Sport Verein(t) für Kinderschutz und Kinderrechte
Sportvereine begleiten Millionen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, bieten Raum für Gesundheit, soziale Bindungen und Selbstbehauptung. Doch trotz vieler Chancen birgt der Vereinssport vielfältige Risiken: Eine Studie zeigt, dass 70 % der befragten jungen Menschen mindestens einmal oder häufiger Gewalt oder Grenzverletzungen im Sport erlebt haben. Genau hier setzt „Sport Verein(t)“ an und unterstützt Sportvereine dabei, effektive Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen und so die Teilhabe und das Wohlbefinden junger Menschen nachhaltig zu stärken.
Das Projekt in der Übersicht
- September 2026 – August 2029
- Bundesweit (mind. drei Projektregionen)
- Deutsche Sportjugend (dsj)
- Die Kinderrechte im organisierten Sport in Deutschland sind nachhaltig gestärkt und geschützt.
- 25 bis 30 Sportvereine werden anhand bedarfsorientierter Kriterien ausgewählt und gemeinsam werden Schutzkonzepte durch Grundlagenschulungen und modulare Workshops entwickelt.
- Alle Mitglieder der teilnehmenden Vereine erhalten umfassende Schulungen zu Kinderrechten und Gewaltschutz.
- Kinder, Jugendliche und Eltern werden durch Aktionstage, Workshops und Elternabende gezielt für Kinderrechte im Verein sensibilisiert; begleitend werden didaktische Materialien erstellt und bereitgestellt.
- Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zur Skalierung der Projektergebnisse werden gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend abgestimmt und umgesetzt.
- Das Projekt wird kontinuierlich evaluiert – Learnings und Best Practices werden festgehalten.
Zum Hintergrund des Projekts
Über 10,5 Millionen junge Menschen unter 27 Jahren sind in Deutschland in Sportvereinen aktiv, Tendenz steigend. Sportvereine tragen deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Allerdings können gerade die Nähe, das enge Miteinander und hierarchische Strukturen im Verein Risiken wie Übergriffe, Grenzverletzungen oder Gewalt begünstigen. Untersuchungen zeigen, dass die meisten dieser Vorfälle direkt im Vereinsumfeld geschehen. Trotz dieses Handlungsbedarfs sind Schutzkonzepte und klare Präventionsstrukturen, besonders an der Basis vieler Vereine, noch nicht flächendeckend umgesetzt. Oft fehlen systematische Präventionsansätze, eindeutige Abläufe im Ernstfall und ausreichend Schulungsangebote für Haupt- und Ehrenamtliche. 85% der befragten Stadt- und Kreissportbünden geben an, dass insbesondere beim Erstellen von Risikoanalysen und den darauf aufbauenden Schutzkonzepten Unterstützungsbedarf besteht. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, unterstützt unser Projekt Sportvereine dabei, Strukturen nachhaltig zu stärken, Schutzkonzepte zu entwickeln und deren flächendeckende Umsetzung im Vereinsalltag zu sichern.
Was wir für den Projekterfolg tun
Das übergeordnete Ziel von Sport Verein(t) ist es, 25 bis 30 Sportvereine in mindestens drei Projektregionen durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen zu befähigen, wirksame und partizipative Schutzkonzepte zu entwickeln und nachhaltig zu etablieren.
Schutzkonzepte entwickeln und stärken
Das Projektteam überprüft die Ausgangslage und bestehende Schutzstrukturen in den Vereinen, identifiziert Anlaufstellen und entwickelt passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen. Die Multiplikator:innen werden durch Schulungen, Workshops und einen begleitenden Helpdesk bei der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Schutzkonzepte im Verein begleitet.
Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen aktiv einbinden
Mit Spiel-, Sport- und Workshop-Formaten sowie Aktionstagen werden Kinder und Jugendliche im Verein über ihre Rechte informiert und zur aktiven Mitgestaltung von Schutzstrukturen ermutigt. Eigene Formate, wie Elternabende, werden entwickelt und eingesetzt, um Erziehungsberechtigte für Kinderschutz zu sensibilisieren. Ergänzende Materialien sorgen für Nachhaltigkeit im Vereinsalltag.
Öffentlichkeitsarbeit
Um die Themen Kinderschutz und Gewaltschutz im Sport breiter sichtbar zu machen, werden gezielte Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt. Dazu zählen die Veröffentlichung von Pressemitteilungen, Beiträge in digitalen Newslettern sowie die kontinuierliche Kommunikation über Social-Media-Kanäle der Projektpartner.
E-Learning für alle Vereinsmitglieder
Über ein E-Learning-Angebot werden alle weiteren Mitglieder der Sportvereine zu Gewaltschutz und Kinderrechten geschult. So wird ein breites Bewusstsein geschaffen, das die Arbeit der Multiplikator:innen vor Ort ergänzt.
Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten
Plan und die dsj stellen durch regelmäßige Berichte, Monitoring und bedarfsgerechte Anpassungen sicher, dass die Projektziele erreicht und die Maßnahmen wirksam umgesetzt werden.
Förderung und Kooperation
- Gefördert durch: Postcode Lotterie und weitere Geber
- In Kooperation mit: Deutsche Sportjugend (dsj)
- Kurzbeschreibung der Partnerorganisation: Die Deutsche Sportjugend (dsj) ist der Jugendverband des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Sie koordiniert die Zusammenarbeit der Mitgliedsorganisationen, insbesondere bei gemeinsamen Aufgaben, und arbeitet mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren daran, die sportliche und allgemeine Jugendarbeit weiterzuentwickeln. Zudem fördert die dsj Bildung, Betreuung und Erziehung im Sport und leistet so einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher und jugendpolitischer Herausforderungen.
- Link zur Website der Partnerorganisation: https://www.dsj.de/