Foto © Plan International

Coronavirus: Auswirkungen auf unsere Arbeit

von Stiftung Hilfe mit Plan

Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich auch auf die Arbeit von Plan International und der Stiftung Hilfe mit Plan aus. Wenn Sie Fragen haben, sind wir jederzeit für Sie da. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail: 040/607 716-260, info@stiftung-hilfe-mit-plan.de.

Update: Umfassende Informationen zum Thema finden Sie ab sofort auf unserer Sonderseite zur Corona-Krise.

Update 20.03.2020: Wie sieht es in den Projektländern aus?

Die Zahl der Fälle in den Ländern, in denen Plan International Programme durchführt, ist derzeit noch gering (aktuelle Fallzahlen weltweit finden Sie hier), doch die Arbeit vor Ort ist durch Reiserestriktionen und Ausgangssperren diverser Regierungen betroffen. Das wird täglich dramatischer, vor allem, da die medizinische Versorgung vor Ort erheblich schwieriger ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort tun alles, um sich und die Kinder sowie ihre Familien und Gemeinden vor Ort zu schützen und zu informieren. Vor allem im Bereich Hygiene wird daran gearbeitet, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, z.B. durch eine verstärkte Sensibilisierung und Aufklärung der Menschen vor Ort oder die Einrichtung von Handwaschstationen.

Zudem verändert der Ausbruch des Coronavirus die Umgebung, in der Kinder aufwachsen, tiefgreifend. Schulen werden geschlossen, Familienmitglieder könnten erkranken und Gemeinden verlieren die Möglichkeiten, sich selbst zu finanzieren. Das ist vor allem für Kinder eine große Belastung und kann langfristige Folgen haben.

Gemeinsam versuchen wir, diese Folgen zu erkennen und soweit wie möglich abzufedern. Bitte unterstützen Sie uns in dieser Situation mit Ihrer Spende. Vielen Dank!

Spendenkonto
Stiftung Hilfe mit Plan
IBAN: DE60 7002 0500 0008 8757 07
BIC: BFSWDE33MUE
Stichwort: Freie Spende

Kinderrechtsaktivistin Loveness berichtet aus Simbabwe

Foto © Bert Brüggemann

 

"Bisher wurden in Simbabwe keine Corona-Fälle bestätigt, doch es gibt wohl einen Fall in Bulawayo. Das Leben geht bis jetzt normal weiter, aber die Menschen sind natürlich beunruhigt.

Meine Kinder erzählten mir gerade beim Mittagessen, dass ihre Lehrer sagen, dass das Schuljahr vielleicht vorzeitig beendet wird, wenn sich die Lage verschärft.

Die meisten Neuigkeiten zum Virus in Simbabwe hören wir aus fremden Nachrichten oder über Social Media. Unsere Regierung sagt, dass es bisher keine bestätigten Fälle gibt. Doch wir befürchten, dass sie uns nicht die Wahrheit sagen.

Ich habe Angst, dass wenn sich das Virus ausbreitet, Menschen in Simbabwe sterben werden. Nicht nur an der Krankheit, sondern auch durch Hunger. Wenn es einen Shutdown gibt, wird es hier chaotisch werden. Niemand kann es sich leisten, genug Essen für die Familie zu kaufen, ganz zu schweigen davon Vorräte anzulegen. Sogar die Basics sind gerade extrem teuer.

Es gibt Vorsichtsmaßnahmen, zum Beispiel dass wir unsere Hände waschen und desinfizieren sollen. Doch das ist schwierig, wenn es kaum fließendes Wasser gibt. Seife gibt es nur zum Baden und Waschen. Für mehr reicht das Geld nicht. Auch alkoholhaltiges Desinfektionsmittel kann sich nur eine Handvoll Menschen leisten. Selbst in den Schulen gibt es nicht genug Seife. Meine Kinder wurden gebeten, Seife von Zuhause mitzubringen.

Es gibt zu wenig Vorbereitungsmaßnahmen in Simbabwe. Wo sollte man auch anfangen? Eine fünfköpfige Familie teilt sich hier oftmals ein Zimmer, mit Familien derselben Größe, die in den Zimmern daneben leben und das in Wohnungen mit sieben Zimmern. Oder Gemeinden, in denen sich alle Menschen Wasser aus einem Brunnen holen müssen. Manchmal sind dabei 30 Menschen für 3-4 Stunden an einem Ort.

