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Plan International setzt sich gegen weibliche Genitalverstümmelung ein.

Mädchen vor Beschneidung schützen

Guinea gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate weiblicher Beschneidungsopfer weltweit: Laut offizieller nationaler Erhebungen sind 97 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Die nationale Gesetzgebung verbietet zwar Genitalverstümmelung, wird aber bisher nicht umgesetzt. In unserem Folgeprojekt tragen Aufklärungsarbeit, Dialogveranstaltungen und alternative Initiationsriten dazu bei, dass mehr Mädchen vor der Verstümmelung geschützt werden und dass sich mehr Gemeinden bereit erklären, mit diesem gewaltvollen Ritus zu brechen.

Mädchen vor Beschneidung schützen. Helfen auch Sie!

Das Projekt in der Übersicht

Projektregionen:
Coyah, Kissidougou und Guéckédou

Projektlaufzeit:
August 2018 – September 2021

Ziel:
Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung in möglichst vielen Projektgemeinden.

Maßnahmen:

  • Dialog- und Informationsveranstaltungen in 80 Projektgemeinden
  • Alternative Initiationsriten für rund 2.000 Mädchen
  • Radiobeiträge zur Aufklärung über das Thema
  • Aufbau und Unterstützung von Beratungsstellen
  • Neue Einkommensquellen für ehemalige Beschneiderinnen

Ja, ich unterstütze dieses Projekt!

Was uns in Guinea erwartet

In Guinea ist die weibliche Genitalverstümmelung landesweit verbreitet. Sie ist stark mit kulturellen Werten verbunden und dem Glauben vieler Menschen nach religiös verankert. 97 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in Guinea sind beschnitten. Die nationale Gesetzgebung verbietet die Praxis zwar, es gibt jedoch keine konsequente strafrechtliche Verfolgung. In vielen Gemeinden findet die Praxis immer noch Unterstützung und stellt einen wichtigen Teil der weiblichen Initiationsriten dar. Meist sind es ältere Frauen oder Hebammen, die die Beschneidung durchführen und sich damit ein Einkommen sichern. Für die betroffenen Mädchen und Frauen sind die körperlichen und seelischen Folgen gravierend und stellen eine schwere Kinder- und Menschenrechtsverletzung dar.

Unsere Projektziele

Das geplante Vorhaben ist unser drittes Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung in Guinea. Bereits in den Jahren 2007 bis 2010 sowie 2013 bis 2018 haben wir Aufklärungsarbeit in den Regionen Conakry, Guéckédou und Kissidougou geleistet, um über die schweren Folgen der Genitalverstümmelung zu informieren und Mädchen vor der grausamen Praxis zu schützen. 30 Gemeinden haben im Zuge dessen eine Verzichtserklärung unterschrieben und die weibliche Genitalverstümmelung offiziell abgeschafft. 

In diesem Projekt weiten wir die Maßnahmen auf zwei weitere Bezirke in der Region Coyah und je vier Bezirke in den Regionen Guéckédou und Kissidougou aus, um auch dort zur Beendigung der Genitalverstümmelung beizutragen. Rund 2.000 Mädchen aus 80 Gemeinden sollen alternative Riten durchlaufen und so vor der Beschneidung bewahrt werden. An weiteren Projektaktivitäten nehmen Eltern und Verwandte, Beschneiderinnen sowie 90 Lehrkräfte und 180 Angehörige des Gesundheits- und Justizwesens teil.

