Foto © Plan International/Ilvy Njiokiktjien

Mali - Starke Stimmen gegen weibliche Beschneidung

In Mali sind 83 Prozent der Mädchen und Frauen beschnitten. Das Land gehört zu den wenigen afrikanischen Ländern, in denen es bisher kein gesetzliches Verbot von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) gibt. Die menschenverachtende Praxis ist tief in den kulturellen und religiösen Traditionen verankert. In der Projektregion Kayes werden die meisten Mädchen bereits vor ihrem fünften Geburtstag beschnitten. Viele sind ein Leben lang mit negativen Folgen für ihre Gesundheit und Sexualität konfrontiert.

Im Rahmen des Plan-Projekts „Weibliche Genitalverstümmelung abschaffen“ fördern wir die Komponente „Starke Stimmen gegen weibliche Beschneidung“. Im Fokus steht zum einen die Aufklärung über die schweren Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung, u.a. mit Hilfe von Radiosendungen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Darüber hinaus unterstützen wir die medizinische und psychosoziale Betreuung von Mädchen und Frauen, die unter den Folgen von FGM/C leiden. Einkommen schaffende Maßnahmen und finanzielle Schulungen helfen ihnen, soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen zu überwinden.

 

Themenschwerpunkt

Kinderschutz,
Gesundheit,
Einkommenssicherung

 

Projektzeitraum

von August 2020
bis Juli 2023

Zielgruppe

Mädchen und junge Frauen in Bafoulabé in der Region Kayes

Dieses Projekt ist dank großzügiger Spenden bereits voll finanziert und wird derzeit erfolgreich umgesetzt. Sie möchten ein Projekt wie dieses fördern? Rufen Sie uns an: 040/607 716-260 Wir beraten Sie gern!

 

So hilft das Projekt

 

  • Radiosendungen zur Aufklärung über FGM/C

Da in der Projektregion viele Menschen Radio hören, wird dieses Medium im Rahmen des Projekts zur Aufklärung über die weibliche Genitalverstümmelung genutzt. Dabei werden die Menschen auch für andere Kinderrechtsverletzungen sensibilisiert, wie beispielsweise Kinderheirat. Junge Erwachsene werden zu Radiomoderator:innen ausgebildet. Durch die Produktion und Ausstrahlung der Sendungen unterstützt das Projekt sie dabei, ihre Stimme zu erheben und ihr Wissen über sexuelle und reproduktive Rechte zu teilen. Die Radiosendungen sorgen für eine große Verbreitung der Informationen. So werden viele Menschen mit Themen erreicht, die sonst oft tabuisiert werden.

 

  • Einbeziehung lokaler Autoritäten und Theatergruppen

Am 6. Februar ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Tage wie diese eignen sich besonders, um im Rahmen von Veranstaltungen in den Gemeinden über die Folgen von FGM/C aufzuklären. Diese thematischen Feiertage, darunter auch der Internationale Mädchentag, werden genutzt, um die Inhalte des Projektes bekannt zu machen, über Kinderrechte aufzuklären und Gesetze zu
diskutieren. Außerdem werden an diesen Tagen Dorfälteste und lokale Autoritäten geehrt, die sich als Vorbilder für einen positiven gesellschaftlichen Wandel und die Rechte von Mädchen und Frauen engagieren. Die Region Bafoulabé ist eine sehr konservative Region, in der die Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung ein Tabuthema ist. Plan International arbeitet deshalb mit einer lokalen Theatergruppe zusammen, die hilft, die Debatte in den Gemeinden zu fördern. So können Informationen über die Folgen der Genitalverstümmelung und Kinderheirat leichter vermittelt werden.

 

  • Medizinische und psychosoziale Betreuung für betroffene Mädchen und Frauen

Damit Mädchen und Frauen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind, eine bessere medizinische und psychosoziale Betreuung erhalten, werden im Rahmen des Projekts Mitarbeitende im sozialen Dienst und im Gesundheitswesen geschult. Plan International sensibilisiert sie für die Komplikationen, die nach der Behandlung auftreten können, und dazu, wie wichtig eine sensible Betreuung der Frauen ist. Denn durch die Tabuisierung von FGM/C ist die Hemmschwelle, sich bei Komplikationen an die Gesundheitsdienste zu wenden, groß. Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts Hausbesuche durchgeführt, um Mädchen und Frauen, die von FGM/C oder Kinderheirat betroffen sind, zu unterstützen. Durch die Projektkomponente wird insbesondere die medizinische Erstversorgung der Mädchen und Frauen abgedeckt.

 

  • Einkommen schaffende Maßnahmen

Frauen, die an Komplikationen infolge der Genitalverstümmelung leiden, haben oft mit Stigmatisierung und sozialer wie auch wirtschaftlicher Benachteiligung zu kämpfen. Im Rahmen der Projektkomponente werden diese Frauen durch Einkommen schaffende Maßnahmen unterstützt. Sie nehmen an Schulungen teil, in denen sie Grundlagen der Finanzbuchhaltung erlernen. Außerdem erhalten sie Anschubfinanzierungen zur Umsetzung Einkommen schaffender Projekte.

„Ich hatte eine Tochter, ein wundervolles Mädchen. Ihre Großmutter nahm sie mit, um sie beschneiden zu lassen. Danach blutete die Wunde drei Tage lang ununterbrochen. Dann starb meine Tochter. Ich habe immer noch ihre Geburtsurkunde und ein Foto von ihr bei mir. Als Plan International begann, Informationen über weibliche Genitalverstümmelung in unserem Dorf zu verbreiten, habe ich ihre Initiative sofort unterstützt.“

-Nega Sacko, 48, ist Imam in einem Dorf im Süden Malis

So hilft Ihre Spende

1.220 €

kostet eine Tournee der Theatergruppe, die die Folgen von FGM/C und Kinderheirat thematisiert

1.744 €

brauchen wir für die Produktion und Ausstrahlung von Radiosendungen

6.860 €

kosten die Fortbildungen für neun Mitarbeiter:innen im Gesundheitswesen

13.720 €

brauchen wir für die medizinische und psychosoziale Betreuung von 30 Mädchen und Frauen

Dieses Projekt ist dank großzügiger Spenden bereits voll finanziert und wird derzeit erfolgreich umgesetzt. Sie möchten ein Projekt wie dieses fördern? Rufen Sie uns an: 040/607 716-260 Wir beraten Sie gern!

 

Projektberichte

Erfahren Sie mehr über das Projekt.

Zwischenbericht Mai 2022

* FGM/C = Female Genitale Mutilation/Cutting

Hinweis: Die Bilder auf dieser Seite stammen zum Teil aus ähnlichen Plan-Projekten in Mali.

Mehr zum Thema

Foto © Plan International / Quinn Neely

Weibliche Genitalverstümmelung: Ein Ritual mit irreversiblen Folgen

Über 80 Prozent der Frauen und Mädchen in Mali sind von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Der Eingriff ist, in all seinen Formen, irreversibel und sowohl unmittelbar als auch langfristig mit seelischen und körperlichen Schädigungen verbunden. Eine Beschneiderin berichtet von ihrem Job, eine Aktivistin von den Folgen.

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