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Familienstiftung: „An Geburtstagen verzichten wir auf Geschenke“

von Stiftung Hilfe mit Plan

Eine Stiftung mit der ganzen Familie? Viele unserer Stifter:innen machen genau das. Sie beziehen bereits ihre Kinder in die Stiftungsarbeit mit ein. Das fängt bei manchen schon ganz früh an und soll vor allem eins – Freude bereiten und den Horizont erweitern. Wie das gehen kann, erzählt uns Familie Schönebeck.

Sich sozial zu engagieren war für sie schon immer selbstverständlich. Doch irgendwann hatten die Eltern Schönebeck den Wunsch, sich neben ihrem lokalen Engagement und ihren Plan-Patenschaften langfristig und umfassender für Kinder weltweit starkzumachen. Das Ehepaar Schönebeck hat selbst sechs Kinder. Als vier von ihnen aus dem Haus waren, gründeten sie ihre eigene Stiftung, für die sich heute alle Familienmitglieder einsetzen. Im Sommer feiert die „Schönebeck Stiftung – Zukunft für Kinder“ ihr 15-jähriges Jubiläum. Außerdem wird die zweitälteste Tochter bald den Vorstand übernehmen.

Wir wollten mehr tun

Zwei entscheidende Erlebnisse führten einst dazu, eine eigene Stiftung ins Leben zu rufen. „Es war der Tsunami in Asien an Weihnachten 2004. Das hat für uns alles verändert“, erzählt Annika Schönebeck (34), die zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt war, ihre jüngste Schwester sogar erst sechs. „Das war ein so einschneidendes Erlebnis, dass auch wir Kinder mehr tun wollten. Ab diesem Jahr haben wir unsere Geldgeschenke an Weihnachten für die Opfer gespendet. Das ist bis heute so geblieben. Denn uns geht es in Deutschland gut, wir benötigen das Geld nicht.“ Drei Jahre später war es dann so weit, den nächsten größeren Schritt zu wagen. Die Eltern Schönebeck waren auf ihrer silbernen Hochzeitsreise in Südafrika, wo sie hautnah erlebten, wie groß die Armut für Menschen sein kann.

„Auf der einen Seite konnten wir in wunderschönen Hotels wohnen“, erinnert sich Vater Herbert Schönebeck (63). „Auf der anderen Seite spielten Kinder auf dem Grünstreifen einer Autobahn, weil sie dort in Wellblechhütten wohnten und es keinen anderen Ort für sie gab. Als wir über Plan International erfuhren, dass man unter dem Dach der Stiftung Hilfe mit Plan eine Treuhandstiftung gründen kann, wollten wir genau diesen Weg einschlagen.“

Den eigenen Kindern ein Vorbild sein

„Wir wurden von den Mitarbeiter:innen der Stiftung Hilfe mit Plan und ihrem Kooperationspartner Haus des Stiftens sehr gut unterstützt“, sagt Mutter Henriette KolandtSchönebeck (63). „Uns war es wichtig, unseren Kindern ein Vorbild zu sein und sie zu ermutigen, sich ebenfalls sozial zu engagieren. Sie sind mittlerweile zwischen 24 und 41 Jahre alt. Mit ihren Partner:innen und Kindern zieht sich der Kreis immer weiter, was uns die Stiftungsarbeit sehr leicht macht. Das Stiftungskapital wächst so ganz von allein immer weiter. Auch Freunde und Verwandte ziehen mit, so kann man jährlich mehr erreichen.“

Seitdem werden Anlässe wie Geburtstage, Ostern, Weihnachten oder Hochzeiten genutzt, um Gelder für die Stiftung zu sammeln. „An Weihnachten sind wir außerdem immer beim Christkindlmarkt dabei“, erzählt Annika Schönebeck. „Das ist jedes Mal eine große Familienaktion. Die Erlöse durch eine privat organisierte Tombola spenden wir an unsere Stiftung. Meine jüngste Schwester berichtet zudem über Social Media von unseren Aktivitäten. Und wir haben bereits Vorträge in Schulen gehalten, wodurch Klassen-Patenschaften mit Plan-Kindern entstanden sind.“

2011, während ihres Studiums arbeitete Annika Schönebeck sogar auf eigene Faust in einem Plan-Büro in Nepal, zusammen mit dem Kommunikationsmanager Shreeram K.C., welcher der Familie bis heute sehr verbunden ist. 2008 waren Henriette Kolandt-Schönebeck und ihr Sohn Frederik bereits auf Stiftungsreise in Nepal. Ein Land, das ihnen direkt ans Herz gewachsen war und in dem sie den Bau einer Schule förderten. 2016 reisten Mutter und Tochter Annika dann noch einmal nach Nepal und besuchten dort erneut ihre Patenkinder. „Solche Momente vergisst man nicht“, sagt Henriette Kolandt-Schönebeck. „Für uns als Familie waren das sehr einprägsame Erlebnisse, die uns in unserem Engagement noch weiter bestärkt haben. Es war uns außerdem schon immer wichtig, dass unsere Kinder über den Tellerrand schauen und erkennen, wie privilegiert wir hier in Deutschland sind.“

Schritt für Schritt zur eigenen Stiftung

„Ich glaube, viele Familien schreckt es ab, selbst eine Stiftung zu gründen, da sie zuerst einmal das Grundstockkapital zusammenbringen müssen und weil sie sich mit dem Führen einer Stiftung nicht auskennen“, vermutet Herbert Schönebeck und macht anderen Mut. „Aber wenn man sich einmal dazu entschieden hat, dann macht man einen Schritt nach dem anderen und wächst langsam hinein. Außerdem hat man die Unterstützung der Stiftung Hilfe mit Plan. Es lohnt sich, weil es eine schöne Familienaufgabe ist.“ Bald soll die zweitälteste Tochter die Nachfolge ihrer Eltern als Vorstand der Stiftung antreten. „Natürlich wünsche ich mir, dass meine Eltern noch lange fit sind und die Stiftung weiterführen können“, sagt Annika Schönebeck. „Aber sie möchten, dass die Stiftung in der nächsten Generation weitergeht. Ich übernehme daher sehr gerne den Vorstand, weil mir die Stiftung so wichtig ist und ich meine Geschwister bei dieser Arbeit an meiner Seite weiß. Ich nehme diese Aufgabe daher mit großer Dankbarkeit an.“

Sie interessieren sich für die Gründung einer eigenen Stiftung? Ich berate Sie gern. Sprechen Sie mich an.


Teresa Buddenkotte

Tel.: 040 / 607 716 - 120
E-Mail: teresa.buddenkotte@stiftung-hilfe-mit-plan.de

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