Gute Neuigkeiten Juni 2020

Heute blicken wir gemeinsam mit Ihnen in die Großstädte von Uganda, Indien und Vietnam. Dort erfahren Mädchen tagtäglich sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. Sie leben in Angst. Nicht nur auf dunklen Straßen oder in anderen öffentlichen Räumen, sondern auch in Verkehrsmitteln wie Bussen und Taxis. Dies bestätigen die vielen Berichte und die hohe Zahl von Übergriffen.

Für ihre Sicherheit starteten wir das Projekt „Sichere Städte für Mädchen“. Mit Erfolg! Und wir haben uns weitere Ziele gesetzt.

Denn dank Ihrer Hilfe können wir nachhaltig viel bewegen und Tausenden Mädchen die Chance auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ermöglichen.

Wir informieren: Projekt aus dem Mädchen-Fonds

Schutz für Mädchen in Metropolen

Projektregion:

Kampala (Uganda), Delhi (Indien), Hanoi (Vietnam)

 

 Projektstart:

Januar 2016

 

Ziel:

Sichere Städte für Mädchen

  • Autonome Bewegungsfreiheit
  • Besserer Zugang zu öffentlichen Plätzen
  • Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Beteiligung bei der Stadtentwicklung

 

Warum wir helfen müssen

Große Städte bieten viele Möglichkeiten: mehr Chancen auf Bildung oder einen guten Job zum Beispiel. Sie sind aber auch gefährlich. Mädchen und junge Frauen in Großstädten erleben täglich sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. In Delhi gaben 54 Prozent der befragten Mädchen an, in öffentlichen Verkehrsmitteln oft sexuell belästigt zu werden. In  Kampala sagten 80 Prozent der Mädchen, dass sie sich an öffentlichen Plätzen nicht sicher fühlten. Befragungen ergaben auch: Nur einer von zehn Vorfällen wird gemeldet. Und nur einem Drittel davon gehen Polizei oder Sicherheitskräfte nach. Mädchen und Frauen fühlen sich von solchen Kräften oft nicht ernst genommen.

Unser Plan für Veränderung

Mädchen sollen sich frei und sicher bewegen können. Sie sollen ohne Angst vor Belästigung mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und sich gefahrlos auf Marktplätzen oder in Parks aufhalten können.

Wir wollen ein Bewusstsein für das Problem sexueller Belästigung schaffen, traditionelle Rollenvorstellungen sollen hinterfragt und Irrtümer beseitigt werden. Unsere Arbeit soll Mädchen bestärken, sich selbst für ihr Recht auf Sicherheit in ihrem Lebensumfeld einzusetzen. Der Schwerpunkt der Projektaktivitäten liegt dabei auf den Armenvierteln und Slums der drei Metropolen Delhi, Hanoi und Kampala. Dort, wo Mädchen in beengten Verhältnissen leben und einem besonders hohen Risiko von Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind.

 

Was wir dafür tun

Bei den „Safety Walks“ laufen die Projektteilnehmenden durch ihre Stadtviertel und halten schriftlich sowie mit Kameras die Gefahren fest. Anschließend erstellen sie Karten der potenziell gefährlichen Orte. Damit treten sie an Behörden wie Polizei, Stadträte oder Regierungsvertreterinnen und -vertreter heran, um Verbesserungen zu erwirken. Gemeindemitglieder  dokumentieren die Qualität der städtischen Dienste und die Projektteams beobachten die Fortschritte im Hinblick auf den Schutz und die Sicherheit von Mädchen. Zusätzlich sorgen Kampagnen für Sensibilisierung in der Bevölkerung und tragen das Thema weiter in die Öffentlichkeit.

Gemeinsam mit den Betreibern erarbeiten die Jugendlichen konkrete Handlungsempfehlungen, um sexuelle Belästigung zu reduzieren. Besonders Bus- und Taxifahrerinnen und -fahrer werden gezielt durch Infoblätter und Plakate aufgefordert, Zivilcourage zu zeigen und Mädchen in prekären Situationen zu unterstützen. Zusammen mit Partnern führen wir zudem eine Studie zur Organisation und zum Aufbau von formellen und informellen Verkehrsmittelnetzen in allen drei Städten durch. So sollen weitere Risiken für Mädchen und Frauen erkannt und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet werden.

