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Warner 4 Girls: “Wenn Eltern mitmachen, können Mädchen ihre Zukunft gestalten”

von Stiftung Hilfe mit Plan

Marita und André Warner aus Berlin gründete 2008 ihre Treuhandstiftung „Warner 4 Girls“ unter unserem Dach. Hier erzählen sie, warum sie derzeit das Projekt „Mädchen stärken – Kinderheirat verhindern“ unterstützen und was ihnen daran besonders am Herzen liegt.

„Das Projekt „Mädchen stärken – Kinderheirat verhindern“ trifft den Kern unseres Engagements“, sagt André Warner, der zusammen mit seiner Frau Marita Warner seit 2008 die „Warner 4 Girls Foundation“ mit großem Einsatz führt. Mädchen sollen ihre Schulbildung erfolgreich abschließen. Das gibt ihnen Selbstvertrauen und bildet die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Wenn die Eltern mitmachen, können die Mädchen ihre Zukunft selbst gestalten und zu den von ihnen bestimmten Zeitpunkten über Beruf, Familie und Kinder entscheiden.“

Frühverheiratung ist eine große Gefahr für Mädchen in Simbabwe. 34 Prozent der Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet – Tendenz steigend. Denn die Pandemie und der Klimawandel haben die wirtschaftliche Situation von Eltern so sehr verschlechtert, dass sie ihre Töchter vermehrt einem älteren Mann übergeben, um sie von ihm versorgen zu lassen. Auf eine frühe Heirat folgt häufig eine frühe Schwangerschaft. Diese stellt enorme gesundheitliche und psychische Risiken für die Mädchen und ihre Babys dar, weil die Körper der Mädchen meist noch nicht ausreichend entwickelt sind. Schulschließungen in der Pandemie haben außerdem dazu geführt, dass Mädchen verstärkt in die Hausarbeit miteinbezogen und später auch nicht mehr zurück in die Schule geschickt werden. Das wenige Geld, das Eltern in jetzigen Krisenzeiten zur Verfügung steht, investieren sie lieber in die Schulbildung ihrer Söhne.

Ganzheitlicher Ansatz für noch mehr Wirkung

„Wir schätzen an dem Projekt den ganzheitlichen Ansatz, nämlich dass Eltern und Gemeinden intensiv in die Arbeit von Plan International mit eingebunden werden“, betont Marita Warner. „Eltern müssen wirtschaftlich gefördert werden, um auch ihre Mädchen fördern zu können. Daher sind Maßnahmen wie die Spargruppen so sinnvoll, in denen sich Eltern finanziell gegenseitig unterstützen und einkommenschaffende Aktivitäten ergreifen.“

Um traditionelle und schädliche Glaubenssätze bezüglich Sexualität, Ehe und der Rolle von Mädchen und Frauen aufweichen zu können, wird in den Projektregionen Mutasa und Mutare zunächst einmal Aufklärungsarbeit betrieben. Die Projektmitglieder sollen erfahren, welche gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen eine zu frühe Verheiratung und Schwangerschaft auf die Mädchen haben und wie damit der Teufelskreis aus Schulabbruch, mangelnder Ausbildung und Armut nur verstärkt wird. Insgesamt 100 Lehrer:innen werden darin geschult, Kinderschutz richtig umzusetzen, Kindern und Eltern beratend zur Seite zu stehen und Fälle von sexueller Gewalt und Zwangsheirat rechtzeitig zu erkennen und zu melden. Auch erhalten sie Schulungen zu reproduktiver und sexueller Gesundheit und den damit zusammenhängenden Rechten von Jungen und Mädchen.

„Wir finden es gut, dass auch Jungen mit in das Programm einbezogen werden“, sagt das Ehepaar Warner. „Damit wird der ganzheitliche Charakter des Projektes unterstrichen und dafür gesorgt, dass auch Jungen sowohl ihre eigenen Rechte als auch die von Mädchen kennenlernen – z.B. das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Bildung.“

Jugendliche, die nicht mehr in die Schule gehen können oder schon zu alt für einen Schulabschluss sind, erhalten darüber hinaus Zugang zu einer Berufsausbildung. Dazu nehmen 35 Mädchen und 15 Jungen an beruflichen Schulungen in den Bereichen Technik oder Elektrik teil. Weitere 18 Mädchen und 12 Jungen besuchen unternehmerische Trainings in der Landwirtschaft. Die erworbenen Kenntnisse ermöglichen es ihnen, ein eigenes Einkommen zu erzielen und ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. „Wir hoffen sehr, bald wieder reisen und dieses so wichtige Projekt einmal besuchen zu dürfen“, wünschen sich Marita und André Warner. „Wir erinnern uns oft und gern an unsere Projektreise nach Nepal, die starke Eindrücke bei uns hinterlassen hat. Gerne würden wir die Arbeit der Menschen vor Ort erneut erleben.“

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Caroline Oehr

Tel.: 040 / 607 716 - 273
E-Mail: caroline.oehr@stiftung-hilfe-mit-plan.de

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