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„Ich gründete die Stiftung im Sinne meines Mannes“

von Stiftung Hilfe mit Plan

Unsere Stifter:in des Monats August ist Heidrun Stiepermann. Der ehemaligen Lehrerin und ihrem Ehemann Benno Böcker waren Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Umweltschutz immer ein großes Anliegen. Auf Reisen konnten sie erleben, wie anders der Schulalltag von Kindern aussehen kann und wie wichtig gute Bildung ist. Nach dem plötzlichen Tod ihres geliebten Ehemanns kurz vor seinem 65. Geburtstag gründete Heidrun Stiepermann die Treuhandstiftung „Bildung gibt Hoffnung“ ganz in seinem Sinne.

1. Was war der Auslöser für Ihr Engagement?

Als Religionslehrerin war es mir immer wichtig, mich sozial zu engagieren. Wir hatten in unserer Schulgemeinde und in Religionsgruppen weltweit selbst Patenschaften mit Kindern aufgebaut, wie in Tansania, Sri Lanka oder Peru. Auf Basaren verkauften Schüler:innen Selbstgebasteltes, wobei sie die Erlöse spendeten. Es ergaben sich Brieffreundschaften zu den Kindern in den Ländern. Ich habe die Patenschaften immer bis zu einem sinnvollen Ende geführt wie zum Beispiel einem Schulabschluss.

Über Ulrich Wickert erfuhrt ich zum ersten Mal von Plan International . Das war vor ca. 20 Jahren. Mein Engagement habe ich bei Plan International mit Patenschaften begonnen. Mittlerweile habe ich mein drittes Patenkind – immer in Afrika. Konzentriert habe ich mich auf das Land Burkina Faso, da es eines der ärmsten Länder Afrikas ist. Ich finde es gut, dass Plan International so arbeitet, dass die Förderung eines Kindes der ganzen Gemeinde zugutekommt. Auch die Geschenke an die Patenkinder sind so von Plan International gewählt, dass sie von anderen Kindern genutzt werden können.

Meine Treuhandstiftung habe ich 2010 im Sinne meines Mannes ins Leben gerufen, nachdem er 2005 plötzlich verstorben war. Mein Mann und ich hatten immer gemeinsame Werte und Ziele. Diese spiegelten sich auch in der Stiftung wider. Ich habe nun aber entschieden, meine Treuhandstiftung wieder in die Hände der Stiftung Hilfe mit Plan  zu geben und das Kapital in die Dachstiftung zu überführen. Ich wollte mich lieber über Zustiftungen engagieren. Seitdem unterstütze ich den FUTURE-Fonds, der Familien gegen die Auswirkungen des Klimawandels stärkt. Und ich unterstütze den LEAD-Fonds, der es Mädchen ermöglichen soll, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich hätte meine Stiftung auch als Vermächtnis sehen und an die Stiftung Hilfe mit Plan vererben können, wollte aber lieber bereits zu Lebzeiten das Geld direkt einsetzen und sehen, was ich damit erreichen kann.

 

2. Was liegt Ihnen bei Ihrem Engagement besonders am Herzen?

Mir liegt die Förderung von Mädchen sehr am Herzen. Es ist mir wichtig, dass Mädchen mithilfe einer guten schulischen Bildung ihren eigenen Weg finden können und sich nicht fremdbestimmen lassen müssen. Die Projekte von Plan International helfen, nachhaltig Veränderungen zu erzielen.

Es ist auf der ganzen Welt weiterhin unsere Aufgabe, für Chancengleichheit zu sorgen. Mädchen haben an so vielen Orten der Welt noch nicht einmal die Möglichkeit, in die Schule zu gehen. Aus diesem Grund unterstütze ich den LEAD-Fonds, der Mädchen befähigen soll, ihr eigenes Leben in die Hand nehmen und in Führungspositionen gelangen zu können.

3. Warum sind Sie gerne Teil unserer Stiftungsfamilie?

Ich weiß, dass ich mich in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten befinde, in der andere ähnliche Ideen teilen. Es ist schön zu wissen, was man im Verbund alles erreichen kann. Die Wirkungsberichte zeigen mir deutlich, welche Erfolge Plan International regelmäßig erzielt. Auch lese ich in der StiftungsPost gerne von den Berichten anderer Stifter:innen und Unterstützer:innen, was sie auf ihren Projektreisen erlebt haben, aus welchen Gründen sie sich engagieren und welche Projekte sie fördern.

 

4. Was war bisher Ihr größtes Highlight?

Das Stiftungstreffen in der Elbphilharmonie war ein wunderbares Erlebnis. Ich fand es faszinierend, zum ersten Mal mit Menschen in diesem Rahmen zusammenzukommen, die ähnlich motiviert sind wie ich. Es war interessant von ihnen zu erfahren, wie sie sich engagieren, warum sie eine Stiftung gegründet haben und was sie antreibt. Auch wurde an dem Tag auf der Bühne so viel Wirkung gezeigt. Es kamen Frauen aus den Projektländern zu Wort, die von ihrem Werdegang, von ihrer Arbeit und ihren Erfolgen sprachen. Sie waren oft selbst ehemalige Plan-Kinder und mittlerweile Plan-Mitarbeiterinnen. Das war sehr inspirierend zu sehen, dass diese Frauen mit ihren Errungenschaften als Patenkinder weiterhin für Plan International tätig waren und nicht mit ihrer Expertise andere Wege eingeschlagen sind. Sie wollten von dem zurückgeben, was sie durch Plan International gewonnen hatten. Ich war allein auf dem Stiftungstreffen, kam aber sehr schnell ins Gespräch mit anderen Gleichgesinnten. Es herrschte eine offene und wertschätzende Atmosphäre. Auch das Rahmenprogramm mit Stadtführungen, Abendessen und Musik war sehr schön.

Ein weiteres Highlight sind immer wieder die Wirkungsberichte von Plan International, denen ich entnehmen kann, was wieder alles in den einzelnen Projekten erreicht wurde. Mir gefällt persönlich vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe. Dass eben aus den eigenen Reihen Umdenken in den Gemeinden angestoßen wird. Gerade beim Thema FGM (Female Genital Mutilation) ist es so wichtig, dass Autoritäten aus den Gemeinden oder ehemalige Beschneiderinnen selbst davon überzeugt sind, diese brutale Praxis zu beenden und alternative Initiationsriten für die Mädchen abzuhalten.

5. Was raten Sie anderen, die sich engagieren möchten?

Jeder soll sich seinen Möglichkeiten entsprechend einbringen. Man kann z.B. zunächst eine Patenschaft abschließen und dabei Einblicke in Plans Arbeit bekommen. Wer lieber etwas Eigenes haben möchte, aber den Aufwand scheut, ist auf jeden Fall mit einer Treuhandstiftung unter dem Dach der Stiftung Hilfe mit Plan bestens versorgt. So kann man den Arbeitsaufwand individuell gestalten und nur die Aufgaben übernehmen, die einem Spaß machen.

 

6. Was ist Ihr größter Traum für die Kinder der Welt?

Ich wünsche mir, dass Kinder ohne Gewalt aufwachsen, dass sie Zugang zu Bildung haben und ihre Talente entfalten können. Und, dass vor allem Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Auch Sie möchten sich für Kinder weltweit engagieren? Sprechen Sie uns gerne an.

Julia Hammer & Team

Engagementberatung
Tel.: 040 / 607 716 - 260
E-Mail: info@stiftung-hilfe-mit-plan.de

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