Gute Neuigkeiten September 2022

Wir informieren: Kinder brauchen Bildung

Projektregionen:
West Nile

Projektstart:
Juli 2021 bis Juni 2024

Ziel:

  • Gleichberechtigter Zugang zu hochwertiger Grundschulbildung in gut ausgestatteten Schulen

Maßnahmen:

  • Bau von sieben Klassenzimmern und 72 Schultoiletten
  • Tische und Stühle für 24 Klassenzimmer
  • Lehrmaterialien für 7.000 Kinder
  • Fortbildung von Lehrkräften in kinderfreundlichen Lehrmethoden
  • Aufklärung zu den Rechten von Mädchen, Menstruationshygiene, sexueller Gesundheit und geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Schulevents, Radiosendungen und Schulungen zum Thema Kinderschutz

Die Situation

In der Projektregion West Nile lernen rund 130 Kinder gemeinsam in einem einzigen Klassenraum. Was für uns unvorstellbar ist, ist in den Projektschulen der Distrikte Nebbi und Madi Okolo oft traurige Realität. Um der Enge in den baufälligen und schlecht ausgestatteten Klassenräumen zu entgehen, findet der Unterricht oft draußen statt. Fehlendes und veraltetes Lehrmaterial und schlecht ausgebildete Lehrkräfte verschlimmern die Problematik zusätzlich. Unzureichende Toiletten für Mädchen und Kinder mit Behinderungen sind weitere Hindernisse für einen regelmäßigen Schulbesuch.

Fehlende Aufklärung führt bei Mädchen zu Teenagerschwangerschaften, Kinderheirat und Gewalterfahrungen. Die Gesundheit der Mädchen und ihre Entwicklungsmöglichkeiten sind dadurch stark eingeschränkt. Die Folge ist häufig der Schulabbruch. So schließen am Ende nur 12 Prozent der Mädchen und 26 Prozent der Jungen die siebenjährige Grundschule ab.

Unsere Ziele

An sechs Grundschulen in den Distrikten Nebbi und Madi Okolo der Projektregion wollen wir rund 7.000 Mädchen, Kindern mit Behinderung und Jungen einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung an gut ausgestatteten Schulen bieten. Zusätzlich arbeiten wir mit Beamt:innen der Distrikte und Kinderschutzkomitees zusammen. 3.500 Eltern und 120 Gemeindevorstehende werden miteinbezogen.

Unsere Maßnahmen

Die Klassengrößen werden durch den Bau von sieben neuen Klassen- und Lehrer:innenzimmern reduziert. Die 24 bestehenden Klassenzimmer statten wir mit je 30 Tischen und Stühlen aus. Jede Schule bekommt zehn geschlechtsspezifische Toiletten. Wasserauffangsysteme werden installiert. Umzäunte Schulgelände geben den Kindern ein Gefühl von Sicherheit. Zusätzlich stellen wir 60 Spiel- und Sportgeräte bereit. Es werden 2.940 Lehrbücher zur Verbesserung des Lese- und Schreibunterrichts angeschafft. Alle Schüler:innen erhalten eine Büchertasche mit Lernmaterialien.

Die Lehrkräfte werden in kinderfreundlichen, interaktiven Lernmethoden geschult. 60 Lehrer:innen werden zusätzlich in der Lehrplangestaltung fortgebildet. 30 lernen alles über Sprache und Phonetik. Es werden neue Lernmethodeen geübt, Kinderschutzthemen diskutiert und dazu umfangreiche Unterrichtsmaterialien verteilt. Außerdem werden 18 neue Lehrer:innen eingestellt.

Durch coronabedingte Schulschließungen gab es in Uganda zwei Jahre kaum Zugang zu Bildung. Bereitgestelltes Material für das Homeschooling machte es den 7.000 Schüler:innen der Projektschulen dennoch möglich, in dieser Zeit lernen zu können. Für die Rückkehr in die Schulen im Sommer 2022 werden Fiebermessgeräte, Seifen, Desinfektionsmittel und Erste-Hilfe-Kästen zur Verfügung gestellt. Zum Schuljahresanfang erhöhen Back-to-School-Kampagnen die Einschulungsraten und senken so die Schulabbruchzahlen.

In Hygieneclubs lernen Mädchen ihre Rechte kennen und setzen sich mit den Themen Menstruation, Menstruationshygiene und sexueller Gesundheit auseinander. Für die Produktion von wiederverwendbaren Binden liefern wir 540 Materialsets. Zwölf Lehrer:innen nehmen an einer Schulung zu sexuellen und reproduktiven Rechten und Genderthemen teil.

Um der Gewalt an Mädchen in Uganda entgegenzuwirken, stärken wir die Kinderschutzstrukturen in den Projektschulen durch Trainings. 200 ausgebildete Lehrer:innen, Mitglieder von Kinderschutzkomitees und Distriktbeamt:innen nehmen daran teil. Jede Schule bekommt einen Kinderclub, in dem Mädchen und Jungen spielerisch lernen, wie sie sich für ihre Rechte einsetzen. Sie führen Theaterstücke auf, machen Musik oder beteiligen sich künstlerisch. Dafür werden die Schulen mit Kostümen und Musikinstrumenten ausgestattet. 24 Radio-Talkshows und 24 Veranstaltungen über Kinderrechte, Kinderschutz und sexuelle Gewalt klären zusätzlich auf.