Auch sind viele Menschen selbstständig. Sie wissen nicht, wie sie überleben sollen, wenn sie kein Geld verdienen. Das günstigste Fortbewegungsmittel ist ein Bus, in den 100 Passagiere passen. Wir werden nicht in der Lage sein, das Virus zu kontrollieren. Ich habe Angst, dass wir geliebte Menschen verlieren werden. "

Weitere Berichte aus den Projektländern finden Sie hier.

Update 18.03.2020

Weltweit breitet sich das Coronavirus immer stärker aus – dies wirkt sich natürlich auch auf unsere Organisation und die Gemeinden, in denen wir arbeiten, in vielfacher Weise aus.

Wir reagieren mit Augenmaß auf die aktuellen Herausforderungen. Wir treffen in Abstimmung mit den verschiedenen Regierungen Schutzmaßnahmen, um unsere wichtige Arbeit gerade in dieser schweren Zeit fortzusetzen. Dabei unterstützen wir auch die Regierungen in unseren Projektländern, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Denn dort drohen aufgrund der oft schwachen Gesundheitssysteme noch unvorstellbare Auswirkungen für die Menschen.

Wir setzen alles daran, die Kinder, ihre Familien und Gemeinden auch in dieser beispiellosen Situation zu stärken. Dafür brauchen wir weiterhin die Unterstützung unserer Stifterfamilie. Viele Menschen weltweit zählen auf uns.

Unsere Arbeit ist gegenwärtig wichtiger denn je.

Bitte helfen Sie in dieser Situation mit Ihrer Spende. Am meisten helfen uns derzeit freie Spenden, die wir dort einsetzen können, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Vielen Dank!

Als Stiftungsteam freuen wir uns über Ihren Zuspruch und Ihre Solidarität und sind auch weiterhin für Sie da, ob telefonisch oder per E-Mail.

Passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf – und bleiben Sie gesund!

Update 13.03.2020

Alle Besuche in oder aus den Programmländern werden vorsorglich bis Ende Mai abgesagt. Auch in den Projektländern werden Schutzmaßnahmen getroffen.

Der Ausbruch des Coronavirus stellt die Gesundheitssysteme in Europa vor große Herausforderungen. In den Programmländern, in denen Plan International arbeitet, könnte die Verbreitung des Virus jedoch noch deutlich drastischere Auswirkungen für die Menschen haben. Ein großflächiger Ausbruch des Virus könnte zum Zusammenbruch der ohnehin oft schwachen Gesundheitssysteme führen.

Plan International und die Stiftung Hilfe mit Plan sagen deshalb vorsorglich alle Besuche in oder aus den Programmländern bis Ende Mai ab. Damit möchten wir unserer Fürsorgepflicht für Jugendliche und Projektteilnehmende in den Partnerländern nachkommen. Wir möchten vermeiden, dass Reisende das Virus möglicherweise unbewusst verbreiten. Ebenso soll verhindert werden, dass Mitarbeitende bei der Einreise gegebenenfalls in Quarantäne müssen.

Auch unsere Kollegen vor Ort berichten von Maßnahmen, die zum Schutz vor dem Coronavirus ergriffen werden. Gwita Espoir, der in unserem aktuellen Bildungsprojekt in Ruanda arbeitet, berichtet beispielsweise, dass die ruandische Regierung Veranstaltungen mit vielen Menschen absagt und keine Gemeindeversammlungen mehr stattfinden. Zwar wurde in Ruanda bisher keine Corona-Infektion registriert, doch im Nachbarland Demokratische Republik Kongo gab es einen ersten Fall. Nun werden verstärkt Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Auch die Aktivitäten in unserem Projekt wurden angepasst. So wurden Projektaktivitäten bei denen viele Menschen zusammenkommen, wie Gemeindetreffen, ausgesetzt. Dafür werden die Kinder in Schulen, Kindergärten und ECCD-Zentren nun registriert und ein besonderes Augenmerk auf ihre Gesundheit und Ernährung gelegt. Auch werden Hygienemaßnahmen ausgeweitet.

Wir werden die Lage weiter aufmerksam verfolgen und unsere Maßnahmen der aktuellen Situation anpassen.

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