Foto © Werner Gritzbach

„Ich brauche nicht euer Mitleid. Ich will, dass ihr etwas tut!“

von Redaktion

Marinel Ubaldo (22) hat schon einen weiten Weg hinter sich, als sie zu uns ins Büro in der Bramfelder Straße in Hamburg kommt. Seit mehr als einem Monat ist die junge Klima-Aktivistin von den Philippinen in Europa unterwegs, um ihre wichtige Botschaft zu verbreiten: Der Klimawandel betrifft uns alle und wir müssen etwas dagegen tun!

„An dem, was gerade in Australien passiert, sieht man: Es ist egal, wo du lebst und wie privilegiert du bist. Der Klimawandel wird uns alle treffen“, sagt Marinel ernst. In Marinels Heimat, den Philippinen, sind die Auswirkungen des Klimawandels schon seit Jahren deutlich spürbar. Immer häufiger kommt es zu Naturkatastrophen. Die bisher schlimmste war der Supertaifun Haiyan, der im November 2013 eine Spur der Verwüstung hinterließ und mehr als 6.000 Menschen das Leben kostete. Auch Marinels Dorf wurde komplett zerstört.

Ihre Erlebnisse bestärkten Marinel darin, sich gegen den Klimawandel einzusetzen. Heute zählt sie zu den wichtigsten Klima-Aktivistinnen der Welt: 2015 sprach sie auf der UN-Klimakonferenz in Paris. Unlängst wurde sie auf einem Konzert von U2 in einer Reihe mit Greta Thunberg vorgestellt. Plan International stärkte sie auf diesem Weg. Marinel ist ein Beispiel dafür, wie wir gemeinsam Mädchen und junge Frauen fördern können, sich für ihre Rechte einzusetzen – sie ist eine unserer „Leader for Tomorrow“.

„Ohne Plan International wüsste ich nicht, dass der Klimawandel existiert und ich wäre keine Klima-Aktivistin.“

Marinel wächst als Tochter eines Fischers auf der Insel Samar auf, einer Region in der auch Plan International aktiv ist. Die Menschen leben hier in einfachen Behausungen direkt an der Küste, der Fischfang bildet ihre Lebensgrundlage. Taifunen und anderen Naturphänomenen sind sie häufig schutzlos ausgeliefert.

2012 nimmt Marinel an einem Plan-Projekt teil, das die Widerstandsfähigkeit der Menschen in der Region gegen den Klimawandel stärken soll. Sie kennt Plan International bereits, denn ihre Schwester ist Patenkind der Organisation. Im Rahmen des Projekts lernt sie gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen, Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen – und wie sie ihr Wissen weitergeben kann. In den folgenden Jahren klärt sie an Schulen und in Gemeinden über den Klimawandel und Kinderrechte auf. Als Taifun Haiyan zuschlägt, ist Marinel 16 Jahre alt. Sie hat Glück und kann sich mit ihrer Familie in Sicherheit bringt.

„Taifun Haiyan hat verändert, wie ich die Welt sehe. Mein Zuhause war ein Paradies. Jetzt fühle ich mich dort nicht mehr sicher. Mein Heimatort macht mich verwundbar.“

Doch „verwundbar“ oder „ein Opfer“, das möchte Marinel nicht sein. Marinel will etwas verändern. Plan International unterstützt sie dabei und ermöglicht ihr unter anderem ein College-Stipendium. Auch die Reise zur UN-Klimakonferenz 2015 ist mit Hilfe von Plan International möglich. Hier spricht Marinel mit nur 18 Jahren als Jugend-Delegierte. „Ich möchte die Erzählung ändern, dass Menschen aus der unterprivilegierten Welt, und besonders Mädchen, nur Opfer sind“, sagt sie. „Ich möchte zeigen, dass wir, die Mädchen und Frauen, einen Unterschied machen können.“

Der Schlüssel dazu ist laut Marinel Bildung. „Wie sollst du dich für deine Rechte stark machen, wenn du deine Rechte nicht kennst?“, fragt sie. Doch insbesondere Mädchen und Frauen bleibt Bildung oft verwehrt. Hier müsse man ansetzen.

„Wir brauchen mehr Frauen in Bewegungen wie diesen. Frauen können oftmals nicht den geraden, einfachen Weg gehen. Sie müssen kreativ werden. Ihre Art zu denken und Probleme zu lösen, kann dabei helfen, eine bessere Welt zu schaffen.“

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