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Sichere und inklusive Schulen in Nepal

Projekt: Sichere und inklusive Schulen in Nepal

Kinderarbeit, frühe Heirat und weite Schulwege zählen zu den Gründen, warum in Nepal viele Kinder nicht zur Schule gehen. In den entlegenen Dörfern der Provinz Karnali, im Westen des Himalaya, wollen wir dies ändern und ermöglichen Kindern einen besseren Zugang zu Schulbildung.

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Das Projekt in der Übersicht

Projektregion: 
Karnali

Projektlaufzeit: 
Mai 2019 - August 2022

Ziel:
Kinder erhalten Zugang zu hochwertiger Bildung an sicheren und inklusiven Schulen

Maßnahmen:

  • Baumaßnahmen für sichere, barrierefreie Klassenzimmer
  • Bereitstellung von Lernmaterial und Ausstattung
  • Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung
  • Leseförderung unter Einbeziehung der Eltern
  • Mobiler Unterricht für Kinder in abgelegenen Gemeinden
  • Fortbildungen für Lehrkräfte
  • Förderung der Gleichberechtigung
  • Schulungen in Katastrophenschutz

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Was uns in Nepal erwartet

Nepal Karte

Die Provinz Karnali im Westen Nepals zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Gegend ist sehr gebirgig und hat nur wenig Infrastruktur. Vor allem im Winter sind die weiten Schulwege ein Problem. So gehen überdurchschnittlich viele Kinder in Karnali nicht zur Schule. Gründe hierfür sind aber auch Kinderheirat und Kinderarbeit. Vor allem Mädchen sind gefährdet, die Schule vorzeitig abzubrechen, weil sie oft schon in jungen Jahren verheiratet werden. Von Kinderarbeit sind laut UNICEF rund 37 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 5 und 17 Jahren betroffen.

Obwohl in Nepal die Grundausbildung bis zur achten Klasse Pflicht und bis zur zehnten sogar kostenfrei ist, gehen nur 76 Prozent der Kinder zur Schule. Viele Mädchen bleiben während ihrer Menstruation dem Unterricht fern, aufgrund gesellschaftlicher Tabus, die ihnen während dieser Zeit die Teilnahme am Unterricht verbieten, und weil es für sie keine Mädchentoiletten gibt. Vor besonderen Herausforderungen stehen auch Kinder mit Behinderungen, da die meisten Schulen nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt sind. Ein Drittel von ihnen geht nicht zur Schule.

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

Hochwertige Bildung
Hochwertige Bildung
SDG5 Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichheit
SDG6
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 10
Weniger Ungleichheiten

Unsere Projektziele

Mädchen und Jungen aus den Distrikten Jumla, Dolpa und Kalikot in der Provinz Karnali sollen durch dieses Projekt gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten. Je nach Bedarf setzen wir dafür Schulgebäude und Klassenzimmer in Stand und bauen separate Mädchentoiletten. Zusätzlich richten wir barrierefreie Klassenräume ein, damit auch Kinder mit Behinderungen den Unterricht besuchen können. Lehrkräfte und Eltern schulen wir zu Themen der Gleichberechtigung und inklusiver Bildung. Insgesamt setzen wir Maßnahmen an 80 Vor- und Grundschulen in acht Gemeinden der Distrikte Jumla, Dolpa und Kalikot um.

 

Projektaktivitäten: Juli - Dezember 2020

Um die Bewohner:innen der Projektregion bestmöglich vor Covid-19 zu schützen, richteten die lokalen Behörden 51 neue Quarantänezentren ein, 48 davon in Schulen und drei in Gesundheitszentren. Diese wurden mit Hygienematerialien wie Desinfektionsmittel, Handschuhen und Masken ausgestattet. Da einige der Zentren nicht über ausreichende Möglichkeiten zum Händewaschen verfügten, errichteten wir in zehn Handwaschstationen. Im Berichtszeitraum profitierten von den Stationen insgesamt 5.099 Menschen. So hat die Maßnahme dazu beigetragen, das Risiko der Ausbreitung des Virus in den Gemeinden zu minimieren, indem die Gewohnheit des regelmäßigen Händewaschens gefördert wurde.

Um den Mädchen und Jungen auch während der Corona-Pandemie Zugang zu Bildung zu ermöglichen, haben wir in enger Abstimmung mit den lokalen Vertreter:innen im Bildungsbereich einen Leitfaden für Radioklassen als alternative Unterrichtsform entwickelt. Dazu nahmen die Lehrkräfte Unterrichtsstunden für die Fächer Mathe, Naturwissenschaften, Englisch und Nepali auf, die dann auf drei lokalen Radiosendern ausgestrahlt wurden. Insgesamt wurden so 32.659 Schülerinnen und 29.382 Schüler der Primär- und Sekundarstufe in der Projektregion erreicht.

Das Bildungsministerium hat zudem Selbstlernmaterialien entwickelt, um den Schüler:innen während der Schulschließungen das Lernen von zu Hause zu ermöglichen. Die Materialien richten sich an Schulkinder von der Vorschule bis zur achten Klasse und enthalten einfache, bebilderte und kindgerechte Inhalte mit klaren Anweisungen. Auf diese Weise konnten 19.599 Mädchen und Jungen selbstständig zu Hause lernen.

