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Projekt Syrische Flüchtlingskinder Afrika Ägypten
© Heba Khalifa

Syrischen Flüchtlingskindern helfen

In der Region Giza in Ägypten leben viele geflüchtete Syrerinnen und Syrer in prekären Verhältnissen. Vor allem die Kinder sind gefährdet durch Kinderarbeit, Gewalt, sexuelle Übergriffe und Frühverheiratung. Deshalb engagieren wir uns in der Flüchtlingshilfe im Ausland. Wir stärken die Schutzstrukturen in der Region, schaffen kinderfreundliche Räume und bieten psychosoziale Unterstützung für Kinder und Erwachsene. Spargruppen und berufliche Schulungen helfen den Familien, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Infos zum Projekt

Das Projekt ist erfolgreich finanziert

Dieses Projekt wurde erfolgreich eingeworben. Wir benötigen hierfür keine weiteren Spenden. Gerne können Sie uns jedoch mit der Übernahme einer Patenschaft oder einer Spende in unseren Sonderprojekt-Fonds unterstützen.


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Das ist der Projektrahmen

Projektregion:
Giza

Projektlaufzeit:
Oktober 2017 – Oktober 2020

Ziele:

  • Ein sicheres Umfeld und verbesserte Lebensumstände für syrische und ägyptische Kinder
  • Stärkung der sozioökonomischen Situation syrischer und ägyptischer Familien

    Maßnahmen:

    • Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen
    • Gründung von Kinderschutzkommitees
    • 36 Kinder- und Jugendclubs engagieren sich für Integration und Gleichberechtigung
    • 50 Spargruppen verbessern ökonomische Perspektiven
    • Unternehmerische Schulungen für 640 junge Frauen und Männer

      Was uns in Ägypten erwartete

      Unser Programmgebiet in Ägypten.
      Unser Programmgebiet in Ägypten.

      Wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat sind viele Syrer:innen nach Ägypten geflohen. Anders als in Europa gibt es in Ägypten keine Einrichtungen zur Erstaufnahme für die Geflüchteten. Daher leben sie mit den ägyptischen Gemeinden zusammen und bekommen so gut wie keine Unterstützung von der Regierung. Ihre Lebensbedingungen sind prekär und viele der Geflüchteten leben in Armut. Rund 70 Prozent der Männer sowie 96 Prozent der Frauen sind arbeitslos – trotz eines vergleichsweise hohen Bildungsniveaus. Vor allem Kinder sind stark gefährdet. Es besteht die Gefahr von Kinderarbeit, sexuellen Übergriffen und früher Verheiratung. Auf der anderen Seite hat auch die ägyptische Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen Instabilität im Land mit Armut und schwierigen Lebensbedingungen zu kämpfen. 25 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

      Die Projektziele

      Mit diesem Projekt wollen wir ein sicheres Umfeld für syrische und ägyptische Kinder schaffen und ihre Lebensumstände verbessern. Dafür stärken wir Schutzstrukturen in den Stadtteilen Faisal und Haram sowie der Stadt des 6. Oktober in der Projektregion Giza. In jedem dieser Stadtteile wird ein Kinderschutzkomitee gegründet und ein sicherer Raum für die Kinder zum Spielen und Lernen eingerichtet. Eltern lernen in Schulungen, wie sie ein schützendes Umfeld für ihre Kinder schaffen und eigene Stresssituationen bewältigen können. Wir unterstützen syrische und ägyptische Familien, ihre ökonomischen Perspektiven zu verbessern, eigene Unternehmen zu gründen oder eine Arbeitsstelle zu finden. Insgesamt profitieren 2.190 Kinder und Erwachsene direkt von den Projektmaßnahmen, 70 Prozent von ihnen sind syrische Geflüchtete. Weitere 11.000 Personen profitieren indirekt von den Projektaktivitäten.

      Ein eigenes Einkommen schafft Selbstvertrauen

      ©Plan International
      ©Plan International

      „Es war eine völlig neue Erfahrung für mich“, beschreibt die 37-jährige Mona ihren ersten Eindruck in der Spargruppe. „Ich kannte ja niemanden. Aber der Leiter der Gruppe begrüßte mich sehr freundlich. Er stellte mich den anderen Mitgliedern vor und erklärte mir, wie die Spargruppe funktioniert. Ich habe viel darüber gelernt, was es braucht, um ein Einkommen zu erwirtschaften: Marketing, Verhandlungsgeschick und eine Marktanalyse. Die Spargruppe hat mir sehr bei der Unternehmensgründung geholfen.

      Vor allem habe ich meine Schüchternheit überwunden. Ich kaufe jetzt Haushaltsgeräte auf, die Herde und Kühlschränke. Anschließend verkaufe ich sie auf Raten weiter. So kann ich zum Einkommen meiner Familie beitragen. Meine Tochter besucht inzwischen den Kinderclub. Sie ist sehr glücklich über die Aktivitäten dort. Jeden Freitag nimmt sie ihren Bruder mit. Gemeinsam malen sie in den kinderfreundlichen Räumen.“

      Projektaktivitäten: November 2019 - April 2020

      Die drei von uns eingerichteten kinderfreundlichen Räume dienen syrischen und ägyptischen Kindern als Raum zum Lernen und Spielen sowie dem kulturellen Austausch. Zu diesem Zweck haben wir beispielsweise Filmabende organisiert, bei denen jeweils ein syrischer und ein ägyptischer Film gezeigt wird, um anschließend mit den Kindern kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu diskutieren. Außerdem haben sich in den kinderfreundlichen Räumen tätige Gemeindehelfer:innen in einer von uns angebotenen Schulung zur psychologischen Erstversorgung weitergebildet.

      Von November 2019 bis April 2020 haben 78 syrische und ägyptische Kinder und Jugendliche den Abschluss ihres Champions-of-Change- und Aflatoun-Kurses gefeiert. Im Kurs Champions of Change lernten die Jugendlichen und im Kurs Aflatoun die Kinder, Rollenbilder kritisch zu hinterfragen und sich für mehr Gleichberechtigung einzusetzen.

      Bei der Zeremonie zur Übergabe der Abschlusszertifikate berichtete eine Mutter, sie hätte sich nie vorstellen können, dass ihr sehr zurückhaltender Sohn sich aktiv an dem Kurs beteiligen und neue Freund:innen finden würde. Die Kurse helfen vielen Kindern und Jugendlichen, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, und sie vermitteln ihnen wertvolle Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben. Außerdem haben wir 13 neue Elterngruppen zur positiven Erziehung und Sensibilisierung für Kinderrechte gegründet. Durch die Gruppen erhalten Eltern und andere Erziehungsberechtigte die Möglichkeit, sich über Probleme im Umgang mit ihren Kindern auszutauschen und zu lernen, wie sie damit umgehen und ihre Beziehung stärken können.

      Von November 2019 bis April 2020 haben wir fünf Selbsthilfegruppen für Frauen und zwei Gruppen für Männer zur psychosozialen Unterstützung angeboten. In den wöchentlichen Sitzungen lernen die Teilnehmenden mit traumatischen Erfahrungen wie Flucht oder Verlust von Angehörigen umzugehen und sich mit ihren negativen Emotionen auseinanderzusetzen, um ihre Lebensqualität zu steigern.

      Die gemeinsamen Freizeitaktivitäten haben sich als erfolgreiche Strategie für die Integration von syrischen und ägyptischen Gemeindemitgliedern erwiesen. Beim gemeinsamen Essen und Sport findet interkultureller Austausch in einem ungezwungenen Rahmen statt. Besonders die Kinder profitieren von den Aktivitäten, sie schließen Freundschaften und tauschen sich spielerisch über kulturelle Unterschiede aus, indem sie sich beispielsweise gegenseitig Lieder beibringen. Zwischen November 2019 und April 2020 haben 313 Gemeindemitglieder an den Freizeitaktivitäten teilgenommen, davon 234 Syrer:innen und 79 Ägypter:innen.

      Zwischen November 2019 und April 2020 haben wir die Gründung von 13 Spargruppen gefördert. Die Mitglieder dieser Spargruppen haben die Möglichkeit, ihr Erspartes in einkommensschaffende Tätigkeiten zu investieren, um mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen. Darüber hinaus haben wir Schulungen in Holzmalerei und Parfümherstellung angeboten, in denen Teilnehmer:innen lernen Produkte herzustellen, die sie gewinnbringend verkaufen können.

      Zusätzlich erhielten 80 Projektteilnehmer:innen Zuwendungen für die Gründung eines Unternehmens. Sie investierten das Geld in unterschiedliche Projekte wie die Produktion und den Verkauf regionaler Spezialitäten wie Gebäck und Süßigkeiten oder sie eröffneten eine Schneiderei oder einen Frisörsalon. Der Telefonanbieter Orange hat sich verpflichtet, den Jungunternehmer:innen Mobiltelefone und Tarife zu vergünstigten Konditionen für ihre Geschäfte zur Verfügung zu stellen.

      Um Frauen wirtschaftlich zu stärken und ihnen mehr finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen, haben wir im Berichtszeitraum drei öffentliche Gemeindesensibilisierungs- und Informationstreffen organisiert, an denen auch religiöse und traditionelle Autoritäten teilnahmen. Im Zuge der Treffen wurden Möglichkeiten für Einkommen schaffende Aktivitäten und deren Finanzierung diskutiert. Besonders erfreulich war die rege Teilnahme männlicher Gemeindemitglieder. Obwohl viele Männer zu Beginn skeptisch waren, konnten viele letztlich überzeugt werden. Nun unterstützen sie die unternehmerischen Tätigkeiten ihrer Frauen. Weiterhin war das Projekt auf einem Treffen der Gewerkschaft regionaler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vertreten, wo 109 ägyptischen NGOs zusammenkamen sowie das Ministerium für soziale Solidarität und Unternehmer:innen. Die Projektmitarbeiter: innen haben dieses Forum genutzt, um die Bedeutung der Integration von Frauen und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hervorzuheben.   

      Ihre Hilfe kommt an!
      • Projektausgaben (82,95 %)
      • Werbeaufwendungen (12,22 %)
      • Verwaltungsaufwendungen (4,83 %)
      • DZI Spendensiegel
      • TÜV NORD
      • eKomi Kundenauszeichnung in Gold
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