Gute Neuigkeiten September 2021

Wir informieren: Projekt aus dem Mädchen-Fonds

Sichere Städte für Mädchen

Projektregion:
Alexandria und Asyut

Projektstart:
November 2017

Ziel:

  • Sicherheit für Mädchen und junge Frauen in Ägyptens Städten
  • Geschlechtergleichheit und mehr Teilhabe an öffentlichen Entscheidungen für Mädchen und junge Frauen

Maßnahmen:

  • Gründung von 360 Jugendclubs
  • Schulung zu Geschlechtergerechtigkeit, Gewaltprävention und politischer Teilhabe
  • Sensibilisierung von Elterngruppen
  • Workshops für Medienschaffende und lokale Behörden
  • Vernetzung der Jugendlichen in den sozialen Medien

Auch in anderen Ländern möchten wir mit „Girls Lead“ die politische Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen stärken und so ein Kernziel unserer Programmarbeit umsetzen. Wir stärken Organisationen und Netzwerke, die die Möglichkeiten der politischen Beteiligung von jungen Frauen voranbringen. Mit Ihrer Unterstützung erhalten viele Mädchen endlich eine Stimme – danke!

Die aktuelle Situation

Für Mädchen und Frauen in Ägypten ist das Risiko, Opfer von Gewalt oder Missbrauch zu werden, groß und für viele von ihnen alltägliche Realität. Laut einer UN-Studie haben 99 Prozent von ihnen schon einmal sexuelle Belästigung erlebt. Nur wenige Männer helfen oder greifen in diesen Sittuationen ein. Oft wird den Opfern sogar selbst die Schuld an den Taten gegeben, denn aufgrund von gesellschaftlichen Normen sprechen ihnen Männer häufig ihre Rechte ab und hinterfragen ihre Rolle als Täter kaum.

Die Ziele
Mit unserem Projekt in Alexandria und Asyut wollen wir sichere Sädte für Mädchen und junge Frauen schaffen. Wir fördern die Geschlechtergleichheit und bestärken insbesondere Mädchen darin, für ihre Rechte einzustehen. Auch die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von jungen Menschen an öffentlichen Entscheidungsprozessen ist ein weiterer Fokus unserer Arbeit.

Die Maßnahmen

Wir ermutigen Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren, aktiv zu werden. Unterstützung erhalten sie dabei von Jungen und Männern im gleichen Alter.

Wie wir vorgehen

Wir gründen Jugendclubs, in denen Mädchen erfahren, wie sie sich gegen Belästigung und Diskriminierung wehren können und so ihr Selbstbewsstsein stärken. Die Jungen lernen hier, sich für Gleichberechtigung zu engagieren. Gemeinsam mit den Jugendlichen setzen wir uns kritisch mit Rollenzuweisungen und Sexismus auseinander.

80 Jugendliche und junge Erwachsene werden zu Leiter:innen der Clubs ausgebildet und unterstützen die Jugendlichen im richtigen Umgang miteinander. Nun können sie ihre Rechte einfordern und gemeinsam etwas verändern.

In Elterngruppen setzen sich die Jugendclubs gemeinsam mit den Vätern und Müttern mit Themen wie Gleichberechtigung, sozialen Normen und geschlechtsspezifischer Gewalt auseinander. Denn noch immer machen viele Väter ihre Töchter dafür verantwortlich, wenn sie auf der Straße belästigt werden, und nehmen sie dann, vermeintlich, um sie zu schützen, häufig sogar aus der Schule. Für die Mädchen bedeutet dies die größte Strafe und verfestigt zudem alte Strukturen, in denen sie von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

In „Safety Walks“ nehmen die Mädchen und Jungen selbst aktiv Einfluss auf die Entwicklung ihres Stadtteils. Sie dokumentieren die Orte, die gefährlich für Mädchen sind, und erarbeiten gemeinsam mit Behörden Aktionspläne, um die Sicherheit in den Stadtteilen zu verbessern. 100 Mitarbeitende von lokalen Behörden besuchen Schulungen, um ihre Kenntnisse im Kinderschutz zu erweitern.

In Fortbildungen sensibilisieren wir 90 Journalist:innen darin, über Gefahren in Städten, sexuelle Belästigung und die Rechte von Mädchen medienwirksam zu berichten. Bus- und Tuk-Tuk-Fahrer:innen lernen in Workshops, Fälle von sexueller Belästigung zu erkennen und sich stärker für den Schutz von Mädchen einzusetzen.

„Girls Lead“ Ägypten ist eng mit unserem Projekt „Safer Cities“ in Kairo verknüpft. Auch dort setzen sich Mädchen und Jungen in Jugendclubs für mehr Gleichberechtigung, Sicherheit in ihrer Stadt und politische Teilhabe ein. Die Jugendlichen beider Projekte vernetzen sich zu ihren Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, wo sie auch ihre Erfahrungen teilen. Um sie dabei zusätzlich zu unterstützen, werden 180 von ihnen von Social-Media-Spezialist:innen geschult, sodass sie anschließend die Projekte durch Blogbeiträge und Storys begleiten und ihnen eine größere Bühne bereiten können.

