Gute Neuigkeiten November 2020

Wir informieren: Projekt aus dem Mädchen-Fonds

Gemeinsam gegen sexuelle Gewalt!

Projektregion:

Golf, Middle Mono, Ogou, Sotoboua, Tchaoudjo

 

Projektstart:

März 2018

 

Ziel:
  • Auflösung von diskriminierenden Geschlechtervorstellungen
  • Verringerung von sexueller Gewalt gegen Mädchen und jungen Frauen
  • Gemeinsames Engagement von Mädchen und jungen Frauen, Jungen und jungen Männern – auch mit Behinderungen – gegen sexuelle Gewalt in Togo
Massnahmen:
  • Schulungen für Mädchen und Jungen, in denen sie Geschlechterrollen reflektieren und lernen, sich für Gleichberechtigung zu engagieren
  • Fortbildungen zum Thema Bürgerbeteiligung, sexuelle Gewalt sowie Schutzmechanismen für Kinder und Jugendliche – auch mit Behinderungen
  • Sensibilisierungs-Aktionen in Mädchen- und Jugendclubs zum Thema „sexuelle Gewalt“
  • Förderung von Mädchen-Fußballvereinen, um Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken

 

Die Situation vor Ort

In Togo gelten größtenteils – vor allem in den ländlichen Regionen – traditionelle Geschlechterrollen, die Mädchen und Frauen stark unterdrücken. Oft werden sie weitgehend auf ihre Rolle als Mutter und Ehefrau reduziert, die keine weiterführende Bildung benötigen und deshalb keine weiteren Rechte außerhalb der Ehe und Familie brauchen.

In Togo gibt es noch kein Gesetz, das speziell häusliche Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellt. Es ist weithin gesellschaftlich akzeptiert, wenn der Mann seine Frau und andere Familienmitglieder körperlich misshandelt. Diese ungleichen Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau führen häufig dazu, dass Mädchen und Frauen Opfer häuslicher und sexueller Gewalt werden.

Mädchen mit Behinderungen haben es besonders schwer. Sie erfahren aufgrund ihrer Behinderungen nicht nur Ausgrenzungen in den Gemeinden, sondern sind auch einem besonderen Risiko ausgesetzt, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Kinderschutzstrukturen sind gerade in den ländlichen Gegenden nur schwach oder gar nicht ausgeprägt. Zwar würden viele Mädchen und junge Frauen gerne etwas ändern, doch die Teilhabe an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen ist ihnen in vielen Teilen des Landes verwehrt.

Unser Plan zur Besserung

Bereits seit September 2018 engagiert sich Plan International deshalb im Rahmen des „Girls Lead“-Programms in Togo dafür, die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen zu stärken. Das Programm in Togo erstreckt sich über insgesamt 5 Jahre und soll Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 24 Jahren – auch mit Behinderungen – systematisch ermutigen, ihre Stimmen und Ressourcen zu nutzen, um gemeinsam den ungleichen Machtverhältnissen und sexueller Gewalt entgegenzuwirken.

In Zeiten von Corona brauchen diese Frauen unsere Hilfe dringender denn je.

Der Ausbruch von Covid-19 hat die Situation in Togo noch einmal dramatisch für viele Mädchen und junge Frauen verschlechtert. Denn die Gewaltbereitschaft hat aufgrund der psychischen Belastung in vielen
Haushalten zugenommen. Die Frauen können dieser Gewalt jedoch aufgrund von Ausgangsbeschränkungen nicht entkommen. Auch zwingen viele Familien ihre Töchter vermehrt zu einer frühen Heirat, um  wirtschaftlich abgesichert zu sein. Die Opfer haben dabei kaum Möglichkeiten, sich ihrer Not zu entziehen.

Nach Ausbruch von Covid-19 haben Jugendorganisationen aus Togo eine Social-Media-Kampagne gestartet, um auf die Auswirkungen für Mädchen und junge Frauen aufmerksam zu machen. Jugendliche setzen mit klaren Statements ein Zeichen:

„Viele Familien befinden sich aufgrund der Corona-Krise in einer wirtschaftlichen Notlage. Aber die Mädchen dürfen diesen Preis nicht bezahlen!“

„Lasst uns in diesen Zeiten der Gesundheitskrise sexuelle Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen nicht ignorieren. Lasst sie uns anprangern!“

„Dies ist nicht die Zeit, uns an eine Ehe zu verschenken und unsere Zukunft zu zerstören.“


Die Projektaktivitäten im Detail

In ausgewählten Jugendclubs werden über 1.000 Mädchen und Jungen motiviert, sich mehr an gesellschaftlichen Entscheidungen zu beteiligen. Außerdem reflektieren sie in den Trainings ihre Vorstellungen von weiblichen und männlichen Rollen und lernen, wie sie sich gegen sexuelle Gewalt starkmachen können.

Um Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken, wurden in mehreren Gemeinden insgesamt 18 Mädchen-Fußballclubs gegründet. Die Mädchen lernen hier neben Fußball- und Schiedsrichtertechniken auch Managementfähigkeiten sowie Sportberichterstattung.