Unsere Erfolge

50

Auftakt

Teilnehmer:innen haben an Aufklärungsveranstaltungen vom Projekt teilgenommen, darunter Schuldirektor:innen, Gemeindevorsteher:innen und Mitglieder von Eltern-Lehrkräfte-Vereinigungen und von lokalen Behörden.

1

Corona-Taskforce

Corona-Taskforce wurde gegründet, um die Projektschule sicher wieder zu eröffnen. Die Taskforce installierte Handwaschstationen und verteilte Desinfektionsmittel und Seife. Drei Radiobeiträge, die über die Folgen der Pandemie für das Bildungssystem informierten, wurden ausgestrahlt.

6

Kampagne

Straßenkampagnen wurden in beiden Projektdistrikten organisiert. Mit Lautsprecherdurchsagen wurde auf die Wiedereröffnung der Schulen hingewiesen und über die Bedeutung von Bildung aufgeklärt. Verschiedene Regierungsvertreter:innen traten in einer Radio-Talkshow auf, um das Projekt vorzustellen und um zusätzlich auf die Wichtigkeit eines Schulbesuches hinzuweisen.

4

Radiosendung

Radio-Sendungen dienten der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, indem sie über geschlechtsspezifische Gewalt im Rahmen der internationalen Kampagne informierten. Die Hörer:innen hatten zudem die Gelegenheit, von ihren persönlichen Erfahrungen zu erzählen.

20

Schulung

Lehrkräfte besuchten eine Schulung zu den Themen Kinderschutz, Sexualerziehung, Verhütungsmethoden, Familienplanung und HIV/Aids und können dieses Wissen nun an ihre Schüler:innen weitergeben.

Gemeinsam stark: gegen das Tabu der Menstruation

© Plan International / Quinn Neely
© Plan International / Quinn Neely

Mädchen in Uganda schämen sich für ihre Menstruation. Sie wird als unrein angesehen. Die Mädchen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. So auch die heute 18-jährige Pauline.

„Als ich vor drei Jahren in der Schule meine erste Periode bekam, hatte ich keine Ahnung, was mit mir geschah. Die Jungen lachten mich aus und ich habe mich zwei Monate nicht getraut, zum Unterricht zu gehen.“

Viele Schulen haben keine Toiletten mit Türen, nur wenige bieten sauberes Wasser und Seife. Die meisten Familien können sich keine Binden für ihre Töchter leisten. Das führt erst zu Fehlstunden und am Ende häufig zum Schulabbruch. Den Familien bleibt dann oft nur eine frühe Verheiratung der Mädchen.

Der ugandischen Regierung ist dieses Problem bekannt. 2015 verabschiedete sie eine Charta zum Menstruationshygienemanagement.

Gemeinsam mit Plan International führt sie seitdem Menstruationsschulungen durch und überwacht Hygieneeinrichtungen in Schulen. Dmenbinden werden kostenlos zur Verfügung gestellt und die Steuer auf Menstruationsprodukte wurde gesenkt.

Ugandische Schülerinnen haben die Charta ganz genau im Blick, wie auch Sophie, 24, die Teilnehmerin des Programms „Champions for Change“ von Plan International in Kampala ist

„Ich gehöre zu einer Gruppe junger Aktivisten, die sich dafür einsetzt, dass die Regierung diese Verpflichtungen einhält. Es ist wichtig, Haushaltsmittel für Damenbinden bereitzustellen, damit sie wirklich für jedes Schulmädchen kostenlos sind.“

In den von Plan International gegründeten Menstruationshygiene-Clubs stellen Mädchen und Jungen wiederverwendbare Binden aus Baumwolle und Plastik her. Die Mädchen können dadurch endlich sorgenfrei am Unterricht teilnehmen und einen Schulabschluss machen. Überschüssige Binden werden verkauft, um Reparaturen an den Schulgebäuden zu finanzieren. Die Clubs kämpfen gegen negative soziale Normen, zum Beispiel mittels einer „Menstruationshygiene-Hymne“ und Rollenspielen über die Periode.

Aus der Sicht von Madam Audrey, einer Lehrerin an Paulines Schule, hat sich seit dem Start des Programms vieles zum Positiven verändert:

„In ihrer eigenen Toilette haben die Mädchen nun ihre Privatsphäre und können sich waschen und die gestellten Binden wechseln. Jungen und Lehrer haben ihre Einstellung geändert. Die Mädchen kommen wieder regelmäßig zur Schule und können ungehindert lernen!“

Nachhaltige Hilfe, die ankommt

Spendenverwendung

Ihre Hilfe kommt an

Für uns als Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland e.V. ist Transparenz besonders wichtig: Pat:innen, Förder:innen, Spender:innen sollen erfahren, was mit ihrer Spende geschieht. Um dies zu garantieren, hält sich Plan International an verbindliche Regularien.

Geprüfte Transparenz

Geprüfte Transparenz

Unter anderem verpflichten wir uns dazu, transparent zu arbeiten, sparsam zu wirtschaften und sachlich zu informieren. Dafür bekommen wir vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) das Spendensiegel zuerkannt.

Unsere Unterstützer:innen sprechen für uns

Wir sind ausgezeichnet

Bei der Prüfung der Kundenzufriedenheit von TÜV NORD erhält Plan International Deutschland eine Weiterempfehlungsquote von 96%.

Zudem ist Plan International Deutschland mit dem eKomi Siegel ausgezeichnet mit einer Bewertung von 4,9 von 5 Sternen.