Safer Cities: Zusammen für Veränderung

Mädchen kämpfen für Ihre Sicherheit
Mädchen kämpfen für ihre Sicherheit

Yara (16) und Donia (15) haben schon viele schlechte Erfahrungen gemacht, wenn sie auf Kairos Straßen unterwegs waren. Yara erzählt: „Wenn ich die Wahl hätte, an einer Gruppe von Männern in meiner Gemeinde oder an einer Gruppe von Hunden vorbeizugehen, würde ich mich immer für die Hunde entscheiden, obwohl ich große Angst vor diesen Tieren habe.“

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Veränderung durch Safer Cities:Mädchen kämpfen für ihre Sicherheit

Vor ein paar Monaten sind die beiden Mädchen dem „Safer Cities“-Programm von Plan International beigetreten.

„Wir lernen Karate, um uns gegen Belästigung zu wehren und Stärke zu zeigen. Am besten gefallen mir aber die Sicherheitsrundgänge und die Treffen mit den Entscheidungsträger:innen der Gemeinde“, berichtet Donia. Die beiden sind nun viel selbstbewusster, kennen ihre Rechte und wissen sich in kritischen Situationen zu verteidigen.

Die Jungen von heute sind die Männer von morgen
Die Jungen von heute sind die Männer von morgen

Auch rund 400 Jungen und junge Männer werden in die Maßnahmen miteinbezogen. Sie lernen, ihre Einstellung gegenüber Mädchen und Frauen zu hinterfragen und sich ihnen gegenüber respektvoll zu verhalten. Dies verhindert langfristig sexuelle Belästigung und erhöht die Sicherheit für Mädchen. Mohamed (16) und Hassan (14) sind zwei Teilnehmer.

„Ich habe meiner Schwester nie erlaubt, auszugehen, und meinem Vater gesagt, er soll sie schlagen, wenn sie es tut. Ich habe ihr gesagt, dass sie zu Hause bleiben soll, sobald sie die Grundschule beendet hat. Und ich habe es immer vermieden, Zeit mit Mädchen zu verbringen“, erzählt Mohamed.

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Veränderung durch Safer Cities:Die Jungen von heute sind die Männer von morgen

Durch das Projekt hat er nun einen ganz neuen Blickwinkel. „Ich habe gelernt, dass Mädchen das Recht haben, ihre Meinung zu äußern, an Aktivitäten teilzunehmen und sich sicher auf der Straße zu fühlen“, sagt der 16-Jährige. Auch Hassan sieht nun, wie Mädchen und Frauen in seinem Viertel diskriminiert werden.

„Ich fühle mich oft schlecht, wenn ich durch die Straßen gehe, weil ich sehe, wie Jungen und Männer Mädchen belästigen. Vor „Safer Cities“ dachte ich, das wäre richtig. Heute spielen wir zusammen Fußball und diskutieren über die Gefahren in unserer Gemeinschaft. Ich finde es ungerecht, dass sie oft immer noch anders behandelt werden als wir Jungen.“

Ein Vorbild für die Mädchen Ägyptens

Im August 2017 wurde Rania Fahmy in Oberägypten von einem fremden Mann auf offener Straße belästigt. Die junge Frau wehrte sich und wurde damit zum öffentlichen Sprachrohr für viele Frauen und Mädchen im Land.

„Alles begann an einem Freitag im August. Ich war unterwegs, um Einkäufe zu erledigen, als mich ein Mann auf der Straße sexuell belästigte. Ich habe ihn angeschrien, aber er hat angefangen, mich zu schlagen, also habe ich mit meiner Handtasche zurückgeschlagen. Passanten haben versucht, ihm bei seiner Flucht zu helfen. Zum Glück wurde alles von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.“

Rania ist damals fest entschlossen, eine gerechte Strafe für die Tat zu erwirken, und bringt ihren Peiniger vor Gericht. 2018 wird der Mann zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Damit ist Rania Fahmy die erste junge Frau in der sehr konservativen Region, die eine Verurteilung gegen einen sexuellen Belästiger erreicht hat. Für ihren Mut wurde sie vom ägyptischen Nationalrat für Frauen geehrt.

„Mein Fall hat verdeutlicht, dass ägyptische Mädchen und Frauen für ihre Rechte einstehen können. Die Nachrichten, die ich über die sozialen Netzwerke erhalten habe, zeigen einerseits, wie verbreitet Belästigung ist, aber andererseits auch, dass es immer mehr Unterstützung für diejenigen gibt, die ihre Stimme erheben.“

Ranias Mut und Selbstvertrauen machen sie zu genau dem Vorbild, das Mädchen in Ägypten brauchen.

Ihre Hilfe kommt an - Garantiert!

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (82,95 %)
  • Werbeaufwendungen (12,22 %)
  • Verwaltungsaufwendungen (4,83 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Ihr Geld kommt garantiert an! Denn das Geld unserer Patinnen und Paten setzen wir zielgerichtet und effektiv ein. Dieser wirtschaftliche Ansatz stellt sicher, dass über 80 Prozent der Einnahmen als Projektausgaben zur Verfügung gestellt werden und unser Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Plan International Deutschland das DZI Spendensiegel zuerkannt und bestätigt damit die geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen. Das verschafft Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird!

Der TÜV NORD hat Plan International Deutschland 2020 im Geltungsbereich „Zufriedenheit der Paten und Spender mit dem Service und Leistungsangebot der Hilfsorganisation“ geprüft. Plan erzielte bei den Servicefaktoren eine Gesamtzufriedenheit von 1,41 sowie eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent.

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