Plan-Jugendclubs bieten Mädchen einen geschützten Raum, sie informieren sich gegenseitig über Themen zu ihrer Sicherheit oder Gefahren. Sie stärken ihre argumentativen Fähigkeiten, Führungskompetenzen und ihr Selbstbewusstsein. In den Jugendclubs lernen sie auch, sich für ihr Recht auf Partizipation und körperliche Unversehrtheit einzusetzen. Mit geschulten Trainerinnen und Trainern beschäftigen sich Jungen und Mädchen mit Geschlechterrollen, Sexualität, gewaltfreier Kommunikation und Gleichberechtigung. Denn es herrscht oft die veraltete Vorstellung, Mädchen und Frauen seien weniger wert und Männer „dürften“ sich dementsprechend benehmen. Jungen lernen anschließend, wie sie ihr Wissen auch an andere weitergeben.

Gemeinsam werden wir es schaffen!

Dank Ihrer Hilfe werden wir mit einem Gesamtbudget von 1.510.000 € die Situation vor Ort verändern. Menschen werden zum Umdenken bewegt, die Voraussetzungen zum Schutz werden getroffen und viele Mädchen haben so die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Dafür sagen wir DANKE!


Mit Sport zur Gleichberechtigung

"Dürfen" Jungen das?

Bis vor zwei Jahren hat sich der heute 20-jährige Kushal wie die meisten jungen Männer im Westen von Delhi benommen: Er verbrachte viel Zeit gemeinsam mit seinen Freunden auf den Straßen in der Umgebung, wo sie oft vorbeilaufende Mädchen belästigten.

„Es war sehr üblich für die Jungen in meiner Gruppe, Mädchen Sprüche zuzurufen und sie zu belästigen. Das tat jeder. Ich machte mit, obwohl ich wusste, dass ich so etwas nicht tun sollte. Ich wurde sehr stark von meinen Freunden beeinflusst. Aus Gruppenzwang verhielt ich mich wie sie.

Durch das Programm veränderte sich mein Leben vollständig. Ich traf mich nicht mehr mit der Jungengruppe. Ich merkte, wie schlecht es ist, wenn sich Mädchen nicht sicher auf den Straßen und an öffentlichen Orten fühlen können.“

Mehr Sicherheit durch gemeinsamen Sport

Touch Rugby ist eine Rugby-Variante ohne harten Körperkontakt, bei der die Spielerinnen und Spieler sich nicht körperlich angreifen, sondern ihre Gegnerinnen und Gegner mit der Hand am Körper, an der Kleidung oder am Ball berühren. Das Spiel soll Mädchen das Selbstbewusstsein verleihen, um sich auf der Straße sicherer zu fühlen. Außerhalb des Spielfelds arbeiten die Jugendlichen als Gruppe daran, die großen Probleme ihres Viertels, meist Mädchen und ihre Sicherheit betreffend, in den Griff zu bekommen.

Zu Anfang waren die Eltern strikt dagegen, dass Mädchen Sport treiben sollten – gemeinsam mit Jungen! „Die Eltern mancher Mädchen lehnten die Idee vollständig ab. Einige befürchteten, dass ihre Töchter sexuell belästigt werden würden und dass es nicht sicher für sie wäre. Mit der Zeit konnten wir sie allerdings überzeugen“, erklärt Kushal. Das Team gab nicht auf, vor allem die Mädchen nicht. Mittlerweile machen die Spielerinnen 40 Prozent des Rugby-Teams aus.

Selbstbewusstsein durch Touch Rugby

Die 18-jährige Puja* ist eine der Touch-Rugby-Spielerinnen. Pujas Mutter, die ihre sechs Kinder allein großzieht, bekräftigt, welch großer Sprung nach vorn dies in dieser konservativen Umgebung ist. Puja gibt ihrer Mutter allen Grund, stolz auf sie zu sein: Sie hat mehrere Medaillen gewonnen, ist Mitglied der Touch-Rugby-Nationalmannschaft und in der Auswahl für internationale Turniere. Und sie weiß, was sie will: „Ich möchte im Sport Karriere machen. Das Letzte, was ich jetzt will, ist heiraten. Rugby zu spielen, hat mich stark gemacht – und furchtlos. Ich spreche und behandle Jungs wie meinesgleichen – und erwarte, dass sie mich mit dem gleichen Respekt behandeln.“

*Name zum Schutz der Familie geändert.

