Foto © Miguel Vargas Corzantes

Guatemala – Mitten im Leben (Phase II)

Gemeindebasierte Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen

Kinder mit Behinderungen werden in Guatemala oft diskriminiert und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, denn Behinderungen werden von vielen als Fluch oder göttliche Strafe angesehen. Den Kindern wird so auch ihr Recht auf Bildung und eine gesunde Entwicklung verwehrt. Bereits im Vorgängerprojekt "Mitten im Leben: Gemeindebasierte Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen " haben wir uns erfolgreich für einen besseren Zugang der Kinder zu Bildung und gesundheitlicher Versorgung stark gemacht.

Ziel von Phase II des Projekts ist es nun, weiteren 575 Kinder mit Behinderungen aus 40 Gemeinden den Zugang zu Bildung und einer angemessenen Gesundheitsversorgung sowie die aktive Teilnahme am Gemeindeleben zu ermöglichen.

Themenschwerpunkt

Bildung,
Gesundheit,
Kinderrechte

Projektzeitraum

von April 2017
bis Dezember 2020
(verlängert aufgrund der Corona-Pandemie)

Zielgruppe

575 Kinder mit Behinderungen in den Bezirken Jalapa, San Pedro Pinula und San Luis Jilotepeque in Guatemala

So hilft das Projekt

Foto © Plan International | Eltern und Gesundheitspersonal werden durch Fortbildungen unterstützt.

 

  • Fortbildungen

In den neuen Projektgemeinden des Bezirks San Luis Jilotepeque werden Aktivitäten umgesetzt, die im Vorgängerprojekt erfolgreich erprobt wurden. Hierzu zählen Fortbildungen für Eltern zur ganzheitlichen Betreuung von Kindern mit Behinderungen sowie Fortbildungen für das Gesundheits- und Pflegepersonal.

Foto © Plan International | Beim gemeinsamen Spielen und Lernen werden alle Kinder gleichermaßen gefördert.

 

  • Bau eines Rehabilitations- und Förderzentrum

Ebenfalls in Anlehnung an das erfolgreiche Vorgängerprojekt wird im Bezirk San Luis Jilotepeque ein Rehabilitations- und Förderzentrum errichtet. Hier werden Kinder mit Behinderungen fachkundig betreut, können spielen und lernen.

Foto © Plan International | Lebenspläne sollen den Kindern die Entwicklung ihrer Fähigkeiten ermöglichen und ihre Lebenssituation verbessern.

 

  • Unterstützung von Familien

Betreuungsfachkräfte machen Hausbesuche bei Familien mit Kindern mit Behinderungen. Gemeinsam werden Wege gesucht, wie eine an die individuellen Bedürfnisse der Kinder angepasste Betreuung und Förderung sichergestellt werden kann. Die Fachkräfte helfen beispielsweise bei der Erstellung von kinderzentrierten Lebensplänen, die die Wünsche und den Blick der Kinder in den Mittelpunkt rücken. Sie haben das Ziel, den Mädchen und Jungen die Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu ermöglichen und dadurch ihre Lebenssituation und die Einbindung in die Gesellschaft zu verbessern. Um die Umsetzung der kindzentrierten Lebenspläne zu fördern, werden die Familien durch Einkommen schaffende Maßnahmen unterstützt.

Foto © Plan International | Wie fühlt es sich an, nicht sehen zu können? In der Schule beschäftigen sich Kinder mit verschiedenen Arten von Behinderungen.

 

  • Inklusive Schulen

Lehrkräfte von 40 Schulen werden in einem zertifizierten Ausbildungsgang zu Inklusionsbeauftragten ausgebildet. Zudem wird an jeder Projektschule eine Gruppe aus sieben Schülerinnen und Schülern gebildet, die sich als „Schulbotschafterinnen und Schulbotschafter für Inklusion“ engagieren. Je nach Bedarf werden an den Schulen, zusammen mit Eltern und Gemeindemitgliedern, Baumaßnahmen für barrierefreie Zugänge durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium werden darüber hinaus Lehrinhalte und -methoden angepasst und beispielsweise Schulbücher in Blindenschrift bereitgestellt.

Foto © Plan International | Auch Gemeindevorsteher werden im Rahmen des Projekts geschult.

 

  • Gemeindebasierte Rehabilitation

In Gemeindeversammlungen werden die Mitglieder der Komitees für gemeindebasierte Rehabilitation gewählt. Sie setzen sich vor allem aus engagierten Gemeindemitgliedern sowie interessierten und betroffenen Eltern zusammen. Die Gemeindekomitees bilden die erste Anlaufstelle bei Problemen und Fragen rund um die Förderung von Kindern mit Behinderungen. Im Rahmen des Projektes werden sowohl neue Komitees gegründet als auch die Kompetenzen der bereits bestehenden Komitees gestärkt. Aufgabe der Komitees ist es unter anderem, Aktionspläne zu entwerfen und umzusetzen, welche die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in den Gemeinden fördern. In Workshops und Austauschtreffen erwerben die Komiteemitglieder die dafür erforderlichen Kompetenzen.

Foto © Plan International

 

  • Behördliche Anlaufstellen

Um die institutionelle Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu stärken, werden Beamtinnen und Beamte zu Konzepten der Inklusion, Arten von Behinderungen und entsprechenden Rehabilitationsmaßnahmen geschult. Zwei kommunale Koordinationsstellen sollen das Thema institutionell verankern, Maßnahmen zur Inklusion entwickeln, durchführen und für die Zuweisung der benötigten Ressourcen sorgen. Im bereits existierenden Amt für Menschenrechte in Jalapa soll zudem eine Ombudsstelle zur Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt werden.

Foto © Plan International | Deyli und ihre Familie mit den neuen Parallelstangen.

„Ich bin sehr froh, weil ich Deylis Fortschritte täglich beobachten kann und sie auch schon mehr Kraft in ihren Beinen hat.“

- Deylis Mutter

Deyli (10) leidet unter Zerebralparese, einer Bewegungsstörungen, deren Ursache in einer frühkindlichen Hirnschädigung liegt. Bei einem Hausbesuch im Rahmen des Projekts wurde festgestellt, dass die Familie keine Parallelstangen besitzt. Aus übriggebliebenem Material von Reparaturarbeiten wurde ein Übungsgerät gebaut. Nun kann Deyli die täglichen Übungen zur Kräftigung ihrer Beine auch zu Hause machen.

Dieses Projekt ist dank großzügiger Spenden bereits voll finanziert und wird derzeit erfolgreich umgesetzt.
Sie möchten ein Projekt wie dieses fördern? Rufen Sie uns an: 040/607 716-260
Gemeinsam finden wir das für Sie passende Projekt.

Projektberichte

Erfahren Sie mehr über die Fortschritte des Projekts.

Zwischenbericht Mai 2020

Interessant? Weitersagen: