wir 125 Eltern und Erzieher:innen in den beiden Projektregionen zu den Themen Wasser, Sanitäranlagen, Hygiene und Ernährung geschult. Sie alle erklärten sich bereit, das neu erlernte Wissen in ihren Gemeinden weiter zu geben. Auch die Mitglieder der Kindergarten-Managementkomitees sind in ihren jeweiligen Kindergärten aktiv und helfen dort zum Beispiel bei der Pflege der Gemüsegärten oder der Zubereitung von Schulmahlzeiten.

„Ich habe zwei Kinder in der Vorschule. Manchmal bin ich überrascht, wenn sie mir erzählen, was sie auf Englisch gelernt haben – eine Sprache, die ich weder spreche noch verstehe. Ich versuche mindestens einmal die Woche Kontrollbesuche in der Vorschule zu machen, zusammen mit den anderen Komitee-Mitgliedern, die das Essen für die Kinder zubereiten oder die Beiträge der Spargruppen einsammeln, mit denen wir das Essen für die Schulmahlzeiten kaufen.“ Betha Mukahigiro, Vorsitzender des Managementkomitees der Vorschule in Kamana.

In den beiden Projektregionen Bugesera und Nyaruguru begann der Bau von Mädchenwaschräumen an insgesamt zehn Schulen, damit Mädchen auch während ihrer Menstruation die Schule besuchen können. Im September 2019 führten wir Trainings mit Mitarbeiter:innen des Gesundheitswesens sowie Elternvereinigungen der Projektschulen durch. Die mehr als 100 Teilnehmer:innen erweiterten in den Schulungen ihr Wissen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und den damit verbundenen Rechten von Kindern. Sie erarbeiteten hierzu spezifische Maßnahmenpläne für das weitere Vorgehen. So sollen an den Schulen Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit zur Verfügung gestellt und direkt an die Kinder und Jugendlichen herangetragen werden.

60 Lehrkräfte aus Grund- und Sekundarschulen kamen  im Berichtszeitraum in sogenannten Reflektionszirkeln zusam men, um gemeinsam über Kinderschutz, geschlechtsspezifische Gewalt und Kinderrechte zu sprechen. In Kleingruppen tauschten die Lehrer:innen ihre Erfahrungen und ihr Wissen aus. Sie diskutierten, wie sie die Themen am besten in den Unterricht einbringen und welche Methoden dafür geeignet sind. Im weiteren Projektverlauf soll den Lehrkräften audiovisuelles Material zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie sich selbstständig fortbilden und untereinander austauschen können. 

Während der gesamten Laufzeit des Projektes finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte sowie nach Beendigung des Projektes wird eine ausführliche Evaluierung durchgeführt.

Exemplarische Projektkosten

10 EUR:

Ein Stuhl inklusive einer Tischvorrichtung für die Klassenräume der Projektschulen

306 EUR:

Ausstattung der Mädchen-Waschräume mit notwendigen Utensilien wie Binden, Erste-Hilfe-Kits und Informationsmaterial

9.041 EUR:

Bau eines kinderfreundlichen und gemeindebasierten Kindergartens

 

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