Mit harter Arbeit konnten Kushal und sein Team beeindruckende Resultate erzielen. Das gemischte Touch-Rugby-Team hat sich dafür qualifiziert, an Wettkämpfen auf internationaler Ebene teilzunehmen. „Es ist toll, zu sehen, wie Mädchen, die früher schüchtern waren, durch den Sport so selbstbewusst geworden sind. Auch die Einstellung der Menschen in meiner Gemeinde hat sich verändert. Jetzt erkennen auch Jungen und Männer, dass Mädchen Potenzial haben und viel erreichen können. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich alle Jungen ändern können, wenn sie wollen – so wie ich“, sagt Kushal.

„Sei selbstbewusst und glaube an dich selbst! Dies möchte ich allen Mädchen, die an ihrem Potenzial zweifeln, mitgeben. Ich weiß, dieser Wandel ist nicht leicht – überhaupt nicht. Aber es ist definitiv nicht unmöglich!“

*Name zum Schutz der Familie geändert.

 

Danke. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie auch diese Projekte:

  • Girls Lead - Mädchen-Netzwerke stärken in Lateinamerika
  • Girls Lead - Kambodscha - Gleichberechtigt die Zukunft gestalten
  • Vietnam - Sport schafft sichere Schulen in Hanoi
  • In weiteren Ländern wie z.B. Ägypten - Sichere Städte für Mädchen

Ausblick

In unserer nächsten Aussendung berichten wir Ihnen, wie wir Mädchen in Kambodscha helfen, gleichberechtigt ihre Zukunft zu gestalten.

Unsere sechs Wirkungsbereiche

Gemeinsam mit Ihnen verbessern wir die Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in ihren Gemeinden in sechs Wirkungsbereichen:

  • Bildung: Lehrerfortbildungen, Menschenrechtsbildung, Aufnahme von Sexualkunde und Nachhaltigkeit in die Lehrpläne, Gründung von Eltern- und Schülerräten.
  • Wirtschaftliche Stärkung: Berufsförderung von Jugendlichen, Spargruppen, verbesserte Unterrichtsqualität an Berufsschulen, Förderung menschenwürdiger Arbeit und Einführung internationaler Arbeitsstandards.
  • Politische Teilhabe: Systematische Teilhabe Jugendlicher an Entscheidungsprozessen, gemeinsame Kampagnen mit globalen Jugendbewegungen, Netzwerken und Bündnissen.
  • Sexuelle und reproduktive Rechte: Sexualerziehung für Jugendliche, Abschaffung schädlicher Praktiken wie Kinderheirat, jugendfreundliche Gesundheitsdienste.
  • Schutz von Kindern vor Gewalt: Gesetze zu Kinderschutz, effektive Meldesysteme, Selbstverteidigung.
  • Gesundes Aufwachsen: Frühkindliche Förderung, gesunde Ernährung, Schutz vor Gewalt, sauberes Trinkwasser und Hygiene, Schulungen für Eltern.

Ihre Hilfe kommt an - Garantiert!

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (81,22%)
  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65%)
  • Verwaltungsausgaben (5,13%)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Ihr Geld kommt garantiert an! Denn das Geld unserer Patinnen und Paten setzen wir zielgerichtet und effektiv ein. Dieser wirtschaftliche Ansatz stellt sicher, dass über 80 Prozent der Einnahmen als Projektausgaben zur Verfügung gestellt werden und unser Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Plan International Deutschland das DZI Spendensiegel zuerkannt und bestätigt damit die geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen. Das verschafft Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird!

Der TÜV NORD hat Plan International Deutschland 2019 im Geltungsbereich „Zufriedenheit der Paten und Spender mit dem Service und Leistungsangebot der Hilfsorganisation“ geprüft. Plan erzielte bei den Servicefaktoren eine Gesamtzufriedenheit von 1,40 sowie eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent.

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