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Auswirkungen des Tigray-Konflikts auf unser Projekt in Äthiopien

von Stiftung Hilfe mit Plan

Im November 2020 brach ein bewaffneter Konflikt in der Region Tigray im Norden Äthiopiens aus, der sich derzeit weiter zuspitzt. Unsere Projektregion ist nicht unmittelbar von den Auseinandersetzungen betroffen, sodass das von uns geförderte Projekt „Mädchen vor Gewalt schützen“ (ETH102269) zum jetzigen Zeitpunkt wie geplant fortgesetzt werden kann. Und das ist wichtig, denn besonders Mädchen sind in Krisenzeiten vielen Gefahren ausgesetzt und benötigen Schutz. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die aktuelle Situation und die Auswirkungen auf unser Projekt.

Aktuelle Situation in Äthiopien

Vor gut einem Jahr eskalierte ein langanhaltender Machtkampf zwischen der Äthiopischen Zentralregierung und der Regionalregierung in Tigray in einen bewaffneten Konflikt. Seither kämpfen Regierungstruppen um Ministerpräsident Abiy Ahmed und Anhänger:innen der Volksbefreiungsfront von Tigray (Tigrayan People Liberation Front, kurz TPLF) mit äußerster Brutalität gegeneinander. Besonders betroffen sind die Region Tigray sowie die angrenzenden Regionen Afar und Amhara im Norden Äthiopiens (auf der Karte orange hervorgehoben). Der Konflikt droht sich jedoch auf das gesamte Land auszuweiten. Am 2. November 2021 verhängte die Regierung einen landesweiten Ausnahmezustand, der für sechs Monate gelten soll. Er legitimiert unter anderem die Errichtung von Straßensperren, die Unterbrechung der Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen sowie die Übernahme der Verwaltung durch das Militär in bestimmten Bereichen.

Leidtragende des Konflikts ist vor allem die Zivilbevölkerung. Die UN prangert schwere Menschenrechtsverletzungen an. Seit Kriegsausbruch wurden tausende Zivilist:innen getötet und aus ihren Häusern vertrieben. Zudem fehlt es an Nahrungsmittel und zahlreiche medizinische Einrichtungen und Schulen wurden beschädigt oder zerstört. Schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen in Tigray, Amhara und Afar sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Konfliktregionen sind jedoch fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten und für Hilfsorganisationen nur schwer zu erreichen. Zugangswege wurden zerstört, Telefon- und Internetkabel gekappt und Hilfslieferungen werden blockiert.

Foto © OCHA | Orange = Konfliktregion. Blau = unsere Projektregion.

Auswirkungen auf unser Projekt „Mädchen vor Gewalt schützen“

Die Projektaktivitäten in unserem Projekt „Mädchen vor Gewalt schützen“ können größtenteils wie geplant umgesetzt werden. Die Projektregion Benishangul-Gumuz (auf der Karte blau hervorgehoben) im Osten des Landes ist derzeit nicht akut von den Kämpfen betroffen. Jedoch machen sich auch hier die Auswirkungen bemerkbar. Insgesamt wird das Projekt in vier Distrikten, sogenannten Woredas, umgesetzt. In einem dieser Distrikte, Mao Komo, haben bewaffnete Gruppen Straßensperren errichtet, sodass unsere lokalen Kolleg:innen die Projektregion derzeit nicht gefahrlos erreichen können. Die Projektaktivitäten mussten in diesem Distrikt deshalb vorrübergehend eingestellt werden. In den drei anderen Distrikten können die Projektaktivitäten hingegen weiter durchgeführt werden. Wir hoffen auf eine zeitnahe Verbesserung der Sicherheitslage, um auch in dem vierten Bezirk, Mao Komo, unsere wichtige Projektarbeit wieder aufnehmen zu können.

Des Weiteren hat die äthiopische Regierung seit dem Ausrufen des Notstands Anfang November die Durchführung jeglicher Art von Schulungen, Gemeindegesprächen oder Kampagnen ohne eine Genehmigung durch die Regierung (bzw. die Kommandoposten) untersagt. Das Einholen dieser Genehmigungen kostet Zeit, sodass es zu Verzögerungen bei der Durchführung von geplanten Aktivitäten kommen kann. Sie sollen jedoch weiterhin wie geplant umgesetzt werden.

Unser Einsatz ist derzeit besonders wichtig

Trotz der momentanen Situation erachten wir es für wichtig, das Projekt wie geplant fortzuführen. Die aktuelle Krise in Äthiopien verdeutlicht einmal mehr, wie nötig unser gemeinsamer Einsatz zum Schutz von Mädchen ist. Denn Mädchen und junge Frauen sind in Krisenzeiten besonders stark von den negativen Auswirkungen betroffen und werden häufiger Opfer von Gewalttaten. Wir beobachten die Situation gemeinsam mit unseren Kolleg:innen vor Ort jedoch genau und werden umgehend reagieren, sollte sich die Lage weiter verschärfen und unsere Maßnahmen gegebenenfalls anpassen. Die Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen und der Menschen vor Ort hat dabei oberste Priorität.

 

Sie möchten mehr über die Situation in Äthiopien und unser Projekt "Mädchen vor Gewalt schützen" erfahren? Dann sprechen Sie uns gerne an.


Louise von Hobe-Gelting & Team

Tel.: 040 / 607 716 - 260
E-Mail: info@stiftung-hilfe-mit-plan.de

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