Beide ziemlich aufgeregt: Patin Uta Peters und die fünfjährige Salim. © Karsten Lezala/momentpictures.de

Empfang in Schuluniform

Die Einladung zu einer Hochzeit nach Thailand nutzte Uta Peters aus Athen, um ihr Patenkind, die fünfjährige Salim, und dessen Großmutter im benachbarten Kambodscha zu besuchen. Gemeinsam mit drei Freunden, die sie begleiteten, erlebte die in Deutschland aufgewachsene Patin einen unvergesslichen Tag:

Patenbesuch bei Salim

Salim lebt etwa 100 Kilometer von Siem Reap entfernt. Endlich ist es soweit. Zwei Plan-Mitarbeiter holen mich und meine drei Freunde von unserem Hotel ab. Den ersten Zwischenstopp nutzen wir, um auf einem großen Markt diverse, für die Familie nützliche Dinge, einzukaufen: Moskitonetz, Decken, Zahnbürsten, Bonbons und Bälle für die Kinder der Gemeinde und eine Schuluniform sowie zwei kleine Teddybären für Salim.

Dann geht es weiter auf einer endlos langen und unbefestigten Strasse, links und rechts weite Reisfelder. In den schmalen Flüssen, die parallel zu unserer Route verlaufen,  baden Kinder. Mit großen Augen schauen sie uns an und winken uns zu. Vor einer riesigen Wasserlache machen wir Halt. Der Fahrer und einer der Plan-Mitarbeiter steigen mit hochgekrempelten Hosen aus dem Wagen, um zu prüfen, ob wir passieren können. Dann geht es weiter.

Empfang in Schuluniform

Nach fast zwei Stunden Fahrt erreichen wir das Dorf von Salim. Wir klettern aus dem Wagen und werden von der Gemeinde mit einem riesigen Applaus empfangen. Viele Erwachsene und zahlreiche Kinder in Schuluniform stehen zusammen und begrüßen uns händeklatschend. Ich bin sehr gerührt. Wie angewurzelt stehe ich da und schaue in unzählige neugierige Kinderaugen. Dann treten Salim und ihre Grossmutter nach vorne und begrüßen uns. Man sieht Salim die Aufregung an, aber ich bin mindestens genauso aufgeregt. Meine Freunde und ich werden von der Großmutter eingeladen, ihr Zuhause zu besuchen, das nur über eine steile Holzleiter erreichbar ist.

Begleitung durch große Kinderschar

Von allen anwesenden Kindern begleitet, wird uns dort oben sehr schnell warm, so dass wir alle wieder hinunter klettern und uns im Freien auf Matten setzen und Milch aus frisch gepflückten Kokosnüssen trinken. Wir verteilen die Geschenke: erst die Bonbons und Bälle für die Kinder, dann die persönlichen Dinge für die Familie. Auch mein selbstgemachtes Memory-Spiel kommt gut an. Salims Gesichtsausdruck beim Anblick der beiden Teddybären werde ich nie vergessen: Sie freut sich sehr, ist aber auch sichtlich überfordert. Wir spielen noch etwas mit den Bällen und werfen sie uns gegenseitig zu, und dann ist es auch schon an der Zeit, uns zu verabschieden.

Ich weiß heute nicht mehr, wie lange wir in uns in der Gemeinde von Salim aufhielten, jegliches Zeitgefühl habe ich während dieses Besuches komplett verloren. Ich kann nur sagen, dass ich diesen kurzer Aufenthalt sehr intensiv erlebt habe.

Computer für alle Schulkinder

Im Anschluss an den Besuch bei Salim besichtigen wir verschiedene Projekte, die Plan unterstützt. Zum Beispiel ein Gesundheitszentrum, das einen besonderen Schwerpunkt auf die Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung legt. Schwangere, die sich im Health-Center beraten und untersuchen lassen, bekommen finanzielle Unterstützung für ihre Familien. Den Menschen im Programmgebiet wird vermittelt, wie wichtig es für die eigene Gesundheit und die der ungeborenen Kinder ist, sich regelmäßig von medizinischem Fachpersonal untersuchen zu lassen. Am Ende steht noch eine mit Computern ausgestattete Schule auf dem Programm. Ich bin positiv überrascht, denn auf drei Schüler kommt hier ein Computer. Auf der Tastatur stehen allerdings nur die lateinischen Buchstaben, die Schüler müssen die Tastaturbelegung im Kopf auf Khmer übersetzen und verinnerlichen.

Bremer Stadtmusikanten auf Khmer

Auch eine Schulbibliothek gibt es. Die Kinder können die Bücher vor Ort lesen oder leihweise mit nach Hause nehmen. Als Erstes springt mir das Buch „Die Bremer Stadtmusikanten“ ins Auge! Die deutschen Textstellen sind mit Sätzen auf Khmer überklebt. Jeder Besucher kann aus seinem Heimatland ein Buch mitbringen, das wird dann übersetzt und entsprechend  überklebt. Auf diese Weise finden Märchen, Sagen und Geschichten aus aller Welt den Weg in diese kambodschanische Schule, um sie dort den Mädchen und Jungen nahe zu bringen. Bei meinem nächsten Besuch in Kambodscha befindet sich garantiert ein deutsches Kinder- oder Jugendbuch in meinem Gepäck.

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