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So wirken freie Spenden

von Stiftung Hilfe mit Plan

Sogenannte „freie Spenden“ helfen uns ganz besonders, denn wir können sie flexibel und effizient dort einsetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden und die größte Wirkung entfalten. Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Bauch und Florian Böckler, Leiter der Abteilung Internationale Zusammenarbeit bei Plan International Deutschland, berichten, warum freie Spenden gerade jetzt in der Corona-Krise so wichtig sind.

„Wenn ein Naturereignis oder eine politische Krise über die Menschen hereinbricht, ist es wichtig, sofort und unkompliziert helfen zu können. Es ist nicht so, dass wir dann einfach nur einen Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln in ein Land schicken. Wir müssen vielmehr Strukturen aufrechterhalten. Und das ist eine komplexe Angelegenheit, die sich oft nur schwer vermitteln lässt.“

− Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hilfe mit Plan und Plan International Deutschland e.V.

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Foto © Plan International | Ein Mädchen in Bangladesch hat ein Hygieneset von Plan International erhalten.

Sogenannte „freie Spenden“ ermöglichen es uns, in solchen Notsituationen schnell handeln zu können. Eine freie Spende hat keinen Verwendungszweck. Die Förder:in überlässt es uns, der Organisation, die Mittel so einzusetzen, wie wir es für richtig halten.

„Das ist ein großer Vertrauensbeweis in unsere Arbeit“, betont Fabian Böckler, Leiter der Abteilung Internationale Zusammenarbeit bei Plan International Deutschland. „Gerade jetzt in der Corona-Krise geht es darum, die Programme in den Projektländern am Laufen zu halten, während die neuen Probleme, die durch Covid-19 verursacht werden, noch mit bearbeitet werden müssen. Corona ist wie eine weitere Hürde bei den ohnehin bereits vorhandenen Herausforderungen. Wir wollen z.B. weiterhin Kinderheiraten in Niger verhindern, müssen aber gleichzeitig mit neuen Schwierigkeiten umgehen, wie Schulschließungen und zunehmender häuslicher Gewalt aufgrund von Lockdowns. Diese Krise verläuft ständig in Wellenbewegungen. Wir müssen unsere Arbeit täglich anpassen und unsere Maßnahmen nachjustieren.“

Plan International hat diesmal die „Alarmstufe Rot“ nicht nur für ein Land ausgerufen, sondern weltweit. Das bedeutet, dass jeder einzelne Bereich der Organisation dazu aufgerufen ist, so viel wie möglich an Mitteln zur Verfügung zu stellen, um diese Katastrophe zu bewältigen. Alle 70 Plan-Länder müssen nun ihre Kräfte bündeln, um sich dieser Herausforderung gemeinsam bestmöglich zu stellen.

Dank freier Spenden kann die Kinderhilfsorganisation auch in Krisen genau das aufrechterhalten, wofür sie steht: Programmarbeit, die auf mehreren Ebenen gleichzeitig wirkt. Sie baut nicht einfach eine Schule, sondern vermittelt einer ganzen Gemeinde, dass Bildung für sie der Weg aus der Armut ist. Und dass dies auch in Zeiten von Krisen nicht über Bord geworfen werden sollte. Dieser Ansatz ist langfristig auf Jahre angelegt und endet nicht mit dem Abschluss eines Projektes.

Das funktioniert aber nur, wenn alle dazu notwendigen Bereiche abgedeckt sind: wirtschaftliche Sicherheit der Eltern, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Mädchen, Kindesschutz, Hygiene und Zugang zu sauberem Wasser sowie Sanitäranlagen, etc. „Wir nennen das ‚People-centered approach – Menschenzentrierter Ansatz‘“, erklärt Fabian Böckler. „Einem Kind nützt Bildung nur wenig, wenn es keinen Schutz vor Gewalt hat oder keine reproduktiven Rechte. Wird ein Mädchen früh verheiratet und ungewollt schwanger, wird es aus der Schule herausgerissen. Dann ist das Schulgebäude an sich für das Mädchen kein Gewinn mehr. Vielmehr müssen die Strukturen stimmen, um den Schulbesuch zu sichern – und zwar nachhaltig.“

Foto © Plan International | Freie Spenden helfen, bei Katastrophen sofort handeln zu können, wie hier nach einem Taifun in Vietnam 2020.

Freie Spenden helfen uns, in genau solche Themen zu investieren, die nicht als harte Komponenten gelten, wie eben bloß der Bau eines Krankenhauses oder einer Schule. Und in solche, die nicht von den Medien abgedeckt werden, sogenannte vergessene Krisen. Denn regelmäßig werden Gemeinden in den Projektländern von Plan International von anderen Katastrophen heimgesucht, wie beispielsweise Überschwemmungen, Erdrutschen, Cholera-Ausbrüchen oder Bränden. Aber auch von politischen Unruhen und Hungersnöten. Nur wenn wir rasch auf diese Ereignisse reagieren können, können wir auch gewährleisten, dass Kinder beispielsweise weiter zur Schule gehen und Eltern ihre Familien ernähren können.

Gerade jetzt in der Corona-Krise ist viel Kreativität gefragt. Plan International steht für Innovationen. Diese lassen sich ebenfalls am besten mithilfe freier Spenden finanzieren. Denn sie benötigen eine gewisse Pilotphase, in der wirksame Ansätze überprüft werden, bevor für sie Geldgeber gewonnen werden können.

„Projekte mithilfe öffentlicher Geldgeber wie das Auswärtige Amt oder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sind zudem sehr wertvoll, aber brauchen ebenfalls freie Spenden als Voraussetzung“, sagt Dr. Werner Bauch. „Öffentliche Mittel können z.B. ein Projekt von einer Million Euro realisieren, wir müssen aber ein Eigenkapital von z.B. 150.000 Euro mitbringen. Das darf dann nicht zweckgebunden sein, sondern muss aus freien Spenden kommen.“

„Unter Corona müssen wir plötzlich völlig neu denken und völlig neue Ansätze entwickeln“, ergänzt Fabian Böckler. „Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln können wir Menschen nicht mehr persönlich begegnen oder uns zu Schulungen treffen. Wir betreiben nun Aufklärung zu Themen wie Kinderheirat, sexueller Gewalt und Kinderrechten mittels digitaler Medien und Haus-zu-Haus-Besuchen. Wir versuchen, Bildung bzw. Unterricht über Radio und Internet aufrechtzuerhalten.“

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„Corona ist für uns die größte Herausforderung, die Plan International seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat, denn sie ist global. Wir alle sind davon betroffen. Aber ganz besonders eben Kinder und davon noch einmal verstärkt Mädchen.“

− Fabian Böckler, Leiter der Abteilung Internationale Zusammenarbeit bei Plan International Deutschland

Denn Schulschließungen und die Isolation von Mädchen und Frauen im häuslichen Bereich bewirken, dass sie aus dem öffentlichen Bereich zurückgedrängt werden, nicht mehr sichtbar sind und die Gewalt hinter verschlossenen Türen gegen sie zunimmt. „Jegliche Sicherheitsnetzwerke brechen für diese Menschen weg, die es bislang für sie im öffentlichen Raum gab“, sagt Fabian Böckler. „Und darauf müssen wir als Kinderhilfsorganisation jetzt reagieren. Schnell und unkompliziert.“

Unterstützen auch Sie unsere Arbeit für Kinder und ihre Familien mit einer freien Spende. Vielen Dank.


Spendenkonto
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