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Unser Team in der Besuchsbetreuung beantwortet gerne Ihre Fragen rund um Ihren Besuch beim Patenkind.

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08:30 - 20:00 Uhr
Gruppenbild mit Paten: Ever zwischen Werner und Helga Feller.

Es hat sich viel getan

„Einmal ist keinmal“ sagten sich Helga und Werner Feller aus Wuppertal und besuchten ihr Patenkind Ever nach fast fünf Jahren ein zweites Mal. Der Junge ist inzwischen 15 Jahre alt und auch seine Gemeinde im Nordosten Nicaraguas hat sich für die Paten spürbar weiterentwickelt, worüber sie nachfolgend berichten.

Patenbesuch bei Ever

Vor fünf Jahren waren wir das erste Mal bei unserem Patenkind in Nicaragua. Wie schon 2004 reisten wir auch dieses Jahr mit der Organisation „pan y arte“, die in Nicaragua Hilfsprojekte mit Kunst verbindet und uns die Gelegenheit gab, verschiedene Projekte im Land zu besichtigen. Im Anschluss an diese Reise besuchten wir Ever, seine Familie und die Gemeinde im  Nordosten des Landes, in der Nähe der Grenze zu Honduras. Da wir das Land nun ein zweites Mal bereisten und denselben Menschen und Orten wieder begegneten, konnten wir uns ein gutes Bild von der geleisteten Entwicklungshilfe machen.

Projekte, die die Eigeninitiative wecken

Die Arbeit von Plan hat uns überzeugt. Es war uns möglich, Fortschritte, wie die Weiterentwicklung in der Gemeinde, deutlich nachzuvollziehen. Die Begeisterung der Bewohner und Bewohnerinnen erreichte uns schnell. Wir hatten den Eindruck, dass Konzepte nicht über gestülpt werden, sondern individuell an die Situation angepasst werden und Eigeninitiative wecken. Ebenso war deutlich spürbar, dass unser Besuch den Schwerpunkt „Gemeinde“ hatte und nicht wie vor vier Jahren noch das Patenkind und seine Familie. Natürlich im ausgewogenen Anteil, so dass auch Zeit für das Patenkind blieb.

Präsentation auf Papierrolle

Anders als vor vier Jahren, wurden wir von der Gemeinde, insbesondere den Frauen und dem Bürgermeister empfangen. Sofort erkannten wir, dass der Versammlungsraum neu errichtet wurde. Die gesamte Gemeinde hatte sich auf unseren Besuch vorbereitet. Wir artikulierten unsere Sorge, in unserer Rolle als Sponsor zu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Dieses Unbehagen wurde uns genommen und alle versicherten, dass es eine große Wertschätzung und Beachtung sei, uns ihr Dorf, ihre Familien und die geleisteten Veränderungen zu präsentieren. So konnten wir unsere Rolle etwas relativieren. Der Bürgermeister der Gemeinde hatte alle Leistungen und Projekte, die durch Plan umgesetzt werden konnten, auf einer Papierrolle visualisiert und stellte uns diese sehr anschaulich vor. Wir waren von der fast professionellen Präsentation sehr beeindruckt.

Unterstützung auch für Einzelschicksale

Eine Mutter berichtet von der schnellen Hilfe für sich und ihr mit Epilepsie geborenes Kind. Die stationäre Versorgung und Behandlung wurde für sie finanziert. Eine andere Mutter erhielt Begleitung und Versorgung für sich und ihr mittlerweile verstorbenes Kind. Auch diese individuellen Einzelschicksale werden unterstützt. Es sind hauptsächlich die Frauen in San Ramon, die mit den Kindern eine Familie bilden. Viele Männer haben ihre Familien und die Gemeinde verlassen und leben unter anderem in Costa Rica. Nicht nur allein erziehende Mütter leben im Dorf, sondern auch viele Kinder, die ohne jeglichen Elternteil aufwachsen und von Großeltern und der Gemeinschaft mit versorgt werden. Man sagte uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt etwa 300 Kinder im Dorf leben. Vor vier Jahren waren es noch wesentlich weniger Kinder.

Warme Mahlzeiten als Anreiz für den Schulbesuch

Zu den weiteren Projekten, die umgesetzt wurden, zählt die Erweiterung des Schulgebäudes durch den Anbau zusätzlicher Klassenzimmer. Immer noch zu wenig, denn die Klassenzimmer müssen weiterhin geteilt werden und die Lehrer auf einen eigenen Raum für Material und ihren Rückzug verzichten. Die Schule möchte alle Kinder erreichen und schafft bei den Eltern durch die Vergabe einer täglichen warmen Mahlzeit (Gallo pinto, Reis und Bohnen) einen Anreiz, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Oft sind die Wege weit und unwegsam.

Schulgarten zur Erweiterung des Speiseplans

Ein Garten mit Gemüse wurde mithilfe eines sehr engagierten Lehrers auf dem Schulgelände angelegt, zum einen als Lehrgarten, zum anderen, damit die Kinder zu ihrem gallo pinto auch ein Stück Gemüse erhalten. Der stellvertretende Schulleiter hatte mit den Kindern unseren Besuch vorbereitet. Sie führten Tänze auf und sangen Lieder, ihre Klassen waren besonders hergerichtet. Die Lehrer, denen wir begegneten, gingen sehr herzlich mit den Kindern um. Auf dem Schulgelände war ein Sportplatz errichtet worden - mit Körben und Toren. So konnten wir auch ein Fußballspiel mit der Mädchenmannschaft der Schule verfolgen. 

Täglich frisches Trinkwasser

Besonders beeindruckt hat uns der neue Trinkwasserbrunnen auf dem Schulgelände. Die Kinder können nun täglich frisches Trinkwasser in ihre Trinkflaschen füllen. Die Analyse soll gut sein. Vor der Errichtung des Brunnens mussten viele Familien weite Wegstrecken auf sich nehmen, um Trinkwasser zu holen. Da das Wasser aus umliegenden und häufig verschmutzten Flüssen und Tümpeln entnommen wurde, kam es immer wieder zu Erkrankungen. Der Brunnen hat eine einfache Technik und wird in Nicaragua hergestellt. Auch dies hat uns sehr überzeugt. Wir haben auf unserer Reise durchs Land viele gute Projekte gesehen, aber an einem solchen Brunnen fehlte es an den meisten Orten.

Ever zeigt, wie der Brunnen funktioniert

Die Zeit mit unserem Patenkind war diesmal kürzer als vor vier Jahren. Trotzdem erschien es mir stimmig, denn der mittlerweile 15-jährige Ever war immer Teil des Ganzen. Er konnte uns beispielweise zeigen, wie der Brunnen funktioniert. Leider hat er mit 15 Jahren erst die dritte  Klasse erreicht, die Aussicht auf einen Abschluss ist nicht besonders groß. Wir werden uns weiter schreiben und malen, denn unser Kontakt ist in den Jahren gewachsen. Ich werde ihn auch weiter motivieren, seine Schule abzuschließen. Bei unserer zweiten Begegnung merkte ich, wie gut ihm die Patenschaft persönlich tut.

Alles in allem hat uns vor Ort die Arbeit von Plan überzeugt und die Projekte waren deutlich zu erkennen. Spürbar waren auch die vielen Aufklärungsarbeiten, die nicht offen gezeigt werden konnten, aber ohne die eine solche Veränderung in der Gemeinde nicht möglich gewesen wäre.

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