Weltweite Hilfe
Kinder vor Klimawandel schützen

Kinder vor der Klimakrise schützen

Auch in Malawi ändert sich das Klima und wird immer extremer. Anzahl und Ausmaß von Dürren und Überschwemmungen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen und vernichten ganze Ernten. Die Folgen: Familien verlieren ihre Lebensgrundlage und Nahrungsmittel werden knapp. Dies wirkt sich vor allem negativ auf die Ernährungslage von Kindern aus. In unseren Projektregionen Mulanje und Machinga stärken wir deshalb die Widerstandfähigkeit von 2.500 Haushalten gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels, indem wir sie zu nachhaltiger Landwirtschaft schulen, die Wasserversorgung verbessern und dürreresistentes Saatgut bereitstellen.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Mulanje und Machinga im Süden Malawis

Projektlaufzeit:
August 2021 – Juli 2024

Ziele:

  • Stärkung gegen den Klimawandel
  • Sicherung der Lebensgrundlage von 2.500 Haushalten
  • Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft
  • Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen

    Maßnahmen:

    • Schulungen zu klimaangepasster Landwirtschaft
    • Sanierung von zwei Bewässerungssystemen und 20 Brunnen
    • Saatgut für 2.500 Haushalte
    • Spargruppen und Einkommen schaffende Maßnahmen fördern
    • Bau von geschlechtergerechten Waschräumen an Schulen

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      Was uns in Malawi erwartet

      Malawi

      Die Gefahr von Dürreperioden und anderen Wetterextremen infolge des Klimawandels hat in Malawi stark zugenommen. Dies hat weitreichende Folgen für das Land, in dem ein Großteil der Bevölkerung von Subsistenzlandwirtschaft lebt. In Dürrezeiten gehen die Ernteerträge zurück, die Preise für Lebensmittel steigen und der fehlende Zugang zu Nahrung und Wassermangel gefährden die Ernährungssicherheit und Existenzgrundlage vieler Menschen. Über 50 Prozent der Bevölkerung Malawis leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Kinder sind besonders stark von den Folgen einer Mangelernährung betroffen. In Malawi leiden 37 Prozent der Kinder unter fünf Jahren an ernährungsbedingter Unterentwicklung.

      Die ländlichen Projektbezirke Mulanje und Machinga sind besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen: Nach der Verwüstung durch den Zyklon Idai 2019 gefährden auch die steigenden Temperaturen und anhaltenden Dürren die Nahrungsmittelsicherheit der Bevölkerung. In der Projektregion sind vor allem die Erträge des Grundnahrungsmittels Mais stark zurückgegangen. Gründe dafür sind unzureichend bewässerte Anbauflächen und fehlende nachhaltige Landwirtschaftsmethoden. Von den sozioökonomischen Folgen des Klimawandels sind besonders Mädchen und Frauen betroffen. Oftmals verdienen sie keinen eigenen Lebensunterhalt und können aufgrund fehlender Sanitäranlagen während ihrer Menstruation nicht zur Schule gehen und so ihr Recht auf Bildung wahrnehmen.

      Was wir für den Projekterfolg tun

      Mit diesem Projekt wollen wir die Lebensgrundlage von 2.500 Haushalten in Mulanje und Machinga verbessern, indem wir ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels stärken. In diesem Zusammenhang schulen wir die Gemeindemitglieder zu nachhaltiger Landwirtschaft, verbessern die Ernährungssicherheit und die Wasserversorgung und unterstützen die Familien bei der Gründung von Kleinstunternehmen und Spargruppen. Durch die Vergabe von Saatgut für dürreresistente Pflanzen und die Einrichtung einer Saatgutbank wird die Ernährungssicherheit zusätzlich erhöht. Von den Projektaktivitäten profitieren insgesamt 12.500 Frauen, Männer und Kinder.

      Um die Ernährungslage der Menschen nachhaltig zu verbessern, unterstützen wir 2.500 Haushalte mit Saatgut für den Anbau von verschiedenen Gemüsesorten. Zusätzlich veranstalten wir Kochvorführungen, in denen die Gemeindemitglieder gemeinsam aus lokal verfügbaren Produkten gesunde Gerichte zubereiten. Darüber hinaus schulen wir je 40 Teilnehmer:innen in 20 Gemeindetreffen zur Bewirtschaftung von eigenen Haus- und Gemüsegärten mit nährstoffreichen Gemüsesorten. Diese Aktivitäten wirken sich besonders positiv auf die Ernährung von Kindern aus.

      Um die Familien in den Projektdistrikten für die Herausforderungen des Klimawandels zu stärken, schulen wir sie zu nachhaltiger Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang organisieren wir 60 Aufklärungsveranstaltungen zu klimaangepassten Anbaumethoden für alle 2.500 Haushalte. Zudem bilden wir 84 Landwirt:innen, darunter 50 Frauen und 34 Männer, zu sogenannten Lead Farmern aus. In Schulungen lernen sie Methoden einer nachhaltigen Landwirtschaft kennen. Nach der Schulung geben die Lead Farmer ihr erworbenes Wissen an andere Gemeindemitglieder weiter. Dafür werden auf ausgesuchten Gemeindeflächen Übungsfelder angelegt, auf denen die neuen Anbaumethoden demonstriert und praktisch umgesetzt werden.