Was wir dafür tun

Die weibliche Genitalverstümmelung ist für die betroffenen Mädchen ein traumatisches und mit größten Schmerzen verbundenes Ereignis. Auf der anderen Seite steht die Zeremonie für die feierliche Aufnahme der Mädchen in die Gesellschaft der Frauen und Erwachsenen. Um diesen positiven Wert des Ritus, den symbolhaften Übergang in die Erwachsenenwelt, zu erhalten, unterstützen wir alternative Initiationsriten ohne Beschneidung. Diese viertägigen Zeremonien erleben die Mädchen abseits ihrer Dörfer gemeinsam mit Frauen aus ihrer Gemeinde. In dieser Zeit erfahren die Mädchen viel über ihre kulturelle Identität. Lieder und Tänze begleiten die Feierlichkeiten sowie Gespräche mit den Frauen, die ihnen wichtiges Wissen über Familienplanung und Gesundheit vermitteln. Rund 2.000 unbeschnittene Mädchen aus 80 Gemeinden nehmen im Projektverlauf an diesen alternativen Riten teil.

Die Aufklärung über das Radio hat sich bereits im Vorgängerprojekt als sehr erfolgreich erwiesen. Deshalb produzieren wir Radiobeiträge in mehreren lokalen Sprachen, die einen großen Teil der Bevölkerung in den Projektregionen erreichen. Die Inhalte der Beiträge informieren über die körperlichen und seelischen Folgen der Genitalverstümmelung, die Gesetzeslage und die Möglichkeit, dass Mädchen an alternativen Riten teilnehmen. Geplant sind insgesamt 33 Radiosendungen. Auch im Rahmen von Dialogveranstaltungen tauschen sich Erwachsene und Jugendliche in den Gemeinden zu diesen Themen aus. Die Treffen werden von Gemeindemitgliedern moderiert, die gezielt hierzu geschult werden.

Zwar ist die weibliche Genitalverstümmelung in Guinea per Gesetz verboten, Verstöße werden jedoch nur sehr selten geahndet. Unser Ziel ist es, dass sich möglichst viele Gemeinden offiziell zur Abschaffung der Praxis bekennen. Deshalb  sensibilisieren wir lokale Autoritäten für die schweren Folgen der Beschneidung, die Rechte von Mädchen und Kindern und die Gesetzeslage. Ebenso unterstützen wir Jugendclubs, damit sie sich für die Abschaffung der Praxis und die Durchsetzung der Verbote stark machen. Hierzu nehmen Mädchen und Jungen an Schulungen teil und geben ihr Wissen anschließend an andere Schülerinnen und Schüler und in ihrer Gemeinde weiter.

Traditionelle und professionelle Beschneiderinnen bieten ihre Dienste auch aus wirtschaftlichen Gründen an. Denn die Beschneidung sichert ihnen ein Einkommen, oft in Form von Sachspenden, wie Ziegen, Getreide oder Seife. Deshalb bieten wir ehemaligen Beschneiderinnen Zugang zu alternativen Einkommensmöglichkeiten. Hierfür schließen sie sich zu Spargruppen zusammen und nehmen an Schulungen zu unternehmerischem Handeln teil. Dabei lernen sie, wie sie Kleinstunternehmen gründen und beispielsweise mit dem Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse oder der Herstellung von Seife ein Einkommen erwirtschaften.

Als Anlaufpunkt für betroffene Mädchen und Frauen richten wir drei Beratungsstellen in Coyah, Kissidougou und Guéckédou ein. Diese leisten Unterstützung bei drohenden oder bereits vollzogenen Beschneidungen oder auch strafrechtlichen Prozessen. Sie bieten zudem einen geschützten Raum, in dem die Betroffenen auch über andere Erlebnisse von geschlechtsspezifischer Gewalt, wie beispielsweise Frühverheiratung, sprechen können.

Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten

Während der gesamten Projektlaufzeit finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach dem ersten und zweiten Projektjahr werden interne Zwischenevaluierungen durchgeführt. Nach Beendigung des Projektes findet eine ausführliche externe Evaluierung statt.

Projektbeschreibung

Exemplarische Projektkosten

64 EUR:
Fortbildung für eine/n Mitarbeitende/n aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Recht

136 Euro:
Produktion und Ausstrahlung eines Radiobeitrags

2.533 Euro:
Durchführung von alternativen Initiationsriten

3.438 Euro:
Mehr-Generationen-Dialog

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  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (14,04%)
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