Journalist Gabriel hat sich der Berichterstattung über die rauen Lebensbedingungen der Ärmsten in der Stadt verschrieben.
Journalist Gabriel hat sich der Berichterstattung über die rauen Lebensbedingungen der Ärmsten in der Stadt verschrieben. © Plan / Niels Busch

Erfolg in Kenia:

Patenkind Gabriel gibt Menschen in Slums eine Stimme

Vergewaltigungen, Drogen und hohe Jugendarbeitslosigkeit sind alltäglich in Kenias Hauptstadt Nairobi, werden von den Medien jedoch nur selten aufgegriffen. Der 20jährige Gabriel ist einer der Journalisten, die sich der Berichterstattung über die rauen Lebensbedingungen der Ärmsten in der Stadt verschrieben haben.

Im Slum Kawangware, der 15 Kilometer westlich vom Stadtzentrum Nairobis liegt, haben wir von Plan International eine Gruppe von jungen Leuten in der Arbeit als Lokal-Journalisten geschult. Dadurch können sie einigen der hilfsbedürftigsten Mitgliedern der Gemeinschaft Gehör verschaffen. Die Journalisten, die alle im Slum geboren und aufgewachsen sind, ermutigen die Gemeindemitglieder, ihnen ihre Probleme anzuvertrauen, um dadurch die lokalen Behörden zur Verantwortung zu ziehen.

Das ehemalige Straßenkind Gabriel, 20, lebt in Kawangware. Er studiert Marketing an der Universität und hat ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut, mit dem er sein Studium finanziert. Gabriel ist leidenschaftlicher Verfechter von Gerechtigkeit und hat kürzlich an der Ausbildung in Journalismus und Fotografie teilgenommen. Jetzt schreibt er Artikel über die vielen Probleme und Herausforderungen in seiner Nachbarschaft: „Ich wurde im Slum geboren und bin auch hier aufgewachsen. Seit ich acht Jahre alt bin, habe ich alleine auf der Straße gelebt. Zwei Jahre habe ich überstanden und um mein Leben gekämpft. Jetzt möchte ich meine Erfahrungen nutzen, um die Leute aufzuklären und Lösungen für die Probleme des Lebens zu finden.“

„Wir sind es, die etwas verändern können“

Zusätzlich zu der Veröffentlichung, die gedruckt und in der Gemeinde verteilt wird, produzieren die jungen Journalisten Filme und Radiosendungen. Sie wirken alle aktiv in verschiedenen Jugendorganisationen mit und verbringen viel Zeit mit den Projekten, an denen sie arbeiten. „Wir schreiben Artikel über die Sachen, die den Leuten wichtig sind, besonders im täglichen Leben. Eines der größten Probleme ist zum Beispiel, dass Abwasserkanäle und der Zugang zu sauberem Wasser fehlen, obwohl wir im Zentrum der Stadt wohnen. Es ist schwierig für die Leute, hier ihre Rechte einzufordern, auch weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Dadurch, dass wir diese Geschichten erzählen, geben wir denjenigen eine Stimme, die sonst nie gehört werden“, erzählt Gabriel.

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