      Außerdem erhalten die 84 Lead Farmer Saatgut für dürreresistente Nutzpflanzen wie Maniok und Süßkartoffeln. Um im Projektverlauf alle 2.500 Haushalte mit entsprechendem Saatgut zu versorgen, errichten wir eine Saatgutbank. So können Familien, die bereits eine dürreresistente Sorte anbauen, das neue Saatgut leichter an andere Gemeindemitglieder weitergeben. Weil der Regen in Malawi aufgrund des Klimawandels nur noch unregelmäßig fällt, sanieren wir im Rahmen des Projekts zwei bestehende Bewässerungssysteme, von denen 200 Familien profitieren werden. Darüber hinaus schulen wir 200 Gemeindemitglieder, davon 120 Frauen und 80 Männer, in Techniken zur nachhaltigen Wassergewinnung, damit sie auch außerhalb der Regenzeit ihre Felder ausreichend bewässern können.

      Im Rahmen des Projekts gründen wir Spargruppen. Dort können die Mitglieder Geld ansparen, um Investitionen zu tätigen.
      Im Rahmen des Projekts gründen wir Spargruppen. Dort können die Mitglieder Geld ansparen, um Investitionen zu tätigen.

      Um die Lebensgrundlage der Familien zu verbessern, fördern wir die Gründung von Spargruppen. Dazu nehmen 70 Frauen und 30 Männer an einem Training teil, in dem sie Kenntnisse im Bereich des Sparens und Finanzierens erlernen. Zudem arbeiten wir mit zehn Finanzexpert:innen zusammen, die die Spargruppen bei der Gründung von Kooperativen beraten und sie dabei unterstützen, Mikrokredite für Investitionen zu erlangen.

      100 Frauen schulen wir in der Führung und Verwaltung von Kleinstunternehmen und stellen ihnen ein Startkapital sowie Startup-Kits zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen zur Verfügung. Im Rahmen des Trainings erwerben sie wichtige Kenntnisse zur Entwicklung eigener Geschäftsmodelle.

      Da die Nutztierhaltung auch in Zeiten des Klimawandels ein regelmäßiges Einkommen erbringen kann, nehmen 300 Landwirt:innen an einer Ausbildung zur Ziegenzucht teil. Dabei lernen die Teilnehmer:innen nicht nur, wie sie die Tiere artgerecht halten, füttern und vor Erkrankungen schützen, sondern auch, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Die ersten Teilnehmer:innen erhalten vier Ziegen und einen Bock sowie ein Set mit Medikamenten, um die Tiere bei Krankheit behandeln zu können. Die neugeborenen Tiere werden in einem nächsten Schritt dann an die anderen Landwirt:innen weitergegeben. Ziel ist es, den Familien durch die Aufzucht von Ziegen eine sichere und vielfältige Ernährung zu ermöglichen.

      Der Klimawandel und die zunehmenden Dürren erschweren den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um die Trinkwasserversorgung in Mulanje und Machinga sicherzustellen,  sanieren wir 20 brachliegende Bohrlöcher und Brunnen.

      An zwölf Schulen schaffen wir nach Geschlechtern getrennte Waschräume, damit Mädchen auch während ihrer Periode die Schule besuchen können. Zusätzlich nehmen 280 Frauen an einem Training zu Menstruationshygiene teil. Damit wollen wir dazu beitragen, das Tabu um die Menstruation in der Gesellschaft zu brechen, sodass negative Einstellungen reduziert werden und die Mädchen sich trauen, offen über das Thema zu sprechen.

      „Das Projekt hat mein Leben verändert!“

      Kanyinji, 52, erzählt uns seine Geschichte.
      Kanyinji, 52, erzählt uns seine Geschichte.

      Der 52-jährige Kanyinji war einer der begünstigten Landwirte der ersten Projektphase. Er erinnert sich daran, wie schwierig es war, für den Lebensunterhalt seiner Familie zu sorgen.

      „Bevor ich an dem Projekt teilnahm, konnte ich meine Kinder nicht ausreichend ernähren und es war sehr schmerzhaft, sie mit leerem Magen in die Schule zu schicken. Nachdem ich an den Schulungen zu nachhaltiger Landwirtschaft teilgenommen habe, konnte ich viel mehr Gemüse ernten und einen Teil davon sogar verkaufen. Meine Kinder haben nun immer ausreichend zu essen und ich kann ihre Schulgebühren bezahlen. Das Projekt hat mein Leben verändert!“

      Beispielhafte Projektkosten

      55 EUR
      brauchen wir für den Kauf einer Ziege

      118 EUR
      kostet der Besuch eines Lead Farmers auf den Übungsfeldern in den Gemeinden

      1.083 EUR
      benötigen wir für die Sanierung eines Brunnens