Foto © Plan International

Dafür will ich kämpfen…

von Redaktion

 

100 Millionen Gründe. Zum Beispiel: Bishnu aus Nepal. Sie wurde als Sklavin verkauft, sie hat als Kind auf dem Feld gearbeitet und als junge Ehefrau viel Gewalt erfahren. Bishnu erzählt, warum sie heute stolz auf sich ist.

Bis zu 16 Stunden schuftete sie täglich. Bishnu putzte, wusch Wäsche und kochte. 60 Kilometer von ihrem nepalesischen Heimatdorf entfernt arbeitete sie im Haus von Fremden. Die hatten das Mädchen ihren Eltern abgekauft – als leibeigene Kamalari. Da war sie gerade sieben Jahre alt geworden.

Ihre zwei älteren Schwestern halfen daheim auf dem Feld. Nur der jüngere Bruder Kamal durfte zur Schule gehen. Noch heute ist Bildung in vielen armen Ländern vor allem ein Privileg für Jungen. Zwei Jahre blieb Bishnu bei der reichen Familie, deren Söhne das Mädchen verspotteten und drangsalierten. Zum Schlafen kauerte sie sich in einer Kammer auf den blanken Boden.

Fünf Buchstaben im Staub

Welche Alternative hätten Bishnus Eltern in ihrer Not gehabt? Nepal zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens, belegt auf der Liste des Human Development Index der Vereinten Nationen Platz 144 von 188 Staaten.

Von der Tochter der wohlhabenden Familie lernte Bishnu lesen und schreiben. Mit einem Stock schrieb sie ihren Namen in den Staub. Zu Maghi, dem Neujahrsfest, durfte sie erstmals nach Hause, zu ihren Eltern und Geschwistern. Damals besuchte eine Partnerorganisation von Plan International ihr Heimatdorf und überzeugte viele Familien, ihre Kinder nicht mehr zu verschicken oder zu verkaufen.

"Ich bin stolz auf mich. Ich bin eine starke Frau."

#Bishnu

Das Ergebnis: Bishnu durfte zu Hause bleiben. „Ich malte mir aus, wie es sein würde, zur Schule zu gehen“, erinnert sie sich, „ob ich Freundinnen finden, und welche Fächer ich haben würde“. Doch Bishnus Vater entschied sich – wohl aus Angst vor dem Landherren – gegen den Schulbesuch seiner Tochter.

Der Stolz des Vaters

Bishnu war jetzt neun und musste auf dem Feld arbeiten wie ihre Schwestern. Was der Vater nicht ahnte: Wenn die Frauen der Familie morgens aus dem Haus gegangen waren, tauschte Bishnu ihre Kleider und rannte zum Unterricht. Während Bishnu in der Schule war, versuchte ihre Schwester durch Mehrarbeit so gut es ging zu vertuschen, dass sie bei der Feldarbeit eine weniger waren.

Das Lernen fiel Bishnu leicht, obwohl sie als ehemalige Kamalari in der Schule gehänselt wurde. Als der Vater schließlich dahinter kam, wo das Mädchen ihre Vormittage verbrachte, zählte sie zu den besten Schülerinnen. Und er war stolz auf seine intelligente und wissbegierige Tochter.

Ein junger Mann, den sie in der Bibliothek kennengelernt hatte, hielt um Bishnus Hand an. Er war sympathisch und versprach Bishnu, dass sie weiterhin studieren könne. Doch nach der Eheschließung verbot er ihr, weiter zu lernen. Manchmal schlug er sie bis zur Bewusstlosigkeit. Bishnu sagte vor Gericht gegen ihn aus – und ließ sich von ihm scheiden.

Bishnu studiert Jura

„Ich bin stolz auf mich. Ich bin eine starke Frau“, sagt Bishnu heute. Als zukünftige Anwältin will sie sich für die Belange von Mädchen und Frauen einsetzen.

"Mädchen können die starken Säulen unserer Gesellschaft sein. Dafür brauchen sie jedoch Bildung und müssen ihre Rechte kennen. Ich möchte für sie kämpfen."

#Bishnu

Fotos: Plan International, Friedrun Reinhold

100 Millionen Gründe

Wir wollen, dass 100 Millionen Mädchen lernen, leiten, entscheiden und sich entfalten können.

Engagieren auch Sie sich jetzt für junge Frauen wie Bishnu.

 
Haben Sie Fragen, dann kontaktieren Sie uns gern unter
info@stiftung-hilfe-mit-plan.de
040/611 40-260

Interessant? Weitersagen: