Foto © Plan International

Kinderhandel stoppen in Bolivien

In Bolivien werden täglich acht Kinder als vermisst gemeldet. Nur zwei von ihnen werden wieder gefunden. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Vermissten um rund 92 Prozent gestiegen. Besonders junge Menschen sind gefährdet. Rund 70 Prozent der Verschwundenen sind Kinder, Jugendliche und junge Frauen im Alter von zwölf bis 22 Jahren. (Quelle: Organisation Amerikanischer Staaten OAS, 2018) Große Risiken bergen das Internet und soziale Medien, über die Menschenhändler:innen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen, sich als Freunde ausgeben oder falsche bzw. irreführende Jobangebote machen. Viele Mädchen und Jungen sind nicht über die Gefahren von Menschenhandel und sexueller Gewalt informiert und wissen nicht, wie sie sich schützen können. Zudem sind häusliche Gewalt und Alkoholismus weit verbreitet, sodass viele Kinder und Jugendliche versuchen, ihrem Zuhause zu entfliehen. So werden sie zu leichten Zielen für Menschenhändler:innen.

Mit „Kinderhandel stoppen in Bolivien“ wird ein bereits erfolgreich umgesetztes Projekt von Plan International fortgeführt. Durch Schulungen, Kampagnen und Aktionen sowie der Stärkung von Schutzsystemen sollen noch mehr Kinder, Jugendliche und junge Frauen dauerhaft vor Menschenhandel geschützt werden. Insgesamt sollen mit den Projektmaßnahmen 1.500 Mädchen direkt erreicht werden, 2.400 weitere sollen indirekt profitieren, indem ihr Umfeld gestärkt wird.

Themenschwerpunkt

Kinderschutz

 

Projektzeitraum

von September 2020
bis Juli 2022

Zielgruppe

1.500 Mädchen in den Projektregionen Santa Cruz, Tarija und Chuquisaca


Unterstützen Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende!

So hilft das Projekt

Foto © Plan International | In Schulungen lernen Mädchen, wie sie sich vor Kinderhandel schützen können.

 

  • Mädchen und junge Frauen stärken

Mädchen und junge Frauen werden gestärkt, um sich vor sexueller Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen. Dafür wird ihr Verständnis von Gleichberechtigung gefördert und ihr Selbstbewusstsein gestärkt, sodass sie in der Lage sind, Machtdynamiken zu hinterfragen. Für die Aufklärungsarbeit und Schulungen werden Material, Methoden und Leitfäden entwickelt, die unter anderem die Themen Gleichberechtigung, Rechte und eine sichere Nutzung von sozialen Medien behandeln. Durch eine Kampagne gegen Kinderhandel soll die breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Dafür werden beispielsweise Radio- und Werbespots ausgestrahlt sowie Plakate und Broschüren verteilt. Zudem wird eine App entwickelt, die die wichtigsten Inhalte vermittelt.

Foto © Plan International | Mithilfe von Handpuppen werden Kinder bei einer Aufklärungsveranstaltung über ihre Rechte informiert.

 

  • Schaffung eines schützenden Umfelds

Familien und Schulen sollen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein, an denen sie vor Kinderhandel geschützt sind. Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte werden deshalb zu positiver Elternschaft geschult. In den Schulungen lernen sie außerdem die Mechanismen von Menschenhandel sowie Meldewege kennen. Auch Lehrkräfte werden in Schulungen zu den Themen Kinderhandel, Gleichberechtigung sowie dem gesetzlichen Rahmen aufgeklärt und für Gefahren sensibilisiert.

Foto © Plan International | Ein Wandgemälde macht auf das Thema moderne Sklaverei aufmerksam.

 

  • Lokalen Kinderschutz fördern

Lokale Organisationen, wie Mädchen- und Jugendnetzwerke, Journalisten und Verbände, werden bei ihrem Einsatz gegen Kinderhandel unterstützt. Das Projekt hilft ihnen, Kampagnen umzusetzen und auf Veranstaltungen über Themen wie Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung zu informieren. Auch Verbände des Verkehrssektors werden geschult, um Fälle von Menschenhandel besser zu erkennen. Zudem werden Veranstaltungen organisiert, bei denen sich die lokalen Organisationen austauschen und von den Erfahrungen der anderen lernen können. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Wettbewerbs werden Forschungsartikel zum Thema Kinderhandel gefördert.

Foto © Plan International | Plan-Mitarbeiterin Gabriela Alvis bei einer Kundgebung gegen Menschenhandel.

 

  • Stärkung von Schutzsystemen

Das Projekt stärkt lokale und nationale Schutzsysteme, indem beispielsweise Trainings für Mitarbeitende von Behörden, der Justiz und Verwaltung in den Departments Santa Cruz und Tarija durchgeführt werden. Sie sollen in der Lage sein, den Betroffenen von Menschenhandel den nötigen Schutz und eine Betreuung auf Augenhöhe zu bieten, und für Themen wie geschlechterspezifische Diskriminierung sensibilisiert werden. In Netzwerken sowie auf politischer Ebene setzen wir uns zudem für die konsequente Anwendung des Gesetzes gegen Menschenhandel sowie die Einhaltung internationaler Konventionen ein, insbesondere in Bezug auf die Bereitstellung von Ressourcen. Dafür organisieren wir Veranstaltungen für politische Entscheidungsträger:innen, Mitarbeitende des Jugendamtes sowie lokale Organisationen. Außerdem engagieren wir uns in internationalen Netzwerken gegen Menschenhandel und führen gemeinsame Aktionen durch.

  • Im Rahmen des Projekts entstand unter anderem das folgende Video, mit dem vor Ort auf die Gefahren des Menschenhandels aufmerksam gemacht wird. Es zeigt eindrücklich, wie leicht jede:r zum Opfer werden kann.  

So hilft Ihre Spende

650 €

helfen bei der Produktion und Verbreitung von Materialien, wie Leitfäden, Bücher und Plakate, die über die Gefahren des Menschenhandels aufklären.

2.300 €

ermöglichen Schulungen für Mädchen und junge Frauen mit Fokus auf Themen wie Gleichberechtigung und den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken.

4.200 €

fördern die Fortbildung von Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes, der Justiz und der Verwaltung.

8.000 €

kostet die Entwicklung einer App mit leicht zugänglichen Informationen und Notfall-Kontakten zum Thema Menschenhandel.


Helfen Sie, Kinderhandel in Bolivien zu verhindern und unterstützen Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende!

 

Spendenkonto
IBAN: DE60 7002 0500 0008 8757 07
BIC: BFSWDE33MUE
Stichwort: BOL100269

Projektberichte

Hinweis: Die Bilder auf dieser Seite stammen zum Teil aus ähnlichen Plan-Projekten in Bolivien.

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