Probleme mit dem Superfood. Interview mit Veronica Zambrano über das Quinoa-Paradox

von Redaktion

Wir treffen Veronica Zambrano, Projektleiterin Plan International Ecuador, für eine Reihe von Interviews.
2. Quinoa ist ein Exportschlager des südamerikanischen Landes. Warum unsere Lust auf das Superfood für die Menschen der Region ein Problem darstellt…

Diese Frau kann mit Fakten beeindrucken, wie nur wenige. Wenn Veronica Zambrano über die Menschen und die Nöte ihres Landes spricht, dann breitet sie in knappen Sätzen pointiert ihr Wissen aus. Und sie bringt die Lage diverser Bevölkerungsgruppen auf den Punkt. Veronica, Projektleiterin Plan International Ecuador, erklärt, warum sich die jungen Mädchen in den entlegenen Gebieten ihres Heimatlandes die Bäuche abbinden, wenn sie ungewollt schwanger geworden sind. Veronica nimmt den Zuhörer ein, wenn sie erläutert, welche Folgen Mangelernährung besonders für Kleinkinder in den ersten zwei Lebensjahren hat. Und Veronica kann sehr anschaulich erklären, warum sich der Quinoa-Boom für die Einheimischen eher zu einem Unglück entwickelt hat.

Foto © Susanne Baade/Plan International

 

 

„Es ist ein bizarres Tauschgeschäft: Wir verkaufen unser gesundes Essen an die Industrieländer, und importieren industriell gefertigte Lebensmittel."

#Veronica Zambrano, Ecuador

Wir treffen Veronica Zambrano in Hamburg. Sie ist nach Deutschland gekommen, um in diversen Vorträgen über die Lage in ihrem Land zu reden – und über die Projekte, die sie für Plan International betreut. All diesen ist gemeinsam, dass sie den Menschen vor Ort als Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Und wenn Veronica ein Projekt zum Aufbau einer Bäckerei in Cotopaxi vorstellt, geht es dabei um viel mehr als um das Backen von Brot. In diesem Interview spricht Veronica über den verblüffenden Nebeneffekt eines südamerikanischen Erfolgsprodukts. Quinoa, in vielen Ländern begehrtes Superfood, hat eine verblüffenden Nebeneffekt. Im Interview erleben wir eine warmherzige Frau, die einem bewusst macht, wie komplex Konsum sein kann…

 

Teil II – das Quinoa-Paradox

 

Zum Hintergrund: Quinoa gehört zur Gattung der Gänsefüße in der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Seit mehr als 5.000 Jahren wird die Kulturpflanze in den Anden angebaut, denn sie gedeiht auch in großen Höhen bis über 4.000 Meter. Die kleinen einsamigen Nüsschen sind ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Bergvölker, da viele andere Pflanzen – etwa Mais – hier nicht mehr wächst. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte das Jahr 2013 zum Jahr der Quinoa. Die Pflanze soll den Hunger auf der Welt bekämpfen. Vitamingehalt und Nährwert sind ungefähr dem von Reis vergleichbar. Quinoa enthält jedoch deutlich mehr Mineralien wie Kalium, Magnesium und Phosphor, mehr Eiweiß und eine größere Menge mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Weltweit werden etwa 150.000 Tonnen Quinoa geerntet.

 

Hier geht es zu Teil I unserer Interview-Reihe – Veronica spricht über Mangelernährung

 

Ernährung sichern und Umwelt schützen im Hochland von Peru

In der Hochland-Region Perus leidet die Mehrheit der Kinder an Mangelernährung. Die Effekte des Klimawandels bedrohen die Nahrungsmittelsicherheit der kleinen Gemeinden und die Familien verfügen über kaum ausreichenden Kenntnisse und wirtschaftliche Mittel, um dieses Problem zu beseitigen.

Was wir erreichen wollen

  • Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Ernährungssituation der Kinder aus der Provinz Paucartambo.
  • Frauen werden besonders unterstützt, da sie oft für die Ernährung der gesamten Familie zuständig sind und über weniger Einkommensmöglichkeiten verfügen.

Was wir dafür tun

  • In Schulungen zur gesunden Ernährung lernen Eltern die Bedeutung einer ausgewogenen Nahrungsaufnahme für ihre Kinder kennen.
  • Wir unterstützen die Frauen und Mütter bei der Entwicklung von umweltfreundlichen Geschäftsmodellen, sodass sie in der Lage sind, in die gesunde Ernährung und Bildung von ihren Kindern zu investieren.

Was Sie dafür tun können

  • Nutzen Sie einfach unser Online-Projektspendenformular, um dieses Projekt aktiv zu fördern.
  • Lesen Sie jetzt die Projektbeschreibung und erfahren Sie mehr Details zum Projekt.

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