Ohne die Unterstützung der Familien und Gemeinden geht es nicht. Aus diesem Grund finden in über 50 Gemeinden regelmäßig von Jugendvertreter:innen organisierte, generationsübergreifende Dialoge statt. In diesen Dialogen wird für das Thema „sexuelle Gewalt“ sensibilisiert und nach neuen Lösungswegen gesucht.

Um das Thema „sexuelle Gewalt“ auch beim Staat höher zu priorisieren, finden regelmäßig Schulungen von Angehörigen der Justiz und der Regierung statt, in denen die Teilnehmer:innen über die Anliegen und Engagements der Mädchen und jungen Frauen informiert werden.

Plan International baut aktuell die Zusammenarbeit mit der Anwaltskammer in Togo aus, um Mädchen den Zugang zu Rechtsbeistand zu erleichtern. Ein Mentoring-Programm mit Frauenaktivistinnen und Führungskräften soll Mädchen und Jugendliche außerdem bestärken, sich politisch zu engagieren.

Journalist:innen unterstützen das Projekt, indem sie projektrelevante Inhalte in den Medien platzieren. Als weitere Motivation verleiht Plan International im Januar 2021 erstmals einen Exzellenzpreis an die innovativste  Kommunikationsinitiative, die den Zugang zu Medien für Kinder und Jugendliche erleichtert.

NACHGEFRAGT

Plan International Deutschland im Austausch mit Projektverantwortlichen und Unterstützer:innen in Togo:
Das Projekt „Girls Lead“ in Togo läuft bereits seit 2018. Wie wurde der Start gestaltet?

„Das Projekt begann mit Informationstreffen, gefolgt von der Gründung und Wiederaufnahme von Jugendclubs und -vereinen. Beteiligte wie Gemeindevorsitzende, Verwaltungsbehörden oder zivilgesellschaftliche Organisationen wurden involviert und für die Umsetzung gewonnen. Im Anschluss konnten wir mit der Entwicklung von Aktionsplänen und der Arbeit mit den Mädchen und Jungen starten.“

„Herausfordernd war vor allem, die Jugendlichen für das Projekt auszuwählen und die Treffen neben meinem eigenen Schulbesuch zu organisieren. Die Mehrheit der Mädchen brauchte zudem viel Zuspruch, um sich
einbringen und frei äußern zu können.“

„Das Projekt in Togo führt auch Aktivitäten mit Vertreter:innen der Medien durch, um diese für die Perspektiven von Jugendlichen und vor allem von jungen Frauen und für das Thema sexuelle Gewalt zu sensibilisieren.“

„Männer und Jungen reagierten überwiegend offen, erkannten das Problem an und unterstützten gewünschte Veränderungen. Einige christliche Männer interpretieren jedoch die Bibel falsch, um die Situation der Ungleichheit weiter zu rechtfertigen. Hier ist noch viel Aufklärung notwendig.“

„Das Projekt hat sich in den Gemeinden verwurzelt. Viele verstehen nun, dass Mädchen aufgrund ihres Geschlechts nicht nur für die Hausarbeit geschaffen sind. Die Mädchen sind motiviert, sich für ihre Entwicklung einzusetzen, und wollen bei wichtigen Entscheidungen mitwirken.“

„Leider wurde die Dynamik ausgebremst, die Umsetzung von Aktivitäten erschwert und Events mussten abgesagt werden. Jugendorganisationen haben den Ausbruch aber auch genutzt: Sie starteten eine Social-Media-Kampagne und Radiosendungen zum Thema Covid-19-Auswirkungen für Mädchen und junge Frauen.“

Danke. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie auch diese Projekte:

  • "Girls Lead" Kambodscha – Gleichberechtigt die Zukunft gestalten
  • Touch Rugby – Mit Sport zur Gleichberechtigung in Indien
  • Vietnam – Sichere Schulen in Hanoi
  • In weiteren Ländern wie z.B. Ägypten – Sichere Städte für Mädchen

Ausblick

In unserer nächsten Aussendung berichten wir Ihnen von unserem Projekt „Lateinamerika – Mädchen-Netzwerke – gemeinsam sind wir stark“.

Ihre Hilfe kommt an - Garantiert!

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (81,22 %)
  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65 %)
  • Verwaltungsausgaben (5,13 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Ihr Geld kommt garantiert an! Denn das Geld unserer Patinnen und Paten setzen wir zielgerichtet und effektiv ein. Dieser wirtschaftliche Ansatz stellt sicher, dass über 80 Prozent der Einnahmen als Projektausgaben zur Verfügung gestellt werden und unser Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Plan International Deutschland das DZI Spendensiegel zuerkannt und bestätigt damit die geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen. Das verschafft Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird!

Der TÜV NORD hat Plan International Deutschland 2020 im Geltungsbereich „Zufriedenheit der Paten und Spender mit dem Service und Leistungsangebot der Hilfsorganisation“ geprüft. Plan erzielte bei den Servicefaktoren eine Gesamtzufriedenheit von 1,41 sowie eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent.

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