Damit die Kinder in den Projektgemeinden schnellstmöglich wieder zur Schule gehen können, formulierte die lokale Regierung eine Richtlinie zur Wiedereröffnung der Schulen. Zur Vorstellung der Richtlinie organisierten wir gemeinsam mit den lokalen Behörden an allen 80 Projektschulen Orientierungsveranstaltungen. Ziel der Treffen war es, den Schulen klare Anweisungen zu geben, welche Maßnahmen vor und nach der Öffnung durchgeführt werden müssen, um den Schulkindern ein sicheres und geschütztes Schulumfeld zu gewährleistet. So müssen beispielsweise alle Schulgebäude vor der Wiedereröffnung gereinigt und desinfiziert werden.

An den Veranstaltungen nahmen insgesamt 1.357 Lehrer:innen, Mitglieder des Schulmanagements und der Eltern-Lehrkräfte-Vereinigung unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen teil. Alle Teilnehmer:innen gaben an, sich durch die Richtlinie ihrer Verantwortung zur Gewährleistung der Sicherheit an den Schulen bewusst geworden zu sein.

„Die Richtlinie zur Wiedereröffnung bietet uns eine wichtige Grundlage, um die Schulen wieder öffnen zu können und eine gute und sichere Lernumgebung für die Schulkinder zu schaffen. Wir geben unser Bestes, die Richtlinie in unserer Schule richtig umzusetzen, um so den Mädchen und Jungen Zugang zu Bildung und eine bessere Zukunft zu ermöglichen.“ Janak Bahadur, Schulleiter der Shree Saraswoti Grundschule in Kalikot

Da seit Mitte Januar 2021 keine neuen Corona-Fälle in der Projektregion registriert wurden, konnten alle 80 Schulen Ende Januar wieder geöffnet werden.

Einige Gemeinden sind durch die Covid-19-Pandemie besonders gefährdet und für die wirtschaftlichen Herausforderungen nicht ausreichend gerüstet. Die lokale Regierung hat in diesem Zusammenhang 218 Haushalte identifiziert, die gezielt Unterstützung benötigen. Wir haben die Familien daraufhin mit Lebensmitteln wie Reis, Mehl und Hülsenfrüchten versorgt. 104 dieser Familien gehören der Minderheit der Dalit an, welche in Nepal oft benachteiligt und diskriminiert wird. Durch diese Aktivität konnte die Ernährungssicherheit von insgesamt 1.090 Menschen, darunter 681 Kinder, verbessert werden. Zudem führten wir Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden in den Gemeinden durch, um die Bevölkerung über die aktuelle Situation zu informieren. Insgesamt nahmen 475 Gemeindemitglieder an den Veranstaltungen teil.

In Jumla fand ein dreitägiges Training zum Thema Katastrophenvorsorge an Schulen statt, an dem elf Lehrkräfte, 13 Mitglieder des Schulmanagements und der Eltern-Lehrkräfte-Vereinigung sowie neun Gemeindevertreter:innen teilnahmen. Das Training konzentrierte sich hauptsächlich auf Katastrophenmanagement, Risikominimierung sowie Notfall- und Rettungsmaßnahmen, die im Fall von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Erdbeben getroffen werden müssen. Um die Risiko- und Sicherheitsbereiche der Schulen zu identifizieren, führten die Teilnehmer:innen zudem eine Kartierung der Schulen durch.

Sunil kann wieder lachen

Sunil hat gelernt, mit seiner Behinderung umzugehen und seine Wünsche zu verwirklichen.
Sunil hat gelernt, mit seiner Behinderung umzugehen und seine Wünsche zu verwirklichen. © Plan International

Schon mit elf Jahren musste Sunil anfangen zu arbeiten: Gras und Heu schneiden für das Vieh. Eines Tages schnitt er sich tief in die rechte Hand. Die Verletzung war so schwer, dass er seine Hand verlor. Von da an verbrachte Sunil die meiste Zeit zu Hause und verfiel in eine tiefe Depression.

Dann zerstörte ein Erdbeben das Haus der Familie. Plan leistete Nothilfe und errichtete temporäre Klassenzimmer sowie ein Schutzzentrum für Kinder. Dort nahm Sunil erstmals wieder an gemeinsamen Spielen teil. Dort lernte er auch, dass seine Behinderung ihn nicht davon abhalten sollte, seine Wünsche zu verwirklichen.

„Als ich hörte, wie wichtig Bildung ist, entschloss ich mich, wieder zur Schule zu gehen“, erzählt Sunil. „Ich habe dort viele neue Freunde gefunden.“ Kürzlich hat er einen Ausweis von der Bezirksregierung bekommen. Damit kann er jetzt auch staatliche Angebote für Kinder mit Behinderungen nutzen.

Aktuelle Projektbeschreibung

Exemplarische Projektkosten

55 EUR:
kostet ein Lesewettbewerb inklusive Materialien und Preisen

158 EUR:
werden für eine Kampagne gegen Kinderarbeit benötigt

237 EUR: 
kostet eine Leseecke in einer Schule

316 EUR:
brauchen wir für einen dreitägigen Workshop zu Themen der Hygiene und Menstruation

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Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (82,95 %)
  • Werbeaufwendungen (12,22 %)
  • Verwaltungsaufwendungen (4,83 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold
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