In alternativen Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter.
In alternativen Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter.

Mädchen vor Beschneidung schützen

Guinea gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate weiblicher Beschneidungsopfer weltweit: Laut offizieller nationaler Erhebungen sind 96 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Die nationale Gesetzgebung verbietet zwar Genitalverstümmelung, wird aber bisher nicht umgesetzt. In unserem Folgeprojekt tragen Aufklärungsarbeit, Dialogveranstaltungen und alternative Initiationsriten dazu bei, dass mehr Mädchen vor der Verstümmelung geschützt werden und dass sich mehr Gemeinden bereit erklären, mit diesem gewaltvollen Ritus zu brechen.

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Mädchen vor Beschneidung schützen. Helfen auch Sie!

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Kissidougou, Guéckédou und Conakry

Projektlaufzeit:
Dezember 2013 – November 2017

Ziel:
Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung in möglichst vielen Projektgemeinden.

Maßnahmen:

  • Aufklärungsveranstaltungen in 50 Projektgemeinden
  • Durchführung alternativer Initiationsriten ohne Beschneidung
  • Lobbyarbeit auf politischer Ebene, damit das Verbot der Beschneidung von Mädchen auf allen Ebenen durchgesetzt wird

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    Was uns in Guinea erwartet

    In Guinea wird die weibliche Genitalverstümmelung landesweit praktiziert. 96 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind beschnitten. Die nationale Gesetzgebung, welche die Genitalverstümmelung verbietet, wird bisher nicht umgesetzt. Immer noch befürworten viele Gemeinden die Beschneidung von Mädchen, da sie nach ihrer Auffassung einen wichtigen Teil der weiblichen Initiationsriten darstellt. Viele Menschen glauben auch, dass die Beschneidung ein wichtiger Bestandteil der Religion sei und sie zum Beispiel im Koran oder der Bibel empfohlen werde. Nicht beschnittenen Mädchen und ihren Familien wird daher oft große gesellschaftliche Ächtung zuteil. Nicht selten werden sie vom öffentlichen Leben vollständig ausgegrenzt. Über die schweren körperlichen und seelischen Folgen der Genitalverstümmelung wissen die meisten Menschen nur wenig. Der Eingriff wird in der Regel von traditionellen Beschneiderinnen unter unhygienischen Bedingungen und ohne Betäubung durchgeführt. Das Alter der Mädchen reicht dabei von wenigen Monaten bis zu 15 Jahren. Als unmittelbare Folgen können Blutverlust, Kollaps und schwere Infektionen auftreten, die bis zum Tod führen können.

    Unsere Projektziele

    Bereits von 2007 bis 2009 haben wir von Plan International ein Projekt zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung umgesetzt, das sehr erfolgreich war und in dessen Folge elf Gemeinden die grausame Praxis abgeschafft haben. Auf diesen Erfahrungen bauen wir auf. So sollen auch in diesem Projekt Aufklärungsarbeit, Dialogveranstaltungen und alternative Initiationsriten dazu beitragen, dass mehr Mädchen vor der Verstümmelung geschützt werden und dass sich mehr Gemeinden bereit erklären, mit dem gewaltvollen Ritus zu brechen.

    Um weitreichende Bewusstseins- und Verhaltensänderungen in den Gemeinden zu bewirken, die zu einer Aufgabe der weiblichen Genitalverstümmelung führen, setzen wir in 50 Gemeinden der Programmgebiete Kissidougou und Guéckédou Aufklärungsveranstaltungen um. Diese Maßnahmen erreichen circa 208.500 Einwohnerinnen und Einwohner. 600 Mädchen zwischen fünf und 18 Jahren durchlaufen alternative Initiationsriten, durch die sie in die Gesellschaft der Frauen aufgenommen werden. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, dass das Verbot der Beschneidung auf allen Ebenen umgesetzt wird.

    Was wir bisher für den Projekterfolg getan haben

    Guinea wurde, nach weiteren vereinzelten Ebola­-Erkran­kungen, am 1. Juni 2016 von der Weltgesundheitsorganisation erneut als Ebola­-frei erklärt. Aufgrund der zuvor monatelangen Einschränkung des öffentlichen Lebens konnten jedoch einige Projektaktivitäten nicht wie geplant umgesetzt werden. Die Organisation und Planung der vorgesehenen Treffen, Schulungen und Trainings wurden entsprechend angepasst.

    Projektberichte

    Exemplarische Projektkosten

    77 EUR:
    Produktion von einem Radiobeitrag

    1.667 Euro:
    Durchführung von einem mehrtätigen alternativen Initiationsritus in einer Gemeinde

    10.166 Euro:
    Fortbildung im Bereich Rechte und schädliche Folgen von Beschneidung für ca. 83 Regierungsmitarbeiter

    Ja, ich unterstütze dieses Projekt!
    Ihre Hilfe kommt an!
    • Projektausgaben (81,8%)
    • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (12,8%)
    • Verwaltungsausgaben (5,4%)
    Interessant? Weitersagen: